Hitzeatlas deckt Kostenfaktor auf
Wo Österreichs Gebäude inzwischen am meisten gekühlt werden müssen

| Tobias Seifried 
| 03.08.2026

Längere Hitzeperioden und immer mehr Tropennächte stellen den Gebäudesektor vor neue Herausforderungen. Eine aktuelle Analyse zeigt auf, wie die Hitzebelastung landesweit zunehmend zum Kostenfaktor wird.

Die aktuelle Hitzewelle macht einmal mehr deutlich, dass steigende Temperaturen längst nicht mehr nur ein gesundheitliches oder gesellschaftliches Thema sind. Sie verändern zunehmend auch die Anforderungen an Gebäude – von Wohnhäusern über Büros bis hin zu Schulen. Längere Hitzeperioden und immer mehr Tropennächte führen dazu, dass sich Innenräume stärker aufheizen und nachts deutlich langsamer abkühlen.

Darauf weist der neue Hitzeatlas des Gebäudedienstleisters Techem hin. Grundlage der Analyse sind sogenannte Kühlgradtage, die den Kühlbedarf von Gebäuden messen. Während österreichweit 1980 durchschnittlich noch 1,44 Kühlgradtage registriert wurden, lag dieser Wert 2025 bereits bei 25,39.

Kühlgradtage© Techem

Karl Moll, Geschäftsführer von Techem Österreich, betont, dass Hitze und deren Regulierung zunehmend zu einer zentralen Herausforderung im Gebäudebetrieb würden. Um Komfort und Energieeffizienz auch künftig sicherzustellen, brauche es datenbasierte Steuerung, intelligente Gebäudetechnik und eine vorausschauende Planung.

Osten Österreichs besonders betroffen

Die Auswertung zeigt zudem ein klares Ost-West-Gefälle. Besonders stark betroffen sind Wien, das Burgenland und Niederösterreich, wo der Kühlbedarf in den vergangenen Jahrzehnten überdurchschnittlich zugenommen hat.

Für das Jahr 2025 weist der Hitzeatlas folgende Regionen mit dem höchsten Kühlbedarf aus: 

  • Wien
  • Nordburgenland
  • Wiener Umland (Südteil)
  • Wiener Umland (Nordteil)
  • Weinviertel
  • St. Pölten
  • Südburgenland
  • Linz-Wels
  • Klagenfurt-Villach
  • West- und Südsteiermark

Als Ursache nennt die Analyse nicht nur höhere Tagestemperaturen, sondern vor allem die ausbleibende nächtliche Abkühlung. Während sich Gebäude früher häufig durch nächtliches Lüften ausreichend herunterkühlen ließen, stoßen natürliche Kühlmöglichkeiten heute immer öfter an ihre Grenzen. Dadurch gewinnen intelligente Gebäudetechnik und ein energieeffizientes Temperaturmanagement zunehmend an Bedeutung.

Kühlgradtage© Techem

Gebäude müssen sich anpassen

Nach Einschätzung von Techem wird der Umgang mit Hitze künftig zu einer zentralen Aufgabe für Wohnungswirtschaft, Gebäudebetreiber und Kommunen. Hitze müsse bereits bei Planung, Ausstattung und Betrieb von Gebäuden stärker berücksichtigt werden. Datenbasierte Analysen könnten dabei helfen, den steigenden Kühlbedarf möglichst effizient abzudecken und gleichzeitig den Energieverbrauch gering zu halten.

www.techem.com

So wurde der Hitzeatlas erstellt

  • Grundlage sind sogenannte Kühlgradtage (Cooling Degree Days, CDD) als Indikator für den Kühlbedarf von Gebäuden.
  • Ein Kühlgradtag wird erfasst, wenn die Tagesmitteltemperatur einen definierten Schwellenwert erreicht oder überschreitet.
  • Verwendet wurden Daten der EU-Plattform agri4cast, die mit einem Grenzwert von 24 Grad Celsius und einer Referenztemperatur von 21 Grad arbeitet.
  • Die monatlichen CDD-Werte wurden zu Jahreswerten zusammengefasst.
  • Die Analyse basiert auf den österreichischen NUTS3-Regionen der EU-Statistik.
  • Für den Vergleich der Bundesländer wurden flächengewichtete Mittelwerte berechnet.
  • Die aktuelle Hitzebelastung bezieht sich auf das Jahr 2025, die langfristige Entwicklung seit 1980 wurde über dreijährige Mittelwerte geglättet.

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So wurde der Hitzeatlas erstellt

  • Grundlage sind sogenannte Kühlgradtage (Cooling Degree Days, CDD) als Indikator für den Kühlbedarf von Gebäuden.
  • Ein Kühlgradtag wird erfasst, wenn die Tagesmitteltemperatur einen definierten Schwellenwert erreicht oder überschreitet.
  • Verwendet wurden Daten der EU-Plattform agri4cast, die mit einem Grenzwert von 24 Grad Celsius und einer Referenztemperatur von 21 Grad arbeitet.
  • Die monatlichen CDD-Werte wurden zu Jahreswerten zusammengefasst.
  • Die Analyse basiert auf den österreichischen NUTS3-Regionen der EU-Statistik.
  • Für den Vergleich der Bundesländer wurden flächengewichtete Mittelwerte berechnet.
  • Die aktuelle Hitzebelastung bezieht sich auf das Jahr 2025, die langfristige Entwicklung seit 1980 wurde über dreijährige Mittelwerte geglättet.

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