Hohe Kosten zwingen zum Verzicht
Für viele Österreicher wird das Auto immer mehr zum Luxus

| Tobias Seifried 
| 01.07.2026

Hohe Spritpreise und Fahrzeugkosten setzen Österreichs Autofahrer:innen zunehmend unter Druck. Viele schränken deshalb ihre Mobilität ein, verschieben den Autokauf oder sparen bei Wartung und Reparaturen.

Steigende Treibstoffpreise, hohe Fahrzeugkosten und die Diskussion über die Zukunft des Verbrennungsmotors prägen die Debatte rund um die individuelle Mobilität. Wie eine aktuelle Studie der Aramis Group und des Marktforschungsinstituts OpinionWay zeigt, bleibt das Auto für viele Österreicher:innen zwar unverzichtbar, wird aber zunehmend zur finanziellen Belastung. Für die Erhebung wurden mehr als 7.000 Autofahrer:innen in sieben europäischen Ländern befragt, darunter 1.014 Personen in Österreich.

Auto bleibt unverzichtbar

Laut Studie sehen 81 Prozent der Österreicher:innen den eigenen Pkw mittlerweile als Luxus. Gleichzeitig geben 90 Prozent an, ohne Auto nicht so mobil zu sein, wie sie es sich wünschen.

96 Prozent empfinden Mobilität demnach insgesamt als zunehmend teuer. Zudem rechnen 92 Prozent der Befragten damit, dass internationale Spannungen die Treibstoffpreise dauerhaft beeinflussen werden. Entsprechend hoch sei die Zustimmung zu staatlichen Maßnahmen: 91 Prozent sprechen sich für einen Preisdeckel bei Kraftstoffen aus, 85 Prozent befürworten eine befristete Senkung der Mineralölsteuer.

Hohe Kosten führen zu Verzicht

Mit durchschnittlich 443 Euro pro Monat wenden die Österreicher:innen laut Studie den höchsten Betrag aller sieben untersuchten Länder für die Finanzierung eines Neuwagens auf. Zum Vergleich: In Deutschland sind es 387 Euro, in Frankreich 283 Euro.

Die hohen Kosten wirken sich demnach zunehmend auf das Mobilitätsverhalten aus. 62 Prozent der Befragten haben nicht notwendige Fahrten reduziert, 39 Prozent den Fahrzeugwechsel verschoben und 28 Prozent nicht dringende Wartungen oder Reparaturen aufgeschoben.

Besonders betroffen seien jüngere Österreicher:innen. Während 70 Prozent der 18- bis 24-Jährigen das Auto als größten Ausgabenposten im Budget bezeichnen, treffe dies bei den über 65-Jährigen lediglich auf 30 Prozent zu.

Zurückhaltung bei alternativen Antrieben

Beim nächsten Fahrzeug würden laut Studie 50 Prozent der Österreicher:innen einen Elektro- oder Hybridantrieb in Betracht ziehen. Das sei der niedrigste Wert aller sieben untersuchten Länder.

58 Prozent bewerten es zudem positiv, dass das geplante Verkaufsverbot neuer Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor ab 2035 nicht umgesetzt wird. Die Ergebnisse deuteten laut Studie weniger auf eine grundsätzliche Ablehnung der Elektrifizierung als vielmehr auf Vorbehalte gegenüber einem Wandel hin, der als schwer finanzierbar oder schwer planbar empfunden werde.

Einordnung

Martin Oraze, Head of Sales der Onlinecars Vertriebs GmbH, sagt: "Österreich zeigt ein klares Bild: Hohe Verbundenheit mit dem Verbrenner und überdurchschnittliche Kaufkraft treffen auf hohen Kostendruck und Skepsis im Hinblick auf die Zukunft." Die Kund:innen würden sich vor allem Verlässlichkeit, Transparenz und faire Preise wünschen.

www.onlinecars.at

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