Wie unterschiedlich Gestaltung im Alltag sichtbar wird, zeigte sich am Montag (12. Oktober) im Säulensaal des Museums für angewandte Kunst (MAK), als im Rahmen der Falstaff Living Design Awards 2026 Arbeiten und Kreative in 14 Kategorien ausgezeichnet wurden. Dabei rückten neben österreichischen Positionen auch internationale Architektur- und Designprojekte in den Mittelpunkt. Den Abschluss der vierten Verleihung bildete schließlich die Ehrung von Matteo Thun, der den Lifetime Achievement Award persönlich entgegennahm.
Für den Architekten und Designer steht die Wirkung seiner Arbeit auf die Menschen im Vordergrund. "Wir wollen den Menschen das Leben schöner gestalten. Das klingt sehr einfach, aber genau so ist es! Denn gute Architektur ist Leichtigkeit, Geschwindigkeit, Vielschichtigkeit und Dauerhaftigkeit", sagte Thun anlässlich seiner Auszeichnung.
Die Menschen hinter den Entwürfen
Gastgeberin Angelika Rosam, Herausgeberin von Falstaff Living, hatte zu Cocktailempfang und Galadinner geladen. Gemeinsam mit Moderatorin Teresa Vogl sprach sie zum Auftakt über die menschliche Handschrift im Design und deren Bedeutung angesichts des zunehmenden Einsatzes künstlicher Intelligenz in kreativen Prozessen.
Rosam erinnerte dabei an die Entstehung des Preises und formulierte ihre Haltung zur Rolle der Kreativen: "Die Living Design Awards wurden 2023 im Zuge unseres zehnjährigen Jubiläums ins Leben gerufen. Da die Designszene teilweise noch unterrepräsentiert ist, wollten wir etwas schaffen, mit dem wir Kreative vor den Vorhang holen und sichtbar machen – und das ist uns gelungen! Gestartet sind wir mit fünf Kategorien, heute sind es bereits 14. Und obwohl wir ein österreichischer Preis sind, bewegen wir uns mittlerweile auch stark auf internationalem Parkett. Und gerade jetzt feiern wir die Menschen hinter dem Design, die so großartige Dinge schaffen und nicht von KI ersetzt werden können."
Vogl stellte wiederum einen Bezug zwischen Gestaltung und Veranstaltungsort her: "Design macht unser aller Leben schöner und interessanter! Und was gibt es Besseres, als im Museum für angewandte Kunst, wo Design so großgeschrieben wird, 2026 nationale und internationale Designer:innen zu feiern? Da kann man sich nur freuen, wenn man als Moderatorin dabei sein darf!"
Von österreichischer Architektur bis zum Londoner Restaurant
Die Auszeichnungen spannten einen Bogen zwischen einzelnen Objekten und der Gestaltung ganzer Gebäude. Laurids Gallée wurde mit seinem Atelier in der Kategorie "Object Design" ausgezeichnet, Markus Töll mit super.sedia als "Newcomer". Der Preis für "Creativity made in Austria" ging an Marie Hartig, während Bethan Laura Wood in der Kategorie "Creativity International" prämiert wurde. Hartig nahm die Auszeichnung mit einer persönlichen Wortmeldung entgegen: "Ich bin sehr glücklich, hier zu sein. Es ist ein wunderschöner Abend mit so vielen netten und interessanten Menschen – und ich fühle mich sehr geehrt!"
In der Kategorie "Space" erhielt Juri Troy den Award für die Erweiterung der Firmenzentrale von Windkraft Simonsfeld in Ernstbrunn. Das Projekt verbindet eine Holztragstruktur mit einem Stampflehmkern. Thomas Lechner und LP architektur wurden für den Hof Wimmer ausgezeichnet, bei dem bestehende Silotürme in die neue Wohnarchitektur eingebunden wurden.
Auch die Gestaltung von Orten der Gastlichkeit war vertreten. Der Award für "Bar Design" ging an SRS & Partner Architekten sowie Sturge&Toth für das Kleinod am Ring in Wien (LEADERSNET berichtete). In der Kategorie "Hotel Design" wurden Vardehaugen Architects und Bonaparte Interiør AS für das Ytri Island Retreat prämiert. Ken Fulk erhielt den Restaurant-Design-Preis für das Carbone in London. Bodo Sperlein, der persönlich anwesend war, wurde für das Leuchtenprojekt "Orchid" ausgezeichnet. Entworfen wurde es für die Wiener Manufaktur Lobmeyr. Ebenfalls vor Ort nahm der gebürtige Grazer Maximilian Missoni den Award in der Kategorie "Automobil Design" für BMW Design entgegen.
| Kategorie |
Preisträger:in |
| Object Design |
Laurids Gallée |
| Newcomer |
Markus Töll |
| Sustainability |
Patrick Lüth |
| Lighting |
Bodo Sperlein |
| Space |
Juri Troy |
| Outdoor Design |
Paola Lenti |
| Automobil Design |
Maximilian Missoni |
| Hotel Design |
Vardehaugen Architects - Håkon Matre Aasarød und Bonaparte Interiør AS - Karianne Rimmereid |
| Bar Design |
Maximilian Reichard und Ben Julian Toth |
| Restaurant Design |
Ken Fulk |
| Real Estate Design |
Thomas Lechner |
| Creativity made in Austria |
Marie Hartig |
| Creativity International |
Bethan Laura Wood |
| Lifetime Achievement |
Matteo Thun |
Jury mit Perspektiven aus Museum und Designpraxis
Über die Auszeichnungen entschieden die Falstaff Living-Redaktion unter der Leitung von Angelika Rosam, MAK-Generaldirektorin Lilli Hollein sowie Hauke Unterburg und Benedikt Stonawski. Die beiden Gründer des Wiener Designstudios ante up waren im Vorjahr selbst in der Kategorie "Sustainability" ausgezeichnet worden.
Hollein begrüßte die Gäste als Hausherrin und sprach über die Bedeutung von Auszeichnungen für kreative Laufbahnen: "Ich glaube, dass Preise seit jeher ein wichtiger Ausweis von Können und Schaffen sind, und in einer Karriere ist es immer ein besonderer Moment, wenn man mit einem Preis geehrt wird. Vonseiten des MAK kann ich nur sagen, dass es besonders schön ist, der Ort zu sein, an dem so viel Positives passiert wie eine Preisverleihung mit einem Partner, der diese Preise stiftet. Das sind die ganz wichtigen Movers and Shakers. In diesem Sinne: ad multos annos!"
Die von Billi Thanner entworfene Trophäe machte Gestaltung auch unmittelbar auf der Bühne sichtbar. Die Hartplastikskulptur ist mit dichroitischer Folie überzogen und verändert ihre Farbwirkung je nach Lichteinfall und Betrachtungswinkel.
Inspiration und Begegnungen im Säulensaal
Neben den Ausgezeichneten kamen Gäste aus Architektur, Mode, Kunst, Wirtschaft und Kultur ins MAK. Daniel Serafin beschrieb seinen persönlichen Zugang zum Magazin und zur Veranstaltung: "Ich finde es großartig, dass die Falstaff Living Design Awards bereits zum vierten Mal stattfinden. Falstaff Living ist ein fester Bestandteil meines Wohnzimmers: Ich schaue immer gern, wovon man sich inspirieren lassen kann, welche Möbelstücke man kaufen möchte und wie viel guten Geschmack es weltweit zu entdecken gibt. Das ist Inspiration pur!"
Clemens Unterreiner verband seine persönlichen Beziehungen zu den Gastgeberinnen mit einer eigenen Definition von Gestaltung: "Ich freue mich sehr, im MAK zu sein, nicht zuletzt, weil meine langjährige Schulfreundin Lilli Hollein hier Verantwortung trägt und meine liebe Freundin Angelika diesen Abend veranstaltet. Design begleitet uns im Alltag. Für mich ist Design, wenn Ästhetik und Leben, also auch die Benutzbarkeit, einen Waffenstillstand schließen, und zwar im positiven Sinne. Gutes Design ist, wenn man nicht darüber nachdenken muss. Wenn man es erklären muss, ist es schon kein Design mehr. Insofern freue ich mich auf die Gewinner:innen des heutigen Abends. Lassen wir uns inspirieren!"
Modedesignerin Anelia Peschev wiederum knüpfte an ihre Eindrücke aus dem Vorjahr an: "Ich freue mich auf die Inspiration heute Abend, denn ich bin mir sicher: Wenn ich hier rausgehe, bin ich hundertfach inspiriert – so wie schon letztes Jahr. Es ist immer ein wunderschöner, sehr stilvoller Abend, und ich freue mich wirklich, dabei zu sein."
Unter den Gästen
Auf der Gästeliste standen unter anderem Mokhtar Amoudi (Autor), Anouk Lamm Anouk (Künstlerin), begleitet von ihrer Ehefrau Marleen Anouk-Roubik, Elisabeth Auersperg (Interior-Designerin), Armin Ebner (Architekt und Partner bei BEHF Architects), Ingrid Flick (Unternehmerin, Philanthropin und Kunstmäzenin), Roland Hamberger (General Director des Rosewood Vienna), Fahad Hariri (Pinto Art), Agnes Husslein-Arco (Kunsthistorikerin), Tatyana Ivanova (Brand Manager bei Van Cleef & Arpels) und Ammar Javed (Beteiligungsmanager bei Raiffeisen Niederösterreich-Wien).
Außerdem angeführt waren Hans Kupelwieser (Bildhauer und Grafiker), Atıl Kutoğlu (Modedesigner), Sebastian Menschhorn (Designer für Interieur, Produkt- und Grafikdesign), Barbara Palatin (Ärztin und Unternehmerin im Bereich ästhetische Medizin), Anelia Peschev (Modedesignerin), Petar Petrov (Modedesigner), Johannes Rath (Geschäftsführer der Glasmanufaktur J. & L. Lobmeyr), Rita Schneeberger (Designerin), David Schober (Kleinod), Lila Schwarzenberg (Filmproduzentin), Daniel Serafin (Opernsänger und Kulturmanager), Billi Thanner (Künstlerin), Peter Friese (Gastronom "Zum Schwarzen Kameel"), Eva Pölzl (Moderatorin), Thomas Hopfgartner (Geschäftsführer von Living Deluxe) sowie Clemens Unterreiner (Opernsänger) und viele mehr.
Das Galadinner wurde von Donhauser umgesetzt, das Hotel Sacher steuerte Sacherwürfel bei. Unterstützt wurde die Veranstaltung von den Hauptsponsoren Mazda und L’Oréal mit YSL Beauty sowie von Raiffeisen, Weisshaus, Danesh, Magnum Vollholz und Solarlux. Mazda überreichte den Award für "Sustainability", Raiffeisen und Weisshaus waren ebenfalls bei Preisübergaben auf der Bühne vertreten. Nach der Verleihung setzte sich der Abend bei Dessertbuffet, Bar und einem DJ-Set von Mel Merio fort.
Einen Eindruck von der Preisverleihung können Sie mittels Galerie gewinnen.
www.falstaff.com/living
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