Anlässlich des Internationalen Weltfrauentags feierte die neue kulturpolitische Initiative "Rise! Women's Voice for Change" unter dem Ehrenschutz von Österreichs First Lady Doris Schmidauer ihre Premiere in der Wiener Staatsoper und setzte damit ein Zeichen gegen die Unsichtbarmachung von Frauenleistungen in der Gesellschaft (LEADERSNET berichtete).
Insgesamt erhoben 2.000 Frauen gemeinsam ihre Stimme und schufen so ein einzigartiges Gesamtkunstwerk als Ausdruck für Selbstwirksamkeit sowie Solidarität. Zusammen erzielten sie einen Reinerlös von 70.000 Euro, der betroffenen Frauen in Notsituationen im Rahmen von drei Projekten der Caritas der Erzdiözese Wien zugutekommt – ganz im Sinne des Leitgedanken von Rise!: #miteinanderfüreinander.
Female Empowerment
Hinter dem Projekt steht ein beeindruckendes Netzwerk: Initiiert vom Verein Madita und produziert vom Think Tank Voices, vereinte das Vorhaben über 40 Frauen aus den unterschiedlichsten Disziplinen. Von Musik und Regie über Journalismus bis zum Projektmanagement arbeiteten Musikerinnen, Künstlerinnen und zahlreiche Volunteers Hand in Hand.
"Armut hat in Österreich viele Gesichter, viel zu oft ist es ein weibliches Gesicht. Das sehen wir in Armutszahlen der Statistik Austria genauso wie in unseren Beratungsstellen und Caritas Häusern. 121.000 Frauen sind in Österreich massiv von Armut betroffen – insbesondere Alleinerzieherinnen und Mindestpensionistinnen", so Caritasdirektor Klaus Schwertner. "Sie können sich oft nicht einmal mehr Grundlegendes leisten. Als Caritas beraten und unterstützen wir Frauen und Mädchen in Not mit einem breiten Hilfsangebot – etwa in den Sozialberatungsstellen, in unseren Mutter-Kind-Häusern und im peppa* Mädchenzentrum. Dank Rise! können wir nun noch mehr dringend benötigte Hilfe möglich machen. Das ist vor allem für die betroffenen Frauen in unseren Einrichtungen eine wirklich gute Nachricht. Vielen herzlichen Dank an Madita, Voices und alle Frauen, die mit ihrem Engagement dazu beigetragen haben."
Einander bestärken
Für Doris Schmidauer, die als Schirmherrin und Unterstützerin der ersten Stunde fungiert, steht fest: Jede Frau hat die Kraft, etwas zu verändern. Die First Lady unterstreicht, dass durch Zusammenarbeit und gegenseitige Hilfe echte Fortschritte bei der Geschlechtergerechtigkeit möglich seien. Die Veranstaltung habe laut Schmidauer gezeigt, wie viel bewegt werden kann, wenn Frauen füreinander einstehen und ihre individuellen Wirkungsbereiche bündeln.
Das Projekt rückte somit die kollektive Kraft von Frauen in den Mittelpunkt. Für die Botschafterin und Nahost-Expertin Natalie Amiri ist dies auch ein Auftrag an die Gesellschaft. Unter dem Eindruck der Frauenrechtsbewegungen im Iran erklärte sie, dass man über die eigenen vermeintlichen Grenzen hinauswachsen könne. Da die demokratischen Strukturen in Europa Schutz böten, forderte sie dazu auf, dieses Potenzial voll auszuschöpfen und lautstark für Rechte einzustehen. Es sei eine Form von globaler Solidarität, die Freiheit hier aktiv zu leben, da dies jenen Frauen gegenüber geboten sei, die diese Rechte nicht besitzen.
Von der Idee zur Umsetzung
Angesichts einer zunehmend polarisierten Gesellschaft und der Vereinzelung in digitalen Räumen suchte das Team von Voices bereits im Herbst 2025 nach verbindenden Elementen. Die Produzentinnen Christina Kaiser und Christine Klimaschka stellten sich die Frage, ob Kunst die Kraft besitze, Menschen in ihrem Kern zu vereinen. Mit dem Projekt am 8. März 2026 lieferten sie ein deutliches "Ja" als Antwort. Die Inszenierung habe das enorme Potenzial kultureller Erlebnisse aufgezeigt, Menschen über Grenzen hinweg zusammenzubringen.
Laut Kaiser und Klimaschka war das Projekt ein "gelebter Beweis für Selbstwirksamkeit". Es basiere auf der Grundhaltung, aktiv etwas für andere und für die Gemeinschaft der Frauen zu tun. Was ursprünglich als Idee begann, Frauen am Weltfrauentag gemeinsam singen zu lassen, habe sich zu einer zukunftsweisenden kulturpolitischen Initiative für Freiheit und Gleichberechtigung entwickelt. Dabei sei die Wiener Staatsoper zu einem Symbol für einen offenen Raum geworden, in dem neue Perspektiven Gehör fanden. Die Produzentinnen zeigten sich zudem tief erfüllt darüber, dass bereits nach der Premiere eine beträchtliche Summe an die Fraueninitiativen der Caritas Wien übergeben werden könne. Dies sei nur durch die Großzügigkeit der Partner sowie jede einzelne Ticketkäuferin möglich geworden.
Gina Eitelbös und Yvonne Poul vom Verein Madita ergänzten: "Wir haben 2023 den Circle of Joy mit Rachelle Jeanty initiiert und gemeinsam mit Voices in das neue Format Rise! integriert und nun 2026 in der Wiener Staatsoper erstmals umgesetzt. Denn wir möchten mehr #miteinanderfüreinander in die Welt bringen und ein Zeichen für weibliche Solidarität setzen, um gemeinsam die Stimme für jene Frauen zu erheben, die keine mehr haben. Ganz im Sinne von: Du stehst für dich auf, für die Frau neben dir und für die Frau, für die niemand mehr aufsteht."
Unterstützer:innen des Projekts
Unterstützt wurde das Projekt von zahlreichen engagierten Persönlichkeiten aus Kunst, Medien, Wirtschaft und Gesellschaft. Sie alle eint ein gemeinsames Anliegen: die Sichtbarkeit von Frauen in der österreichischen Öffentlichkeit zu stärken: Doris Schmidauer, Lilian Klebow, Teresa Vogl, Christina Stürmer, Lidia Baich, Mariko Hara, Anika Vavic, Ilia Staple, Daniela Flickentanz, Gioia Osthoff, Vazista, Natalie Amiri, Rebecca Horner, Anna Netrebko, Ina Regen, Gertraud Auinger-Oberzaucher, Sabine Pfeffer, Alexandra Winkler, Billi Thanner, Sigrid Krassnig, Parvin Razavi, Astrid Kahl, Isa Keusch, Liane Seitz, Melanie Zingl, Tanja Kanduth, Katya Lubchyik, Bettina Leidl, Rosaura Cauchi, Claudia Schneider und Birgit Vikas, Alexandra Graski-Hofmann, Mag.a Silvia Angelo, Angelika Rosam, Caroline Hilger, Kerstin Wagner, Michel Mayer, Victoria Coeln, Uschi Fellner, Daniela Schimke, Nicole Adler, Kitty Reichmann Shalom, Ethel Merhaut, Anna Tilniak, Lidija Kondratenko, Isabelle Flandorfer, Anna Trubrig, Sissy Vogler, Shandiz Ahi, Sermin Kaya, Christa Vadoudi, Iycil de Felice, Danielle Spera, Cindy Podlucky, Ida Essl, Katharina Cibulka, Soli Kiani, Johanna Lakner, Michela Ghisetti, Barbara Moura, Alina Sokolova, Elham Hadian, Laura Rabensteiner, Karin Garzarolli, Katharina Gessl, Lisa Zuckerstätter, Silvia Gattin, Masha Zolotova, Marysya Gorobets und Anastasia Stoyanidis.
Zudem waren Uniqa, Verbund, Raiffeisen Bank International und Raiffeisen Niederösterreich-Wien als Hauptsponsoren beteiligt. René Knapp und Sabine Pfeffer, Mitglieder des Vorstands bei Uniqa Insurance Group AG, unterstreichen, dass die Partnerschaft mit Rise! ein Zeichen für gelebte Diversität und Haltung bei Uniqa ist. Sie würdigen besonders das starke Fundraising-Ergebnis für die Caritas Wien und die nachhaltige Wirkung der Initiative. Und Verbund CEO Michael Strugl unterstreicht das Engagement von Verbund für die Stärkung von Frauen. Rise! lobt er als vorbildliche Initiative, die künstlerische Innovation nutzt, um gesellschaftliche Verantwortung und sozialen Zusammenhalt sichtbar zu machen. Clemens-Wolfgang Niedrist, Generalsekretär von Raiffeisen NÖ-Wien, unterstreicht wiederum die Unterstützung für das Projekt Rise! als Ausdruck genossenschaftlicher Werte wie Solidarität und Freiheit. Er betont, dass die Verbindung von kulturellem Engagement und konkreter Hilfe für Frauen in Not in Zeiten gesellschaftlicher Polarisierung besonders wertvoll ist.
Darüber hinaus konnten mittels einer Rise! Sonderedition Erdbeermarmelade des Familienunternehmens Staud's weitere 500 Euro direkt an das Mädchenzentrum *Peppa der Caritas Wien übergeben werden. "Wir von Staud's Wien unterstützen Rise! mit ganz viel Genuss. Weil wir immer schon für ein respektvolles Miteinander und Füreinander stehen. Projekte, die den Zusammenhalt sicht- und spürbar machen, liegen uns besonders am Herzen. Wir erheben weiterhin unsere Stimme für Solidarität, Gleichberechtigung und Freiheit", so Sigrid Krassnig, Geschäftsführerin Staud's Holding.
www.madita.org
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