Schwerpunkt Convenience-Produkte
Probier’s mal mit Bequemlichkeit!

| Johannes Lau 
| 28.10.2026

Snack-Produkte und Fertiggerichte erfreuen sich in unserer schnelllebigen Zeit anhaltender Beliebtheit, auch weil sich das Sortiment immer weiter diversifiziert. LEADERSNET KEYaccount hat bei Handelsunternehmen und Herstellern nachgefragt, welche Trends die Entwicklung prägen, welche Produkte besonders gefragt sind und wo die größten Herausforderungen liegen.

Convenience-Produkte sind oft der Retter in der Not, wenn der Hunger schnell gestillt werden soll. Allerdings ist das Sortiment heute weitaus vielfältiger und besteht längst nicht mehr bloß aus klassischen Mikrowellenmahlzeiten. "Convenience bedeutet heute nicht automatisch Fertiggericht. Viele Konsument:innen möchten selbst kochen, aber einfacher und schneller", erklärt Daniela Dorner, Category Lead Foods bei Unilever Austria. "Genau dabei unterstützen wir mit Produkten, die Zeit sparen, Gelingsicherheit geben und gleichzeitig Vielfalt auf den Teller bringen."

Statt eine fertige Mahlzeit möglichst schnell auf den Tisch zu bringen, wünschen sich viele Konsument:innen somit eher Unterstützung beim Kochen. "Immer relevanter werden einfache Alltagsgerichte für unter der Woche: mit wenigen Zutaten, schnell zubereitet, oft in nur einem Topf oder einer Pfanne. Convenience begleitet damit ganz unterschiedliche Alltagssituationen: vom unkomplizierten Kochen unter der Woche bis zum Snack für zwischendurch."

Der Schwerpunkt des Unternehmens liege dabei auf Produkten für den Hausgebrauch wie Basis-Würzmischungen zum Kochen und Trockenfertiggerichten einschließlich Snacking-Produkten wie der Spaghetteria oder den Snackbechern von Knorr.

Die Bilanz fiel zuletzt insgesamt positiv aus: "2025 konnten wir unsere Position im Convenience-Bereich weiter stärken. Bei den Basis-Würzmischungen ist der Markt 2025 sowohl im Umsatz als auch im Absatz gewachsen, und wir sind hier klarer Marktführer. Noch dynamischer entwickelten sich die Trockenfertiggerichte. Der stärkste Wachstumsimpuls kam dabei aus dem Snacking-Bereich, allen voran von den Instant-Nudel-Folien. Auch in diesem Segment sind wir Marktführer."

Neue Geschmacksrichtungen und Zubereitungsformen

Für den Jahresabschluss 2026 ist Dorner daher zuversichtlich: "Convenience bleibt ein zentrales Bedürfnis der Konsument:innen, und wir gehen davon aus, unsere starke Position in den wichtigsten Kategorien auch zu halten beziehungsweise weiter auszubauen. Wachstumsimpulse erwarten wir vor allem dort, wo sich das Segment weiterentwickelt: im Snacking-Bereich und bei neuen Zubereitungsformen wie dem Airfryer."

Insgesamt seien die Erwartungen an Convenience-Produkte in den letzten Jahren deutlich gestiegen: "Sie sollen einfach in der Anwendung sein und Zeit sparen, dabei aber auch bei Geschmack, Qualität und Preis-Leistung überzeugen. Hinzu kommen veränderte Ernährungsgewohnheiten und neue Geschmackspräferenzen. Neben Geschmack und Convenience spielen auch eine ausgewogene Ernährung und Nachhaltigkeitsaspekte eine wichtige Rolle bei der Weiterentwicklung unserer Produkte."

Spürbar wachse aber vor allem die Nachfrage nach Neuem. Besonders gefragt seien aktuell koreanisch inspirierte Nudelvarianten. Diese Nachfrage bediene man vor allem mit der neu lancierten Marke Namdong.

Kaiserschmarrn im Becher

Auf neues Terrain hat sich zuletzt auch Wiesbauer begeben und in Kooperation mit Berglandmilch und Wojnar diverse Snacking-Produkte wie Bergsteiger mit Käse im Viererpack oder Sandwiches auf den Markt gebracht. "Durch die geballte Markenstärke bieten die Produkte den Konsumenten einen klaren Mehrwert und sichern den Handelspartnern starke Umsätze mit attraktiven Spannen", freut sich Geschäftsführer Thomas Schmiedbauer.

"Die Zusammenarbeit mit Berglandmilch läuft nach wie vor auf einem partnerschaftlich sehr guten Weg. Bei Berglandmilch gehen wir für 2026 von einer Entwicklung auf Vorjahresniveau aus. Unser Ziel ist es, beide Marken durch den gemeinsamen Auftritt weiter zu stärken und die Kooperation langfristig erfolgreich zu gestalten." Die Kooperation mit Wojnar stehe im Vergleich dazu noch am Anfang: "In der Kooperation mit Wojnar besteht noch viel Potenzial. Durch dessen breites Vertriebsnetz ergeben sich zusätzliche Absatzmöglichkeiten, etwa an Tankstellen oder am Flughafen."

Insgesamt sieht Schmiedbauer zudem noch Raum für Wachstum bei Zweitplatzierungen und im Aktionsgeschäft. "Gerade bei Kooperationsprodukten können aufmerksamkeitsstarke Platzierungen im Handel dazu beitragen, die Sichtbarkeit zu erhöhen und zusätzliche Kaufimpulse zu setzen."

Eine Produktinnovation sei schließlich kein Selbstläufer, vielmehr müsse man ein solches Konzept konsequent umsetzen: "Da muss man permanent dahinter sein, von der Produktentwicklung bis zur Produktions- und Absatzplanung. Dafür braucht es auf beiden Seiten Engagement und laufenden intensiven Austausch."

Darauf wolle man sich in nächster Zeit konzentrieren, weitere derartige Produkte seien vorerst nicht geplant. "Wir arbeiten aber kontinuierlich an neuen Ideen und Entwicklungen und stehen dazu auch in engem Austausch mit unseren Partnern."

Inzersdorfer setzt auf neue Convenience-Formate

Ein alter Bekannter im Convenience-Bereich ist dagegen Inzersdorfer. "Die Marke ist bereits seit Jahrzehnten Marktführer im Segment Fertiggerichte Nass, mit einem Marktanteil von 51,8 Prozent", berichtet Andreas Nentwich, Geschäftsführer von Maresi, seit 2003 Markeninhaberin von Inzersdorfer.

"Inzersdorfer-Produkte sind mobil, robust und ungekühlt haltbar und bieten hochwertige, ungekühlte Convenience, genau das Richtige, wenn es mal schnell und einfach gehen soll."

Die gesamte Produktpalette umfasst derzeit rund 80 Artikel aus den Warengruppen Fertiggerichte, Suppen, Aufstriche und Sugo. Die Kategorie Fertiggerichte Nass ist laut Nentwich insgesamt stabil.

"Beständig halten sich jedoch auch die Vorurteile gegenüber der Dose, die entgegen ihrem Namen keinerlei Konservierungsstoffe enthält und im Vergleich zu Plastikverpackungen auch besser recyclingfähig ist." Gleichzeitig beobachtet Nentwich ein starkes Wachstum im Bereich Trockenfertiggerichte. "Dies hat uns dazu bewogen, mit Inzersdorfer auch in die Segmente Convenience-Beutel und -Becher einzusteigen."

So bietet man nun österreichische Klassiker wie Krautfleckerln, Reisfleisch und Kaiserschmarrn im Convenience-Format an. "Damit wird dem Inzersdorfer-Markenkern, der untrennbar mit Österreich und der heimischen Wirtshausküche verbunden ist, optimal Rechnung getragen. Die Becherprodukte wenden sich insbesondere an die jungen Konsument:innen, die in diesem Format eine optimale, bequeme Möglichkeit für eine schnelle Mahlzeit sehen."

Herausforderung: Frische

Diese anhaltend große Nachfrage bedient der Lebensmittelhandel auch unter eigener Flagge mit zahlreichen Eigenmarkenprodukten, beispielsweise Spar.

"Der Convenience-Bereich ist im LEH zunehmend wichtig", sagt Unternehmenssprecherin Nicole Berkmann. "Die Menschen essen immer mehr außer Haus oder wollen praktisch vorbereitete Produkte, um zuhause das Kochen zu erleichtern und schneller zu machen. Wir geben diesen Produkten daher immer mehr Raum in unseren Märkten und entwickeln auch immer neue Produkte." Die größte Herausforderung sei dabei vor allem, stets frische Produkte anzubieten: "Die Produkte sind meist nur kurz haltbar, teilweise nur wenige Stunden."

Der Bestseller in Österreich sei immer noch der Leberkäse, zunehmend würden aber auch diverse Salate, asiatische Gerichte und andere Trend-Snacks stark nachgefragt. "Das Convenience-Sortiment ist sehr dynamisch. Es verändert sich laufend. Man muss den Konsumenten auch Abwechslung bieten."

Vor allem im Bereich Nachhaltigkeit gebe es bei diesen Produkten noch Nachholbedarf: "Nachhaltigkeit ist im Convenience-Bereich eine untergeordnete Kategorie. Denn die meisten Produkte sind aus praktischen Gründen und aus Gründen des Produktschutzes verpackt. Aber natürlich beschäftigen wir uns gerade deshalb intensiv mit dem Thema, wie man Verpackungen besser gestalten kann."

Lidl sieht Potenzial bei High-Protein und pflanzlichen Produkten

Auch Lidl optimiert diese Kategorie stetig: "Die größte Herausforderung bleibt der Spagat zwischen maximaler Frische, praxistauglicher Haltbarkeit und hohem Qualitätsanspruch, nicht zuletzt beim weiteren Ausbau unseres Bio-Sortiments", heißt es von Unternehmensseite. "Wir prüfen daher laufend neue Möglichkeiten, um gesündere Rezepturen, nachhaltige Rohstoffe und umweltschonendere Verpackungen überall dort umzusetzen, wo es machbar ist."

Der Trend zu schnellen, unkomplizierten Mahlzeiten halte nämlich unvermindert an: "2025 haben wir in allen unseren Convenience-, Ready-to-Eat- und To-Go-Bereichen eine sehr positive Entwicklung erzielt. Für 2026 zeichnet sich ein ähnlicher Trend ab."

Besonders beliebt seien die Produkte der Eigenmarke Chef Select. Allerdings habe sich das Segment in den vergangenen Jahren spürbar gewandelt. "Die klassische Wurstsemmel zur Mittagszeit bekommt zunehmend Konkurrenz durch regionale und internationale Gerichte. Gleichzeitig gewinnen flexible Snack-Formate für die wachsende Zahl an Single-Haushalten an Bedeutung."

Die Kund:innen achten verstärkt auf Frische und Inhaltsstoffe. "Hier haben sich frische Bowls oder Pasta als leistbare Alternative zum Restaurantbesuch etabliert." Absolute Bestseller und stärkste Wachstumstreiber seien aber aktuell High-Protein-Artikel, pflanzliche sowie flexitarische Alternativen oder saisonal Gefragtes, wie zum Beispiel wärmende Suppen im Winter. "In diesen Bereichen sehen wir auch für die Zukunft das größte Wachstumspotenzial."

www.unilever.at

www.wiesbauer.at

www.inzersdorfer.at

www.spar.at

www.lidl.at

www.berglandmilch.at 

ww.wojnar.at

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