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Branchenprominenz gab sich beim Privatsender-Heurigen ein Stelldichein

| Larissa Bilovits 
| 09.09.2026

Rund 300 Gäste aus Medien, Politik und Wirtschaft kamen am Mittwochabend beim "Fuhrgassl-Huber" zusammen. Zwischen Wein und Brettljause ging es um Medienförderung, ORF-Reform und den Umgang mit den globalen Plattformen.

Am Mittwochabend lud der Verband Österreichischer Privatsender (VÖP) wieder zu seinem traditionellen Privatsender-Heurigen, der auch heuer wieder beim "Fuhrgassl-Huber" in Neustift am Walde im 19. Wiener Gemeindebezirk über die Bühne ging. Trotz regnerischem Wetter folgten gut 300 Branchenvertreter:innen sowie Gäste aus Wirtschaft und Politik der Einladung und nutzten den Abend, um sich über aktuelle Herausforderungen in der österreichischen Medienlandschaft auszutauschen.

Neben dem medienpolitischen Austausch bot die Veranstaltung auch Gelegenheit zum Networking. "Wir wollen unseren Gästen einfach auch einen schönen Abend ermöglichen", sagte VÖP-Geschäftsführerin Corinna Drumm zur Eröffnung.

Werbegeld wandert zu globalen Plattformen

In seiner Begrüßung verwies VÖP-Präsident Christian Stögmüller auf die Bedeutung unabhängiger Medien für Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Gleichzeitig stünden private Medienanbieter wirtschaftlich erheblich unter Druck. Während immer größere Teile der Werbeerlöse zu internationalen Plattformkonzernen abflössen, müssten heimische Medien weiterhin journalistische, regulatorische und wirtschaftliche Verantwortung tragen.

"Österreichische Medien konkurrieren heute nicht mehr nur miteinander, sondern mit globalen Plattformkonzernen, die über völlig andere Größenordnungen und Rahmenbedingungen verfügen", sagte Stögmüller. Diese veränderte Wettbewerbssituation müsse künftig stärker in der Medienpolitik berücksichtigt werden.

Branche verlangt ORF-Reform

Als Grundlage für die Diskussion diente das kürzlich präsentierte VÖP-Thesenpapier "Next Level Medienpolitik – 15 Thesen für eine zukunftsorientierte Medienpolitik" (LEADERSNET berichtete). Darin fordert der Verband unter anderem eine Reform des ORF, die den gesamten Medienstandort stärken und Kooperationen mit privaten Medien forcieren soll.

Weitere Forderungen betreffen den Ausbau und die Modernisierung der Medienförderung, mehr Spielraum für Kooperationen und Zusammenschlüsse privater Anbieter sowie faire Wettbewerbsbedingungen gegenüber globalen Plattformen. Der Privatrundfunk müsse angesichts seiner Reichweite und gesellschaftlichen Bedeutung angemessen berücksichtigt werden.

Vor zusätzlichen Belastungen warnte der VÖP hingegen ausdrücklich. Neue Abgaben oder weitere regulatorische Verpflichtungen wären laut Stögmüller "der völlig falsche Schritt". Wer Medienvielfalt sichern wolle, dürfe nicht jene Anbieter zusätzlich belasten, die in Österreich investieren, Arbeitsplätze schaffen und journalistische Inhalte produzieren. 

Prominente Gäste

Auch zahlreiche Vertreter:innen der Bundesregierung und des Parlaments nahmen an der Veranstaltung teil. Mit dabei waren Bundeskanzler Christian Stocker, die Dritte Nationalratspräsidentin Doris Bures, Vizekanzler Andreas Babler, Bundesministerin Claudia Bauer und Staatssekretärin Michaela Schmidt. Aus dem Parlament kamen außerdem die Mediensprecher:innen Klaus Seltenheim (SPÖ), Henrike Brandstötter (NEOS) und Sigi Maurer (Grüne) sowie ÖVP-Generalsekretär Markus Gstöttner.

Seitens der Regulierungsbehörde KommAustria waren Martina Hohensinn und Thomas Petz gekommen, die RTR war durch Wolfgang Struber vertreten. Für den ORF nahmen Stiftungsratsvorsitzender Heinz Lederer, die amtierende Generaldirektorin Ingrid Thurnher und der designierte Generaldirektor Clemens Pig am Privatsender-Heurigen teil. Vom deutschen Privatsenderverband Vaunet kamen Marco Maier und Heiko Zysk.

Unter den Gästen befanden sich darüber hinaus Rainer Nowak und Gerald Grünberger vom Verband Österreichischer Zeitungen sowie Fritz Dungl vom Verband der Regionalmedien. Aus der Werbe- und Kommunikationsbranche folgten unter anderem Sabine Auer-Germann (Adverserve), Stefan Zoisl (Dentsu), Thomas Bokesz (IPG), Markus Latzka (Wirz), Harald Chromy (Forstinger) und Joanna Jarosz-Bahr (XXXLutz) der Einladung.

LEADERSNET war beim Privatsender-Heurigen 2026 dabei. Fotos sehen Sie in unserer Galerie.

www.voep.at

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