Generalsanierung durch die ÖBB
Historische Inventarhalle am Neuen Landgut wird zum Bürostandort

Die ÖBB revitalisieren den um 1860 errichteten Backsteinbau im 10. Wiener Gemeindebezirk und schaffen dort rund 3.350 Quadratmeter Büroflächen. Die Generalsanierung soll bis Ende März 2028 abgeschlossen sein.

Die ÖBB setzen die Neuentwicklung historischer Immobilienbestände fort. Erst kürzlich wurde bekannt, dass der Konzern den traditionsreichen Schillerhof in der Wiener Innenstadt umfassend sanieren und zu einem modernen Büro- und Gewerbehaus entwickeln will (LEADERSNET berichtete). Nun erhält mit der Inventarhalle ein weiteres Gebäude eine neue Funktion. Der um 1860 errichtete Bau wird im Zuge der Entwicklung des Stadtquartiers "Neues Landgut" in Wien-Favoriten generalsaniert und soll künftig rund 3.350 Quadratmeter Büroflächen bieten. Für diese werden bereits Interessierte gesucht.

Von der Werkstätte zu modernen Arbeitswelten

Ursprünglich wurde die Inventarhalle als Werkstätte für die Fertigung von Lokomotiven und Waggons errichtet. Im Rahmen der Sanierung soll der Charakter des alten Industriegebäudes bewahrt und gleichzeitig eine zeitgemäße Nutzung ermöglicht werden. Die Fertigstellung ist für Ende März 2028 vorgesehen.

"Mit der Inventarhalle bewahren wir ein bedeutendes Stück Eisenbahngeschichte und führen es gleichzeitig einer neuen Nutzung zu. Das Gebäude verbindet den Charakter eines historischen Industriestandorts mit den Anforderungen moderner Arbeitswelten. So entsteht am Neuen Landgut ein besonderer Ort, der Vergangenheit und Zukunft miteinander verbindet", sagt Ilia Dib, Geschäftsbereichsleiterin für Strategische Steuerung Immobilien bei der ÖBB-Infrastruktur AG.

Rendering der Inventarhalle von innen © Zoom VP/Hinterwirth

ÖGNI-Gold-Zertifizierung angestrebt

Auch Nachhaltigkeitsaspekte sollen bei der Revitalisierung berücksichtigt werden. Die ÖBB streben für das Gebäude eine Zertifizierung in ÖGNI Gold an. In deren Bewertung fließen ökologische, sozial-funktionale, technische, prozessbezogene und standortrelevante Qualitäten ein. Damit sollen auch die wirtschaftliche und nutzerorientierte Entwicklung berücksichtigt werden.

Das entsprechende ÖGNI-Gold-Vorzertifikat wurde am 5. Oktober 2026 im Rahmen einer feierlichen Verleihung auf der Expo Real in München überreicht.

Neues Stadtquartier auf ehemaligem Bahnareal

Die Inventarhalle ist Teil des Stadtentwicklungsgebiets Neues Landgut, das von den ÖBB gemeinsam mit der Stadt Wien auf einem ehemaligen Bahnareal realisiert wird. Dort entsteht ein neues Quartier mit rund 1.500 Wohnungen, Bildungsangeboten, Grün- und Freiräumen sowie zusätzlichen Arbeitsplätzen.

Einige Projekte wurden bereits umgesetzt. Dazu zählen der Bildungscampus und der Walter-Kuhn-Park. Mit "Elfi im Zehnten" entsteht darüber hinaus der erste Wohnungsneubau für ÖBB-Mitarbeiter:innen seit 50 Jahren. Bis 2028 sollen dort insgesamt 121 Wohnungen geschaffen werden.

"Das Neue Landgut zeigt beispielhaft, wie aus einem ehemaligen Bahnareal ein lebendiges Stadtquartier entstehen kann. Mit Wohnungen, Bildungsangeboten, Grünräumen und neuen Arbeitsplätzen schaffen wir Mehrwert für den Bezirk. Gleichzeitig sorgen wir dafür, dass prägende Gebäude wie die Inventarhalle und die Gösserhalle als Teil der Geschichte dieses Standorts erhalten bleiben", so Marcus Franz, Bezirksvorsteher des 10. Wiener Gemeindebezirks.

Historische Bauten bleiben erhalten

Neben der Inventarhalle bleibt auch die benachbarte Gösserhalle als Bauwerk bestehen. Beide Gebäude stehen für die Eisenbahn- und Industriegeschichte des Areals und werden in die Entwicklung des neuen Quartiers eingebunden. Auf diese Weise soll die historische Identität des Standorts auch bei seiner neuen Nutzung erhalten bleiben, so die ÖBB. 

www.oebb.at

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