Lieferengpässe wegen Hormus-Sperre
OMV hat jetzt Österreichs Notstandsreserve "angezapft"

Laut Wirtschaftsministerium hat der Energiekonzern zur Stabilisierung der Märkte eine erste Tranche aus der staatlichen Pflichtnotstandsreserve erworben. Diese darf ausschließlich zur Versorgung innerhalb Österreichs verwendet werden.

Angesichts internationaler Verwerfungen an den Energiemärkten beteiligt sich Österreich an einer "Collective Action" der Internationalen Energieagentur (IEA). In diesem Zusammenhang teilte das Wirtschaftsministerium am Montag mit, dass die OMV in einem ersten Schritt 56.000 Tonnen Rohöl aus der nationalen Pflichtnotstandsreserve (PNR) erworben hat. Diese Menge entspricht demnach etwa zwei Prozent der gesamten Vorräte, die gesetzlich für einen Zeitraum von 90 Tagen gesichert sind.

Die Entscheidung zur Freigabe der Reserven fiel am 11. März 2026 im Verbund mit weiteren Mitgliedstaaten. Hintergrund ist die Sperre der Meerenge von Hormus, die das globale Rohölangebot verknappt. Durch die koordinierte Bereitstellung zusätzlicher Mengen soll eine Beruhigung der Märkte erzielt werden. Laut Wirtschaftsministerium sei Österreich zwar aktuell gut versorgt, jedoch nicht vom Weltmarkt abgekoppelt. Die Teilnahme an der IEA-Maßnahme diene als Vorsorge für den Fall, dass die Krise andauere und ab Mai zu einem Rückgang des Angebots bei Diesel und Kerosin in Europa führe.

Verwendung nur innerhalb Österreichs

Der Erwerb der Rohölmengen erfolge zu marktüblichen Konditionen. Die aktuelle Verordnung sieht vor, dass insgesamt bis zu 325.000 Tonnen Rohöl freigegeben werden können. Für die nun bezogenen 56.000 Tonnen gelten strenge Auflagen: Das Rohöl muss in einer heimischen Raffinerie verarbeitet und ausschließlich zur Versorgung innerhalb Österreichs verwendet werden. In der Vorwoche geriet die OMV in die Kritik, weil sie die Margenbegrenzung von fünf Cent pro Liter der sogenannten Spritpreisbremse beim Diesel nicht zur Gänze an die Konsument:innen weitergibt (LEADERSNET berichtete).

Michael Niklas, Geschäftsführer der Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H. (ELG), bestätigte den operativen Start der Maßnahme: "Seit heute werden 56.000 Tonnen Rohöl aus den österreichischen Notstandsreserven in die Raffinerie Schwechat gepumpt." Er verwies darauf, dass es sich um eine koordinierte Reaktion auf die aktuelle Verknappung handle, um der Marktlage entgegenzuwirken. Die ELG sei auf derartige Auslagerungen vorbereitet und auch für künftige Krisenszenarien gerüstet.

Beitrag zur Marktstabilisierung

Aus dem Ministerium verlautete zudem, dass die "Collective Action" der IEA ein wesentlicher Beitrag zur Stabilisierung jenes Marktes sei, von dem Österreich abhänge. Die Maßnahme wird von der ELG umgesetzt, die als zentrale Bevorratungsstelle im Eigentum von OMV, BP, Shell und Eni steht. Ein Bezug aus der Reserve ist für Marktteilnehmer:innen nur nach einer offiziellen Freigabe durch die Republik per Verordnung möglich, wobei die Zustimmung des Hauptausschusses des Nationalrats sowie die Anhörung des Energielenkungsbeirats zwingend erforderlich sind.

www.bmwet.gv.at

www.omv.at

www.elg.at/de

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