Nach dem Baubeschluss Ende März 2025 erfolgte am 23. Juni 2025 der offizielle Spatenstich für den Neubau des Laufwasserkraftwerks Traunfall (LEADERSNET berichtete). Das Projekt wird unter anderem mit einem 80-Millionen-Euro-Kredit der Europäischen Investitionsbank (EIB) unterstützt (LEADERSNET berichtete). Der Neubau ersetzt das bestehende Kraftwerk sowie die Anlagen Gschröff und Siebenbrunn, die das Ende ihrer Lebensdauer erreicht haben. Gebaut werden soll drei Jahre, der Probebetrieb ist für 2028 geplant.
Auftakt für Tunnelbauarbeiten in Roitham
Mit einer offiziellen Tunnelanschlagfeier hat die Energie AG am Donnerstag (22. Jänner 2026) die Tunnelbauarbeiten für das Laufwasserkraftwerk Traunfall in Roitham gestartet. Laut Energie AG ist dieser Schritt Teil des Kurses in Richtung Klimaneutralität und nachhaltige Energiezukunft. Im Rahmen der offiziellen Tunnelanschlagfeier fand zudem die traditionelle Segnung der Heiligen Barbara durch Pfarrer Franz Starlinger statt. Als Schutzpatronin der Bergleute gilt sie seit jeher als Symbol für Sicherheit und soll insbesondere beim Tunnel- und Stollenbau einen unfallfreien Verlauf gewährleisten. Musikalisch umrahmt wurde die Tunnelanschlagfeier von einer Abordnung des Musikvereins Roitham am Traunfall.
Politik, Gemeinden und Baupartner vor Ort
Beim Termin waren unter anderem der OÖ-Landeshauptmann Thomas Stelzer, Tunnelpatin Michaela Langer-Weninger sowie Vertreter:innen der umliegenden Gemeinden anwesend, darunter Bürgermeister Thomas Avbelj (Roitham am Traunfall), Bürgermeister Michael Hochleitner (Desselbrunn), Bürgermeister Fritz Feichtinger (Laakirchen) und Bürgermeisterin Inés Mirlacher (Ohlsdorf). Auch die ausführenden Baufirmen Felbermayr und Swietelsky nahmen teil. Gemeinsam wurde der erste wesentliche Meilenstein für das neue Laufwasserkraftwerk an der Traun begangen, das als drittgrößtes Laufkraftwerk der Energie AG bezeichnet wird.
Symbolische Sprengung durch Tunnelpatin
Die symbolische Sprengung am Tunnelportal erfolgte durch Tunnelpatin Michaela Langer-Weninger. "Was im Jahr 1888 begann und seit Generationen zuverlässig für Energie gesorgt hat, wird nun auf einem neuen Weg in die Zukunft geführt. Mein größter Respekt gilt der gesamten Projektmannschaft, die mit Kompetenz, Engagement und Verantwortung dieses anspruchsvolle Bauvorhaben umsetzt. Allen Beteiligten wünsche ich einen reibungslosen und vor allem unfallfreien Verlauf der Bauarbeiten. Ich freue mich sehr, den weiteren Weg dieses besonderen Projekts begleiten zu dürfen", sagte Langer-Weninger.
Fokus auf Versorgungssicherheit und Klimaschutz
Landeshauptmann Thomas Stelzer betonte die Bedeutung des Projekts für eine stabile Energieversorgung in Oberösterreich: "Mit dem Neubau des Laufwasserkraftwerks Traunfall setzen wir ein starkes Zeichen für eine sichere und nachhaltige Energieversorgung in Oberösterreich. Seit 1888 wird hier Wasserkraft genutzt – nun führen wir diese Tradition mit modernster Technik in die Zukunft. Mit 125 Gigawattstunden sauberem Strom pro Jahr können künftig rund 35.000 Haushalte versorgt werden – ein wichtiger Beitrag für Versorgungssicherheit und Klimaschutz. Ebenso wichtig ist, dass dieses Projekt mit großem Respekt vor der Natur umgesetzt wird. Dieses Kraftwerk verbindet die Leistung vergangener Generationen mit der Verantwortung für die kommenden", sagte der Landeshauptmann.
Energie AG sieht entscheidenden Bauabschnitt
Auch Energie AG-CEO Leonhard Schitter hob den Fortschritt hervor. "Mit dem heutigen Tunnelanschlag beginnt für uns ein entscheidender Abschnitt im Bau des neuen Laufwasserkraftwerks Traunfall. Wir setzen damit einen weiteren wichtigen Schritt für die erneuerbare Energiezukunft und stärken die Versorgungssicherheit für Generationen", unterstreicht Schitter (Hier geht's zum LEADERSNET-Interview).
Neue Anlage ersetzt mehrere bestehende Kraftwerke
Der Neubau soll die bestehenden Anlagen Gschröff, Siebenbrunn und das aktuelle Kraftwerk Traunfall ersetzen, da diese laut Energie AG das Ende ihrer Lebensdauer erreicht haben. Die Errichtung der bisherigen Anlagen reicht bis ins Jahr 1888 zurück.
Technik, Bauweise und ökologische Rahmenbedingungen
Energie AG-CTO Alexander Kirchner verwies abschließend auf die Kombination aus moderner Technologie und nachhaltiger Umsetzung: "Der Neubau des Kraftwerks Traunfall verbindet modernste Technik mit nachhaltiger Bauweise. Bereits in der Projektierung wurde den sensiblen ökologischen Rahmenbedingungen besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Der Traunfall bleibt in seiner natürlichen Schönheit unberührt. Nach dem Baustart im Juni letzten Jahres beginnt nun mit dem Tunnelanschlag ein weiterer wichtiger Schritt in der Umsetzung des Projekts", betont Kirchner.
www.energieag.at
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