Besuch beim Deep-Tech-Start-up Emmi AI
Hattmannsdorfer und Pröll setzen auf KI als Industrie-Wachstumsmotor

Der Wirtschaftsminister und der Digitalisierungsstaatssekretär sehen in Künstlicher Intelligenz einen entscheidenden Hebel für mehr Wettbewerbsfähigkeit, Wachstum und industrielle Wertschöpfung.

Künstliche Intelligenz soll künftig eine Schlüsselrolle für den Industriestandort Österreich spielen. Beim Besuch des Linzer Deep-Tech-Unternehmens Emmi AI unterstrichen Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer und Digitalisierungsstaatssekretär Alexander Pröll die Bedeutung neuer Technologien für die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Industrie. Der Termin fand im Rahmen der Arbeiten an der Industriestrategie 2035 (LEADERSNET berichtete) statt, mit der Österreich wieder zu den zehn führenden Industrienationen der Welt aufsteigen soll.

KI als strategischer Wettbewerbsfaktor

Nach den Plänen der Bundesregierung sollen Schlüsseltechnologien wie Künstliche Intelligenz künftig gezielt gefördert und Forschungsergebnisse schneller in industrielle Anwendungen überführt werden. Im Mittelpunkt stehen dabei bessere Rahmenbedingungen für Innovation, Investitionen, Technologietransfer sowie der Zugang zu Wachstums- und Risikokapital.

Hattmannsdorfer betonte, dass künftig entscheidend sein werde, wo KI-Technologien entwickelt, eingesetzt und erfolgreich vermarktet werden. Österreich verfüge über hervorragende Forschungs- und Ausbildungsstrukturen, die nun noch stärker in wirtschaftliche Wertschöpfung übersetzt werden müssten.

Auch Pröll sieht in der raschen Anwendung neuer Technologien einen entscheidenden Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts. Unternehmen wie Emmi AI würden zeigen, welches Potenzial entstehe, wenn Forschung, Unternehmergeist und Digitalisierung erfolgreich zusammenwirken.

Emmi AI als Beispiel für erfolgreichen Technologietransfer

Das 2024 in Linz gegründete Unternehmen entwickelt KI-Modelle für industrielle Simulationen, die unter anderem in der Automobil-, Luftfahrt-, Energie-, Halbleiter- und Chemieindustrie eingesetzt werden können. Ziel ist es, Entwicklungsprozesse zu beschleunigen, Kosten zu senken und Produkte schneller zur Marktreife zu bringen. Vor wenigen Wochen wurde das heimische Start-up vom französischen KI-Konzern Mistral AI übernommen (LEADERSNET berichtete).

Nach Unternehmensangaben beschäftigt man inzwischen mehr als 30 Forscher:innen und Ingenieur:innen aus elf Nationen. Im vergangenen Jahr schloss Emmi AI eine Finanzierungsrunde über 15 Millionen Euro ab, die laut eigenen Angaben die bislang größte Seed-Finanzierung eines österreichischen Start-ups darstellt.

Johannes Brandstetter, Co-Founder und Chief Scientist von Emmi AI, verweist darauf, dass KI langwierige Simulationsprozesse deutlich beschleunigen könne. Entscheidend sei jedoch, dass Deep-Tech-Unternehmen in ihrer Wachstumsphase ausreichend Finanzierungsmöglichkeiten und geeignete Rahmenbedingungen vorfinden.

Forschung schneller in die Wirtschaft bringen

Gerade technologieorientierte Unternehmen seien häufig mit langen Entwicklungszyklen und einem hohen Kapitalbedarf konfrontiert. Mit der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) und der Austria Wirtschaftsservice (aws) stünden dafür bereits wichtige Förderpartner zur Verfügung.

Die Industriestrategie 2035 soll diese Instrumente weiterentwickeln und Forschung, Innovation sowie industrielle Produktion enger miteinander verknüpfen. Ziel sei es, den Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in marktfähige Produkte zu beschleunigen und damit Wertschöpfung und hochwertige Arbeitsplätze langfristig in Österreich zu sichern.

www.bmwet.gv.at

www.emmi.ai

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