Vor Kurzem wurden die diesjährigen Wiener Frauenpreise durch Vizebürgermeisterin und Frauenstadträtin Katrin Gaál im Arkadenhof des Wiener Rathauses verliehen. Der heurige Wiener Frauenpreis in der Kategorie "Frauennetzwerke" ging dieses Jahr an das Frauennetzwerk Medien, vertreten durch die beiden Vorsitzenden Martina Madner und Alexandra Wachter. Der überparteiliche Verein für Journalistinnen und Medienfrauen wurde 1999 in Wien gegründet und zählt inzwischen mehr als 350 Mitglieder.
"Dieses Netzwerk gibt es, weil großartige Frauen vor uns entschieden haben, dass sie sich zusammentun und solidarisch sein wollen. Auf ihren Schultern dürfen wir heute stehen. Es geht um Stärkung und Unterstützung. Der gemeinsame Einsatz für Geschlechtergerechtigkeit bewegt etwas – für uns persönlich und auch gesellschaftlich", meint Alexandra Maritza Wachter, TV-Journalistin und Co-Vorsitzende des Frauennetzwerks Medien.
Netzwerk in Zeiten wie diesen wichtig
Die Pandemie, der Krieg in Europa sowie explodierende Energiepreise würden die Gründerinnen des Vereins in ihrer Überzeugung bestätigen, dass ein derartiges Netzwerk nun wichtiger denn je sei. Auch der Global Gender Gap Report des Weltwirtschaftsforums kam jüngst zu dem Ergebnis, dass es noch bis zu 132 Jahre dauern könnte, bis Frauen und Männer tatsächlich gleichgestellt sein würden. "Dabei ist es gerade jetzt wichtig, aufzuzeigen, dass bewährte, patriarchale Strukturen im neoliberalen Kapitalismus nur einem kleinen Teil der Gesellschaft – den gut situierten Männern – Chancen, Sicherheit und Rückhalt bieten", meint Martina Madner, Redakteurin bei der Wiener Zeitung, ebenfalls Co-Vorsitzende des Frauennetzwerks Medien.
"Gerade jetzt ist es wichtig, dass wir Journalistinnen aufzeigen, wie Frauen von all den Krisen speziell betroffen sind. Gerade jetzt ist es wichtig, dass die Lebensentwürfe von Frauen sich nicht an der Mainstream-Männerkarriere, sondern an neuen Wegen orientieren können und sollten", betont sie und meint weiters: "Gerade jetzt ist es wichtig, dass wir uns gegenseitig die Räuberinnenleiter machen, damit es uns Frauen, auch Journalistinnen, wieder gelingt, sicheren Tritt bei all den gesellschaftlichen Herausforderungen zu finden."
Das Frauennetzwerk Medien spendet einen Teil des Preisgeldes an das "Haus Miriam" der Caritas Wien, wo Frauen in akuten Notlagen nicht nur Wohnraum, sondern auch Hilfe zur Selbsthilfe erhalten.
www.frauennetzwerk.at
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