So gesund ist die österreichische Bevölkerung

Laut Gesundheitsstudie der Wiener Städtischen sind acht von zehn impfwilligen Österreicher:innen für eine jährliche COVID-Impfung.

Laut einer aktuellen Studie nimmt die Corona-Krise in Sachen Gesundheit hierzulande weiterhin einen zentralen Stellenwert ein. "Die Pandemie ist noch nicht vorbei und hat – neben Stress und anderen Alltagsbelastungen – immer noch einen ganz klaren Einfluss auf das körperliche sowie mentale Wohlbefinden der Österreicher:innen sowie auf deren Gesundheitsverhalten", fasst Doris Wendler, Vorstandsdirektorin der Wiener Städtischen, die Ergebnisse der repräsentativen Online-Umfrage unter 1.000 Österreicher:innen im Alter von 16 bis 70 durch das Gallup Institut im Auftrag der Wiener Städtischen zusammen. Doris Wendler präsentierte die Ergebnisse gemeinsam mit Gabriele Reithner, Senior Studienleiterin Gallup Institut. Laut ihnen zeige die Gesundheitsstudie 2022 schwarz auf weiß, wie gesund die österreichische Bevölkerung tatsächlich ist.

Long-COVID und Impfbereitschaft

53 Prozent der Österreicher:innen geben an, bereits am Coronavirus erkrankt gewesen zu sein, sieben Prozent davon mehrfach. Vier von zehn offiziell "Genesenen" berichten von anhaltenden, sogenannten Long-COVID-Symptomen. Im Vordergrund stehen dabei körperliche Erschöpfung und mentale Antriebslosigkeit. Die Mehrheit der Österreicher:innen ist laut eigenen Angaben bereits vollständig gegen das Coronavirus geimpft. In dieser Gruppe zeigen sich 60 Prozent bereit, sich bei Empfehlung des Nationalen Impfgremiums im Herbst ein weiteres Mal impfen zu lassen. Offen dafür seien vor allem Personen ab Mitte 50 und mit höherem Bildungsniveau. Für 80 Prozent jener, die eine positive Einstellung zu einer weiteren Impfung haben, ist auch eine jährliche Impfung gegen COVID-19 vorstellbar. Rund ein Sechstel der Österreicher zählt zu den sogenannten Impfskeptikern – sie sind aktuell nicht geimpft und laut eigenen Angaben auch in Zukunft nicht zu einer Impfung zu bewegen.

Kinder mental sehr gefordert

Der aktuelle Gesundheitszustand der Österreicher:innen ist laut Selbsteinschätzung auf einigermaßen gutem Niveau: Die Mehrheit bewertet mit 61 Prozent ihr körperliches Befinden und mit 62 Prozent ihren mentalen Zustand mit (sehr) gut. Im Jahresverlauf zeige sich bei den Befragten zwar überwiegend Stabilität, teilweise würden jedoch auch Veränderungen evident. Dabei sei der Anteil an Verschlechterungen im körperlichen Bereich tendenziell höher als im mentalen: In etwa jeder Dritte berichtet von einer Verschlechterung des eigenen körperlichen Gesundheitszustandes in den letzten zwölf Monaten, jeder Vierte nimmt eine Verschlechterung des mentalen Befindens wahr. Als Grund werden primär die Belastungssituation des Alltags sowie die Pandemie und deren Rahmenbedingungen genannt. Auch bei Kindern mache sich ein deutliches Ausmaß an mentaler Belastung bemerkbar: 43 Prozent der Befragten mit Kindern bis 18 Jahre im Haushalt sehen bei diesen eine (sehr) deutliche Belastung, insbesondere bei Kindern im Teenageralter. Wendler: „Gerade in der Altersgruppe 15 bis 18 Jahre gehen Körper und Psyche auf eine abwechslungsreiche Reise. Hinzu kommen andere Belastungen, etwa durch die Pandemie im vergangenen Jahr, die Jugendliche deutlich spüren."

Alternativmedizin auf Vormarsch

In Zusammenhang mit dem Gesundheitsbewusstsein zeige sich jedoch eine positive Entwicklung: Mehr als ein Drittel würden jetzt mehr auf die eigene Gesundheit achten als vor zwölf Monaten. Das Ernährungsverhalten habe mehr als ein Viertel (29 Prozent) optimiert, bei den sportlichen Ambitionen zeige sich eine polarisierende Situation: Fast ebenso viele haben ihre sportlichen Aktivitäten intensiviert (15 Prozent) bzw. treiben nun weniger Sport (18 Prozent). Generell spielt beim Gesundheitsverhalten laut der Umfrage der ganzheitliche Zugang für einen Großteil eine wichtige Rolle, die Alternativmedizin sei in Österreich gut etabliert: Knapp 70 Prozent nehmen sie als Teil der gesundheitlichen Versorgung wahr. Homöopathie, gefolgt von Bachblüten und Akupunktur würden am meisten genutzt. Dabei lasse sich ein deutlicher geschlechtsspezifischer Unterschied erkennen: Während 46 Prozent der Männer über keinerlei Erfahrungswerte mit alternativmedizinischen Behandlungen verfüge, seien es bei Frauen lediglich 28 Prozent. Generell gehe der Trend aber nach oben: Mehr als ein Viertel (27 Prozent) bekunden nun ein höheres Interesse als vor zwölf Monaten – vor allem bei Frauen und Personen bis Mitte 30 sei dieser Zuwachs festzustellen.

Private Vorsorge für Jüngere ein großes Thema

Auch wenn alternativmedizinische Behandlungen bislang kaum vom öffentlichen Gesundheitssystem übernommen werden, attestieren die Österreicher:innen diesem ein durchaus positives Zeugnis: 56 Prozent zeigen sich damit (sehr) zufrieden. Grund dafür seien primär die gegebene Grundversorgung, ein breites Spektrum an abgedeckten, schulmedizinischen Leistungen sowie ein hohes qualitatives Niveau der Ärzteschaft und Kliniken. Dennoch: „Viele wünschen sich mehr, als die gesetzliche Krankenversicherung bieten kann – und da kommen wir als einer der führenden Gesundheitsversicherer Österreichs ins Spiel", so Wendler.

Die Wiener Städtische zählt rund 650.000 Kund:innen im Gesundheitsbereich. Insgesamt hat landesweit bereits jeder Dritte eine private Gesundheitsvorsorge. Das Interesse an einem Neuabschluss ist in den letzten zwölf Monaten bei rund einem Drittel gestiegen, in der Altersgruppe bis 35 Jahre sind es sogar 37 Prozent.

LEADERSNET war bei der Studienpräsentation dabei. Eindrücke finden Sie in der Galerie.

www.wienerstaedtische.at

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