Bittere Insolvenz
Haustechnik-Firma schlittert in Millionenpleite

| Tobias Seifried 
| 10.03.2024

Von der Insolvenz mit Passiva in Höhe von rund 5,5 Millionen Euro sind mehr als 150 Gläubiger:innen betroffen.

Wie der KSV1870 und der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) mitteilen, hat die Reiter Haustechnik GmbH & Co KG mit Sitz in Spielberg einen Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung beim Landesgericht Leoben eingebracht. Zu den Tätigkeitsbereichen des Unternehmens zählen die Installation und Wartung von Heizungsanlagen, Sanitäranlagen, Lüftungsanlagen, Photovoltaikanlagen sowie Haus- und Regeltechnik. Rund zwei Drittel des Umsatzes werden im B2B-Bereich generiert.

Die Verbindlichkeiten betragen laut dem vorgelegten Vermögensstatus rund 5,5 Millionen Euro (zu Buchwerten), wovon rund 1,28 Millionen Euro auf Bankverbindlichkeiten entfallen, Lieferant:innen schuldet man den eigenen Angaben zufolge rund 1,7 Millionen und rund 1,2 Millionen resultieren demnach aus einer bestehenden Garantieversicherung. Die Aktiva setzt Reiter Haustechnik zu Liquidationswerten mit rund 1,04 Millionen Euro an, wobei der wesentliche Aktivposten Forderungen aus Lieferungen und Leistung seien, welche jedoch infolge einer Zession an ein Kreditinstitut weitgehend abgetreten sein dürften. Die freien Aktiva werden mit lediglich rund 368.000 Euro beziffert, heißt es vom AKV. Laut dem KSV1870 sind von der Pleite 25 Dienstnehmer:innen und rund 154 Gläubiger:innen betroffen.

Gründe für die Pleite

Als Insolvenzursachen werden u.a. eine schlechte Zahlungsmoral, ungerechtfertigte Mängeleinreden, Schwierigkeiten bei der Bankenfinanzierung sowie die Änderung des Marktumfeldes angegeben. Letztere sei der schlechten Konjunktur geschuldet, weshalb es auch zu einer rückgängigen Auftragslage sowie dem Stopp und der Verschiebung von Projekten gekommen sei. Dies habe zu Planungsunsicherheiten und entsprechenden Umsatzrückgängen geführt. Zudem hatte die Haustechnikfirma laut eigenen Angaben mit gestiegenen Materialkosten zu kämpfen.

Trotz der Probleme war Reiter Haustechnik bis zuletzt überzeugt, dass die ausstehenden Forderungen (wenn vielleicht nicht im gesamten Ausmaß, jedoch zumindest zeitnah) bezahlt werden. Wenn diese Zahlungen erfolgt wären, wären auch dritte Personen bereit gewesen, Eigenmittel einzubringen, zeigt man sich überzeugt. Zudem hätten in den letzten Wochen auch Bankengespräche stattgefunden. Die beharrliche Zahlungsverweigerung der Kunden hätte jedoch alle Bemühungen zunichte gemacht.

Sanierungsplan

Angestrebt wird der Abschluss eines Sanierungsplanes, bei dem das Unternehmen eine Sanierungsplanquote von 20 Prozent zahlbar innerhalb von zwei Jahren ab Annahme anbietet. Dabei handelt es sich um das gesetzliche Mindestangebot. Die Finanzierung soll insbesondere aus den Erlösen des Unternehmensfortbetriebs erfolgen. Nach erfolgter Sanierung sei dem AKV zufolge geplant, dass dritte Personen Anteile an der Gesellschaft gegen Leistung von Einlagen in die Gesellschaft übernehmen.

Der Insolvenzverwalter werde das Ansinnen der Reiter Haustechnik GmbH & CO KG zu prüfen haben, ohne dass ein weiterer Ausfall der Gläubiger:innen droht, betont der KSV1870.

www.ksv.at

www.akv.at

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