Fotos von der Veranstaltung
Club Tirol blickte mit Markus Kaser hinter die Kulissen von Spar

| Redaktion 
| 13.09.2026

Bei der Veranstaltung gab der stellvertretende Spar-Vorstandsvorsitzende Einblicke in die Entwicklung und Strategie des Unternehmens. Regionalität und Eigenmarken spielen dabei ebenso eine Rolle wie Digitalisierung, Automatisierung und ein wachsendes Gesundheitsbewusstsein.

Nachdem der Club Tirol seinen Mitgliedern in den vergangenen Monaten erneut ein abwechslungsreiches Programm geboten hatte – vom Besuch im House of Silhouette mit Einblicken in Unternehmen und Brillendesign (LEADERSNET berichtete), über ein Business-Netzwerktreffen mit Fokus auf Tiermedizin (LEADERSNET berichtete), eine Adventexkursion in die "Heiligen Hallen" des Palais Esterhazy (LEADERSNET berichtete), den traditionellen Neujahrsempfang (LEADERSNET berichtete), einen Besuch im Exzellenzcluster für erneuerbare Energieträger an der TU Wien (LEADERSNET berichtete), eine Veranstaltung zum Thema Humor mit dem Psychiater und Psychotherapeuten Johannes Kinzl (LEADERSNET berichtete), einen weiteren Programmpunkt rund um Innovation und Zukunftsthemen (LEADERSNET berichtete) und das Thema Hörtechnologie (LEADERSNET berichtete) sowie das traditionelle Sommerfest mit rund 180 Tiroler:innen zum Abschluss des ersten Halbjahres 2026 (LEADERSNET berichtete), stand nun die Entwicklung eines der größten heimischen Handelsunternehmen im Mittelpunkt.

Dafür lud der Club Tirol zum Dialog mit Markus Kaser, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Spar Österreich-Gruppe. Der gebürtige Tiroler gab den zahlreich erschienenen Mitgliedern Einblicke in die Entwicklung von Spar vom regionalen Händler zum bedeutenden österreichischen und europäischen Handelsunternehmen. Schauplatz des Abends war der Spar ICS Hub am Wiener Austria Campus.

Club-Tirol-Präsident Julian Hadschieff verwies zur Eröffnung insbesondere auf die österreichische Prägung des Unternehmens. "Es ist toll, was dieses Familienunternehmen auf die Füße gestellt und sich zugleich seine hohe österreichische Identität bewahrt hat", so Hadschieff.

Moderatorin Isabella Burtscher stellte anschließend den beruflichen Werdegang ihres ehemaligen HTL-Schulkollegen Kaser vor. Der studierte Betriebswirt kam 1998 zu Spar und gehört seit 2021 dem Vorstand an. Dort verantwortet er die Bereiche Sortimentsmanagement, Marketing, CSR, Nachhaltigkeit und IT. Ab 2028 wird Kaser den Vorstandsvorsitz übernehmen.

Von Tirol nach Europa

Die heutige Position von Spar ist eng mit der schrittweisen Erweiterung der Geschäftsfelder verbunden. Den Ausgangspunkt bildete 1954 die von Hans F. Reisch gemeinsam mit damals 100 selbstständigen Kaufleuten gegründete "Handelsvereinigung Spar Tirol/Pinzgau".

In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich das Unternehmen kontinuierlich weiter. In den 1970er-Jahren wurde die Filialorganisation aufgebaut, in den 1980er-Jahren folgte die Entwicklung von Shopping-Centern und in den 1990er-Jahren der Schritt über die österreichischen Grenzen. Ab den 2000er-Jahren rückten Eigenmarken verstärkt in den Fokus. Heute zählt auch die laufende Anpassung des Sortiments an gesellschaftliche Entwicklungen wie das zunehmende Interesse an gesunder Ernährung dazu.

Mittlerweile ist die Spar-Gruppe neben Österreich auch in Ungarn, Slowenien, Kroatien und Norditalien aktiv. Insgesamt beschäftigt sie 93.400 Mitarbeiter:innen, davon 50.100 in Österreich. Hierzulande verfügt das Unternehmen über 1.574 Spar-Standorte. Für 2025 wird ein Gesamtumsatz von 22,3 Milliarden Euro ausgewiesen.

Regionalität bleibt ein Erfolgsfaktor

Trotz der internationalen Dimension spiele Regionalität für das Unternehmen weiterhin eine zentrale Rolle. Die sechs Regionalzentralen könnten laut Kaser weitgehend autonom darüber entscheiden, welche Waren angeboten werden. "Eine unserer Stärken, dazu kommt auch die nach wie vor große Zahl an selbständig agierenden Kaufleuten", sagte Kaser.

Diese über Jahrzehnte beibehaltene Regionalisierung zählt für Kaser zu den Erfolgsfaktoren, die dazu beigetragen hätten, dass Spar Österreich seit 2020 Marktführer im heimischen Lebensmittelhandel sei.

Auch die Unternehmensphilosophie soll über Ländergrenzen hinweg Orientierung schaffen. "Spar macht sich stark für deine Lebensqualität, an erster Stelle für unsere Mitarbeitenden und unsere Kund:innen", brachte Kaser den Anspruch auf den Punkt. Dazu zählten unter anderem eine preisbewusste Positionierung, die Motivation zu einem bewussten Lebensstil sowie das Engagement für wertvolle und gesunde Lebensmittel.

Diese Philosophie hebe Spar möglicherweise von anderen Lebensmittelhändlern ab und gebe dem Unternehmen in sämtlichen Ländern, in denen es tätig sei, Struktur und Richtung, erklärte Kaser.

Mehr als 10.000 Artikel unter Eigenmarken

Eine wichtige Rolle in der Unternehmensstrategie spielen zudem die Eigenmarken. Mittlerweile umfasst das Portfolio 40 Eigenmarken mit insgesamt mehr als 10.000 Artikeln. Hinzu kommen Initiativen wie "Einfach Ohne", mit der Zusatzstoffe in Eigenmarkenartikeln reduziert werden sollen, und die "zuckerraus Initiative".

Damit reagiere Spar laut Kaser auch auf veränderte Konsumgewohnheiten. "Das stark wachsende Gesundheitsbewusstsein gerade bei jungen Menschen ist da sicherlich ein Treiber", erklärte er.

Gleichzeitig hält der Lebensmittelhändler an etablierten Verkaufsinstrumenten wie den Rabattmarkerln fest. Der Grund dafür sei vergleichsweise einfach: "Die Österreicher:innen sind Gambler:innen, sie lieben Aktionen." Diese ausgeprägte Aktionsorientierung mache laut Kaser auch den viel diskutierten "Österreich-Aufschlag" auf zahlreiche Waren im Vergleich zu Nachbarländern letztlich wieder wett.

Millionen nutzen die Spar-App

Traditionelle Rabattaktionen und Digitalisierung gehen bei Spar inzwischen Hand in Hand. So gibt es die Rabattmarkerl längst auch in digitaler Form über die Spar-App. Diese kommt mittlerweile auf 3,8 Millionen Nutzer:innen und sei insbesondere für die jüngere Generation ein wichtiges "Einfallstor" in die SPAR-Welt.

Die Digitalisierung reiche allerdings deutlich weiter. Vom Lager bis zur Kasse kommen neue Technologien, intelligente Automatisierung und datengetriebene Prozesse zum Einsatz. Diese Entwicklungen würden den Handel grundlegend verändern und auch künftig eine wesentliche Rolle spielen.

Den klassischen Einkauf im Geschäft sieht Kaser dadurch jedoch nicht gefährdet. "Keine Sorge, das analoge Verkaufserlebnis in unseren Märkten bleibt erhalten", versicherte er den Gästen.

Tiroler Kulinarik zum Abschluss

Wie Spar bei der Entwicklung neuer Produkte mit anderen österreichischen Unternehmer:innen zusammenarbeitet, wurde zum Abschluss des Club-Tirol-Abends auch kulinarisch deutlich. Paul Ivic, der ebenfalls aus Tirol stammt und als erster vegetarischer Koch Österreichs mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet wurde, kreierte eigens für die Veranstaltung ein Flying Buffet.

Passend zur Tiroler Verbindung des Abends setzte Ivic dabei auf regionale Produkte aus Tirol.

Einen Eindruck von der Veranstaltung können Sie sich hier machen. 

www.clubtirol.net

www.spar.at

Kommentar veröffentlichen

* Pflichtfelder.

leadersnet.TV