Schwerpunkt Brot & Gebäck
Warme Semmeln gehen weiter weg

| Johannes Lau 
| 10.06.2026

Der Mensch lebt nicht nur vom Brot allein, aber auch ungern ohne: Dementsprechend fällt die Krise in der Backwarenbranche noch nicht so sehr ins Gewicht wie anderswo.  KEYaccount hat bei Backaldrin und Anker nachgefragt. 

Die Wirtschaftslage bleibt weiter angespannt – da muss manch eine:r schon früher aufstehen, um sein täglich Brot zu verdienen. Bäcker:innen sind das seit eh und je gewohnt. Und der Fleiß zahlt sich aus, wie man etwa bei der Branchengröße Backaldrin hört: "Wir sind mit dem Jahr 2025 durchaus zufrieden und konnten erneut weltweites Wachstum verzeichnen", berichtet Eigentümer Peter Augendopler. 2026 stehe nun im Zeichen der Weichenstellung für die Zukunft: "Durch den Bau unseres neuen Logistikzentrums wollen wir nachhaltig für Erfolge sorgen und zudem die Region wirtschaftlich stärken. Zudem treiben wir den Modernisierungsgrad der Versorgung unserer Kundinnen und Kunden damit entscheidend voran." Denn die insgesamt hohe Nachfrage bleibe bestehen, auch wenn sie sich innerhalb des Sortiments immer wieder verschiebe: "Brot und Backwaren sind Grundnahrungsmittel. Durch ihre Vielfältigkeit sind sie fest im Alltag integriert: ob zu Hause beim Frühstück, als Snack für unterwegs oder als Abendbrot. Und unser Produktportfolio umfasst über 800 Produkte. Dementsprechend können wir auf Änderungen in puncto Nachfrage jederzeit reagieren."

Brote mit Mehrwert

Das hat sich vor allem in aktuell turbulenten Zeiten bewährt: "Aufgrund der Tatsache, dass wir seit jeher auf langfristige und vertrauensvolle Partnerschaften setzen, sind wir bei etwaigen Krisen meist verschont geblieben." Garant bleibt dabei vor allem der Klassiker: Seit mehr als 40 Jahren hat Backaldrin den Original-Kornspitz im Sortiment. Ein starker Trend wiederum sei die bewusstere Ernährung vieler Kund:innen: "Der Wunsch nach bewusster Ernährung wächst – und wir nehmen diesen Trend ernst." Backaldrin bedient dieses Konsumverhalten schon länger mit sogenannten Broten mit Mehrwert, welche reich an Inhaltsstoffen sein sollen. Hinzu kam nun die aktuelle Neuheit, ein Brot namens Mia Balance, das gut in den Markt gestartet sei. "Mia Balance wurde für Menschen entwickelt, die im Alltag auf Vielfalt achten." Ausgewählte Getreide und Saaten werden hier mit Vitaminen und Mineralstoffen wie Calcium, Magnesium, Eisen, Vitamin D3 und Folsäure angereichert. 

Aber auch anderweitig versucht man, den Wunsch von gesünderen Produkten zu erfüllen: "Unser Sortiment bietet bereits heute Lösungen für glutenfreie Ernährung, proteinreiche und ballaststoffreiche Brote sowie vegane Produktalternativen." Backaldrin scheint also gut aufgestellt, aber gänzlich unberührt bleibt man von der unruhigen Gemengelage natürlich auch in Asten nicht: Themen wie Personal und Know-how beschäftigen diese Branche wie überall bereits seit einigen Jahren. "Wir unterstützen unsere Kundinnen und Kunden dahingehend, präsentieren ihnen Produkte, die ihre Arbeit nachweislich erleichtert. Weitere wichtige Elemente sind der Service und das Know-how, welches wir ihnen anbieten und womit wir ihren Betrieben langfristig als loyaler Partner zur Seite stehen."

Weckerl statt Snacks

In Wien ist man derzeit ebenfalls zufrieden: "2026 sind wir gut gestartet mit einem breiten Fächer an Innovationen für alle Vertriebskanäle", vermeldet Tina Schrettner, Geschäftsführerin für Marketing und Filialvertrieb bei Ankerbrot. 60 Prozent des Geschäfts entfalle auf den Filialbereich sowie den Cateringvertrieb für die Westbahn, 40 Prozent werden in der direkten Gastronomie sowie im Lebensmitteleinzel- und -großhandel erwirtschaftet. Hier hat man zuletzt mit neuen Schnittbrotsorten und einem Packungsrelaunch für diese gesamte Kategorie aufgezeigt. "Das überarbeitete Design sorgt dafür, dass die Produkte im Regal deutlich besser sichtbar und noch ansprechender für die Konsument:innen sind.

Ein zentraler Bestandteil ist zudem die klare Herkunftskennzeichnung." Regionalität spiele eine immer wichtigere Rolle und daher kommuniziere man deutlich, dass alle Brote aus Österreich stammen. Auch im Filialbereich betont man die regionale Komponente: "Was Anker ebenfalls auszeichnet, ist unser Angebot an gefüllten Weckerln. Sie heißen bei uns aber nicht Snacks, sondern eben gefüllte Weckerl. Anker steht für Nähe und Regionalität. Bei den Zutaten, aber auch dafür, dass wir fast in jedem Wiener Grätzl präsent sind." Das führe insgesamt zu einer gewissen Stabilität in Krisenzeiten: "Logistik- beziehungsweise Transportkosten sind natürlich immer – und in der jetzigen geopolitischen Lage besonders – ein Thema. Unser Fokus auf Regionalität ist einerseits für uns ein wichtiger Qualitätsaspekt, andererseits aber auch sehr wesentlich, um die Transportwege so kurz und emissionsreduziert wie möglich zu gestalten." Mit Ankerbrot verbinde man somit Wien und Tradition. "Wir stehen aber auch für Innovation. So wie sich die Vielfalt in der Bevölkerung immer selbstverständlicher darstellt, werden aber auch die Bedürfnisse immer individueller." Es gebe stetig mehr spezielle Ernährungsformen wie vegane, proteinreiche oder eine Frei-von-Ernährung. 

"Es wird auch zunehmend mehr außer Haus gegessen. Für uns bedeutet das, dass sich unser Filialgeschäft immer mehr in Richtung einer On-the-Go-Versorgung bewegt", so Schrettner weiter. Etwas über die Hälfte der Österreicher:innen esse flexibel mehrere kleine Mahlzeiten am Tag, teilweise unterwegs. "Der Coffee To-Go gehört mittlerweile schon zum Alltag. Hier bieten wir die verschiedensten Varianten an. Und bei neu gelaunchten Produkten achten wir darauf, dass sie handlich sind. Man sollte sie ohne Besteck und Teller einfach mit der Hand essen können." Der hohe Konsum soll schließlich anhalten. 

www.backaldrin.com

www.ankerbrot.at

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