Fotos von der Belgien-Reise
Leitbetriebe Austria-Delegation forderte in Brüssel mehr Wettbewerbsfähigkeit

Bei ihrer Belgien-Reise diskutierten österreichische Manager:innen mit Politik und EU-Institutionen über weniger Bürokratie, faire Wettbewerbsbedingungen und die Zukunft der Industrie.

Wie kann Europa seine industrielle Stärke sichern – und welche Rahmenbedingungen brauchen Unternehmen dafür? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der heurigen Delegationsreise von Leitbetriebe Austria und dem Verband der Bahnindustrie. Vom 11. bis 14. Oktober führte die Reise nach Antwerpen und Brüssel. Die 23-köpfige Delegation traf Vertreter:innen europäischer Institutionen und Wirtschaftsorganisationen, darunter Karl Nehammer, Andreas Schieder und Lukas Mandl.

Nach der Japan-Reise im Vorjahr richtete sich der Blick diesmal auf die europäische Wirtschafts- und Industriepolitik. Im Zentrum standen der Abbau bürokratischer Hürden, die Stärkung europäischer Wertschöpfung und die Frage, wie sich unternehmerische Erfahrungen stärker in politische Entscheidungen einbringen lassen.

Planungssicherheit und raschere Verfahren

Für Leitbetriebe-Austria-Geschäftsführerin Monica Rintersbacher verfügt Europa über erhebliches wirtschaftliches und technologisches Potenzial, allerdings betonte sie: "Unsere Unternehmen brauchen Planungssicherheit, raschere Verfahren und eine Industriepolitik, die unternehmerische Initiative fördert, statt sie durch überbordende Regulierung einzuschränken."

Über konkrete Möglichkeiten zur Vereinfachung gesetzlicher Vorgaben diskutierte die Delegation mit Michael Wimmer von der Europäischen Kommission sowie Vertreter:innen von BusinessEurope und SME Connect. Dabei ging es auch um die Vermeidung von Doppelregulierungen und die Stärkung des Binnenmarkts.

"Europe First" im Europäischen Parlament

Einen Schwerpunkt bildete der Austausch über die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Bahn- und Mobilitätsindustrie. Im Europäischen Parlament übergab der Verband der Bahnindustrie sein Positionspapier "Europe First" an Andreas Schieder, Europaabgeordneten und Vorsitzenden des Rail Forum Europe.

Darin fordert der Verband faire internationale Wettbewerbsbedingungen und eine stärkere Berücksichtigung europäischer Wertschöpfung bei öffentlichen Vergaben. Zugleich verweist er auf die Bedeutung der Bahnindustrie für Europas technologische Eigenständigkeit.

"Europe First bedeutet nicht Abschottung, sondern faire Spielregeln", erklärte Anil W. Rai vom Verband der Bahnindustrie. Bei öffentlichen Infrastrukturinvestitionen müssten neben dem Preis auch Qualität, Versorgungssicherheit und langfristige Wertschöpfung berücksichtigt werden. Damit ließen sich industrielle Kompetenz und hochwertige Arbeitsplätze sichern.

Internationale Marktentwicklungen und die Zukunft der Branche waren darüber hinaus Thema beim europäischen Bahnindustrieverband Unife, wo die Delegation mit Generaldirektor Enno Wiebe zusammentraf.

Einblicke in europäische Entscheidungsprozesse

Politische und wirtschaftliche Perspektiven verband ein Impulsdinner mit dem früheren Bundeskanzler und heutigen Vizepräsidenten der Europäischen Investitionsbank, Karl Nehammer, sowie Alexander Winterstein, Kabinettschef von EU-Kommissar Magnus Brunner. Die Gespräche behandelten die Finanzierung zukunftsweisender Projekte und politische Entscheidungsprozesse auf europäischer Ebene. Mit dem Europaabgeordneten Lukas Mandl tauschte sich die Delegation über europäische Souveränität aus.

Im Haus der österreichischen Wirtschaft standen Gespräche mit Marie-Therese Ettmayer, Leiterin der EU-Repräsentation der Wirtschaftskammer Österreich, Cornelia Reibach-Stambolija, Wirtschaftsdelegierte für Belgien und Luxemburg, sowie Franz Wirtenberger, stellvertretendem Ständigen Vertreter Österreichs bei der EU, auf dem Programm. Zum Austausch vor Ort gehörte auch ein Termin mit Österreichs Botschafter Jürgen Meindl.

Delegation aus unterschiedlichen Branchen

Neben Monica Rintersbacher und Anil W. Rai nahmen unter anderem Johann Dumser (Plasser & Theurer), Martin Zsifkovits (Skoda Group Austria), Thomas Karl (Frequentis), Hermann Ferschitz (RTA Rail Tec Arsenal) und Wolfgang Schuster (Prodes) an der Reise teil. Ebenfalls mit dabei waren Markus Auer und Christian Schwarzbauer (beide VKB), Silvia Polan (JTI), Veronika Seitweger (TPA Steuerberatung), Paul Kleinrath (Evolit), Ulrike Kellner-Haslauer (compact electric), Elisabeth Haslinger-Baumann (Hochschule Campus Wien), Martin Schiefer (Schiefer Rechtsanwälte) und Paul Leitenmüller (Opinion Leaders Network).

Zur Delegation gehörten zudem Gerhard Jelinek (CreaText Film & Medien), Martina Jelinek-Salomon (Kurier), Manuela Lindlbauer (Lindlpower Personalmanagement), Eva Mandl (Himmelhoch), Martin Wilfing (Wilfing Humanizing & Sales), Isabella Leitenmüller (Psychotherapie Leitenmüller) und Christof Vojtechovsky (Ruefa).

LEADERSNET war in Brüssel dabei. Fotos sehen Sie in unserer Galerie.

www.leitbetriebe.at

www.bahnindustrie.at

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