Mit den steigenden Temperaturen nehme auch die Nachfrage im Wiener Bau- und Heimwerkerhandel deutlich zu. In rund 250 spezialisierten Fachgeschäften sowie 25 Baumarkt-Standorten steige die Kundenfrequenz spürbar – für den Wiener Bau- und Heimwerkerhandel beginne mit den Sommermonaten die umsatzstärkste Zeit des Jahres, erklärt Klaus Schmidtschläger, Obmann des Gremiums des Baustoff-, Eisen- und Holzhandels in der Wirtschaftskammer Wien.
Besonders gefragt seien derzeit saisonale Produkte rund um Technik und Sommervorbereitung. Dazu würden insbesondere Farben und Holzschutzmittel, Sonnenschutzsysteme, Gartengeräte, Bewässerungslösungen sowie Ausstattung für Balkon, Terrasse und Gartenbegrünung zählen.
Nachfrage bleibt trotz Teuerung stabil
Ob Renovierungen im Wohnbereich, die Gestaltung von Außenflächen oder Gartenprojekte, die Nachfrage nach Bau- und Heimwerkerbedarf bleibe hoch. Trotz gestiegener Lebenshaltungskosten würden laut den Experten viele Haushalte weiterhin in ihr Wohnumfeld investieren.
Kaufentscheidungen werden dabei jedoch bewusster und stärker projektbezogen getroffen als in der Vergangenheit. Ein zentrales Kriterium bleibe der unmittelbare Nutzen im Alltag.
"Die Menschen überlegen derzeit genau, wofür sie ihr Geld ausgeben. Die Bereitschaft, das eigene Zuhause zu verschönern, bleibt trotz der gestiegenen Lebenskosten hoch. Investiert wird vor allem dort, wo der Nutzen täglich spürbar ist", so Schmidtschläger.
Trend zu kleineren und schrittweisen Projekten
Anstelle großer, kostenintensiver Umbauten würden zunehmend Maßnahmen im Vordergrund stehen, mit denen Wohn- und Außenbereiche gezielt verbessert, modernisiert oder funktionaler gestaltet werden.
Der Do-it-yourself-Bereich bleibe dabei ein zentraler Faktor. Ein wesentlicher Beweggrund sei die Kostenersparnis, ergänzt durch den persönlichen Nutzen beim Selbermachen.
"Der finanzielle Aspekt spielt beim Do-it-yourself-Trend eine wesentliche Rolle, doch viele Menschen schätzen auch die Freude daran, in ihrer Freizeit eigene handwerkliche Projekte umzusetzen. Oft werden Vorhaben über einen längeren Zeitraum hinweg in mehreren Etappen umgesetzt. So bleibt die finanzielle Belastung überschaubar und Projekte können flexibel an die eigenen Möglichkeiten angepasst werden", so der Obmann.
Wirtschaftliche Bedeutung der DIY-Branche
Die Do-it-yourself-Branche gilt als bedeutender Wirtschaftsfaktor. Laut Daten von Statista Market Insights liegen die durchschnittlichen Pro-Kopf-Ausgaben im österreichischen Heimwerker- und Baumarktsegment bei rund 844 Euro pro Jahr.
Für das laufende Jahr werde mit stabilen Umsätzen gerechnet. Besonders gefragt würden Farben und Malerzubehör, Gartenausstattung, Holz, Gartenmöbel sowie Werkzeuge bleiben.
Zu den umsatzstärksten Sortimenten zählen Bauchemie und Baumaterialien, Gartenausstattung sowie Sanitär- und Heizungszubehör.
Services gewinnen an Bedeutung
Neben dem klassischen Sortiment sollen zusätzliche Serviceangebote zunehmend an Relevanz gewinnen. Dazu würden unter anderem Geräteleihservices, Zuschnittangebote sowie Unterstützung bei Transport und Montage zählen.
Vor allem bei selten genutzten Spezialgeräten greifen viele Kund:innen verstärkt auf Mietlösungen zurück, statt diese selbst anzuschaffen.
Kombination aus Online-Information und Fachberatung
Die Projektplanung beginne für viele Kund:innen zunehmend online. Produkte werden verglichen, Ideen gesammelt und Anleitungen recherchiert.
Für die konkrete Umsetzung bleibe jedoch die persönliche Beratung im Fachhandel entscheidend.
"Das Internet liefert Inspiration und Informationen. Wenn es um die konkrete Umsetzung geht, setzen viele Kund:innen aber weiterhin auf die Erfahrung des Fachhandels. Gerade bei größeren Projekten sind persönliche Beratung und individuelle Lösungen gefragt. Genau diese Kombination aus Eigenleistung, Beratung und Service prägt den Heimwerkerhandel heute stärker denn je", sagt Schmidtschläger abschließend.
www.wko.at/wien
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