Milchbauern wollen 100 Prozent der NÖM

Positive Stimmung bei der diesjährigen Generalversammlung der Milchgenossenschaft NÖ.

Durchaus positiv aber nicht überschwänglich zeigte sich die Stimmung der Milchbäuerinnen und –bauern bei der diesjährigen Generalversammlung der Milchgenossenschaft NÖ (MGN). Obmann Johann Krendl berichtete über das abgelaufene Geschäftsjahr: „Es war kein leichtes Jahr. Während das erste Halbjahr in ganz Europa und auch global von einer großen Mengenentwicklung und sinkenden Preisen gekennzeichnet war, hat sich der Milchpreis in der zweiten Jahreshälfte nicht zuletzt aufgrund von Mengenreduktionen wieder stabilisiert.“ Derartige Maßnahmen werde es aber in Zukunft nicht mehr geben, zeigte sich der Obmann überzeugt. Die Milchwirtschaft sei daher gefordert, Instrumente zu schaffen, um derartigen Großmengen gegensteuern zu können.

Großes Lob an Lieferanten

Die Milchanlieferung an die MGN sei trotz des Rückgangs der Lieferantenzahl auf 3.180 (minus 3,67 Prozent) auf 392,62 Millionen Kilogramm (+ 2,58 Prozent) angestiegen. Damit ist die durchschnittliche Anlieferungsmenge pro Lieferant auf 123.464 Kilogramm (plus 7.520 Kilogramm) gesteigert worden. Im Bereich der Biomilch wurden im Jahr 2016 40,54 Millionen Kilogramm von der MGN übernommen. Gegenüber dem Jahr 2015 bedeutet das eine Steigerung von 3,15 Millionen Kilogramm (+ 8,42 Prozent).

Eine große Herausforderung seien die großen Unterschiede bei den Anlieferungsmengen, räumte MGN-Geschäftsführer Leopold Gruber-Doberer ein: „Knapp die Hälfte der Milch kommt von großen Betrieben, die mehr als 200.000 kg Milch jährlich produzieren; das sind aber nur etwa 17 Prozent der MGN-Bauern. 60 Prozent der Lieferanten hat weniger als 100.000 kg Milch.“ Einmal mehr konnte Johann Krendl ein großes Lob an seine Lieferanten aussprechen, die Qualität der angelieferten Rohmilch konnte nämlich erneut gesteigert werden – rund 99,5 Prozent entsprechen bereits der höchsten Qualitätsstufe.

Im Hinblick auf die aktuellen Entwicklungen am Weltmarkt – international verflochtene Märkte, abgewertete Währungen und schwacher Ölpreise – sowie steigender Anforderungen an die Lebensmittelproduzenten sah Gruber-Doberer die Milcherzeuger in Zukunft gefordert, in einen aktiven Dialog mit den Konsumenten einzusteigen: „Um Gräben zu überwinden, muss man Brücken bauen.“ Er forderte zudem die Funktionärinnen und Funktionäre auf, sich der Diskussion mit den Mitgliedern zu stellen und diese Zusammenhänge zu erklären, denn „wer nur mitjammert, überlässt das Feld den Populisten.“

Neue Funktionäre gewählt

Die Vorstände der NÖM AG – Alfred Berger und Josef Simon – berichteten vom Kauf des ehemaligen Baumax-Areals. Diese Entscheidung habe auch den Mitarbeitern einen Motivationsschub beschert. Die NÖM AG sehe ihre Zukunft in einem Wachstum mit Kontinuität und Augenmaß. Seit der Gründung der MGN im Jahr 1999 haben die Milchbauern ihren Anteil an der NÖM AG bereits sukzessive von 5,6 auf 25 Prozent ausgebaut. Gelungen ist das unter anderem durch den teilweisen Verkauf von Immobilien und der Verwendung der Dividendenerträge, jedoch ohne die MGN-Bauern zu belasten.

Nun will man den nächsten Schritt setzen und von der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien auch die restlichen 75 Prozent übernehmen. Dazu wurde im Vorstand und Aufsichtsrat ein Beschluss gefasst und ein offizielles Ansuchen gestellt, berichtete Johann Krendl. „Auf Dauer kann es nur diesen einen Weg geben, um unsere Milchabnahme langfristig zu sichern. Dass dieser Schritt viel Kapital erfordert liegt auf der Hand, ist aber für die Zukunft der Milchproduktion in unserer Genossenschaft von enormer Bedeutung.“ Besonders in einem Jahr wie 2016, in dem es mehr Milch am Markt gab als gebraucht wurde, sei es wichtig eine Abnahmegarantie zu haben. Auch der Obmann der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien, Präsident Erwin Hameseder, signalisierte die Gesprächsbereitschaft über einen Verkauf der NÖM Anteile an die MGN.

Ebenfalls im Zuge der 18. Generalversammlung wurden die turnusmäßigen Wahlen durchgeführt bei der acht Funktionäre ausgeschieden sind und ebenso acht neue Funktionäre in Ihren Funktionen im Vorstand und Aufsichtsrat gewählt wurden. Abschließend wurden die 25 besten Lieferanten im Hinblick auf Qualitätswerte ausgezeichnet und mit einer Urkunde sowie einem Geschenkskorb mit NÖM Produkten gewürdigt. (as)

www.mgn.at

www.noem.at

leadersnet.TV