Nach E-Auto-Boom im September
Peter Hanke will die Mobilitätswende weiter vorantreiben

Erstmals waren mehr als 30 Prozent aller in einem Monat neu zugelassenen Pkw rein elektrisch. Der Minister sieht darin einen wichtigen Schritt und will die Ladeinfrastruktur weiter ausbauen sowie die Info-Offensive fortsetzen.

Die Elektromobilität hat in Österreich einen neuen Höchststand erreicht. Im September 2026 wurden laut Statistik Austria insgesamt 9.723 rein elektrische Pkw neu zugelassen. Bei insgesamt 28.968 Pkw-Neuzulassungen entspricht das einem Anteil von 33,6 Prozent. Damit wurde erstmals in einem Monat die Marke von 30 Prozent überschritten.

Wie LEADERSNET berichtete, stiegen die Elektroauto-Neuzulassungen im September gegenüber dem Vorjahresmonat um 80,6 Prozent. Von Jänner bis September wurden insgesamt 63.172 reine Elektroautos neu zugelassen, ein Plus von 36,9 Prozent. Ihr Marktanteil lag in diesem Zeitraum bei 26,2 Prozent.

Peter Hanke sieht in der Entwicklung eine Bestätigung des eingeschlagenen Kurses. "Dass mittlerweile jedes dritte neu zugelassene Auto rein elektrisch fährt, ist ein starkes Signal. Die Elektromobilität ist in Österreich endgültig im Alltag angekommen", erklärte der Mobilitätsminister. Die Bundesregierung wolle den Ausbau der Ladeinfrastruktur und die Information über elektrische Antriebe weiter vorantreiben.

Weniger Abhängigkeit von fossilen Energieimporten

Neben den Auswirkungen auf den Automarkt hebt Hanke insbesondere die energiepolitische Bedeutung der Elektromobilität hervor. Durch den Umstieg auf elektrische Antriebe könne Österreich seine Abhängigkeit von fossilen Energieimporten verringern und den Verkehrssektor weniger anfällig für Schwankungen der internationalen Rohölpreise machen.

"Wir machen uns damit auch unabhängiger von Ölimporten und internationalen Preisschwankungen", so Hanke. Gerade bei steigenden Treibstoffpreisen könne dies für Haushalte und Unternehmen von Vorteil sein.

Voraussetzung dafür sei allerdings, dass der Umstieg im Alltag praktikabel bleibe. Neben dem Ausbau der Ladeinfrastruktur brauche es deshalb verlässliche Rahmenbedingungen und transparente Informationen für potenzielle Käufer:innen.

Informationskampagne soll Vorbehalte abbauen

Ein Schwerpunkt des Mobilitätsministeriums bleibt die Kampagne Keine E-ngste mehr!. Sie soll häufige Fragen zur Elektromobilität aufgreifen und Unsicherheiten insbesondere bei Reichweite, Lademöglichkeiten, Anschaffungskosten und Batterietechnologie reduzieren.

Bereits im Frühjahr hatte Hanke eine Informationsoffensive zur Förderung der Mobilitätswende vorgestellt. Zu den Maßnahmen gehört auch der Einsatz speziell gebrandeter Elektro-Taxis, mit denen die Bevölkerung im Alltag mit der Technologie in Kontakt kommen soll.

"Wir wollen niemanden überreden, sondern informieren", betont der Minister. Interessierte sollten die Fakten kennen und selbst beurteilen können, welche Antriebsform am besten zu ihren Bedürfnissen passe.

Mehr als 40.000 öffentliche Ladepunkte verfügbar

Parallel zur Informationskampagne soll die Ladeinfrastruktur weiter ausgebaut werden. Nach Angaben des Mobilitätsministeriums stehen in Österreich mittlerweile mehr als 40.000 öffentliche Ladepunkte zur Verfügung.

Mit der Initiative eMove Austria bündelt das Ressort verschiedene Maßnahmen, um das Ladenetz weiterzuentwickeln und die Nutzung von Elektrofahrzeugen zu erleichtern (LEADERSNET berichtete). Dazu zählt unter anderem die geplante Beschleunigung des Ladeinfrastrukturausbaus entlang von Autobahnen und Schnellstraßen durch eine Novelle des Bundesstraßengesetzes.

Hanke sieht darin eine wesentliche Voraussetzung für weiteres Wachstum: "Jetzt müssen wir dafür sorgen, dass der Umstieg für die Menschen im ganzen Land praktikabel ist."

Fazit

Der September-Rekord zeigt jedenfalls, dass rein elektrische Fahrzeuge im österreichischen Neuwagenmarkt zunehmend an Bedeutung gewinnen. Ob sich der außergewöhnlich hohe Monatsanteil auch in den kommenden Monaten halten lässt, wird sich zeigen. Angesichts anhaltend hoher Spritpreise und immer mehr leistbaren E-Autos spricht aber nicht allzu viel dagegen.

www.bmimi.gv.at

www.emove-austria.gv.at

www.keine-e-ngste.gv.at

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