Weiterbildungsprogramm ab 6. Oktober
MCÖ will Unternehmen fit für neue Green-Claims-Regeln machen

Mit dem "Certified Sustainability Experts-Program" greift der Marketing Club Österreich die verschärften Vorgaben für Umweltwerbung auf und zeigt, wie sich Nachhaltigkeitsclaims künftig rechtssicher kommunizieren lassen.

"Nachhaltig", "grün", "umweltfreundlich" oder "klimaneutral" gehören seit Jahren zum Standardvokabular vieler Marken und finden sich auf Verpackungen ebenso wie in Imagekampagnen. Was lange, als Ausdruck unternehmerischer Verantwortung galt und kaum hinterfragt wurde, bekommt nun mit 27. September einen engen rechtlichen Rahmen, wenn hierzulande die Bestimmungen zur Umsetzung der europäischen EmpCo-Richtlinie gelten. Sie legen deutlich präziser fest, unter welchen Voraussetzungen mit ökologischen Vorteilen geworben werden darf, und machen aus einer Frage des Tonfalls eine Frage der Nachweisbarkeit. Genau an dieser Stelle setzt das "Certified Sustainability Experts-Program" des Marketing Club Österreich (MCÖ) an, dessen nächster Durchgang im Oktober beginnt.

Pauschale Umweltbegriffe brauchen künftig eine Grundlage

Im Fokus der neuen Bestimmungen stehen vor allem allgemein gehaltene Umweltaussagen. Begriffe wie "grün", "umweltfreundlich" oder "ökologisch" dürfen ohne entsprechende Grundlage nicht mehr eingesetzt werden. Auch für Nachhaltigkeitssiegel gelten schärfere Anforderungen, sie müssen auf einem Zertifizierungssystem beruhen oder von staatlichen Stellen festgesetzt worden sein. Produktbezogene Versprechen wie "klimaneutral", die sich auf die Kompensation von Treibhausgasemissionen stützen, werden unzulässig.

"Damit können bisher gebräuchliche Claims zum Risiko werden. Nachhaltigkeit bleibt ein wichtiges Thema für Marken, aber die Zeiten vager grüner Versprechen sind vorbei. Marketingverantwortliche müssen künftig sehr genau wissen, was hinter einem Claim steht und ob er einer Überprüfung standhält. Das erfordert mehr Wissen und verändert die Verantwortung im Marketing deutlich", erklärt Regina Loster, Geschäftsführerin des Marketing Club Österreich.

Betroffen ist die gesamte externe Kommunikation, von der Website über Social Media und Verpackungen bis zu Broschüren, Kampagnen und klassischer Werbung. Unternehmen müssen daher erheben, welche Green Claims aktuell im Umlauf sind, ob die dahinterliegenden Aussagen ausreichend belegt sind, welche Siegel verwendet werden und ob bereits geplante Kampagnen den neuen Anforderungen standhalten. Der Gesetzgeber verfolgt damit das Ziel, Konsument:innen besser vor irreführenden Umweltaussagen und Greenwashing zu schützen.

Lehrgang verbindet Regulatorik mit Anwendungsfällen

Die bereits etablierte MCÖ-Weiterbildung richtet sich an Marketing- und Kommunikationsverantwortliche sowie an Führungskräfte, die Nachhaltigkeit im Unternehmen verankern und fundiert nach außen tragen wollen. Expert:innen aus Marketing, Beratung und Recht vermitteln Inhalte zu ESG und Nachhaltigkeit, Green Marketing, Greenwashing, regulatorischen Anforderungen und glaubwürdiger Nachhaltigkeitskommunikation. Digitale Formate werden dabei mit Präsenzworkshops und konkreten Anwendungsfällen aus der Praxis kombiniert.

"Viele Nachhaltigkeitsbegriffe haben sich über Jahre ganz selbstverständlich in der Unternehmenskommunikation etabliert. Genau diese Routine kann jetzt zum Problem werden. Marketing und Kommunikationsverantwortliche müssen wissen, welche Aussagen zulässig sind, welche Nachweise sie dafür benötigen und wo die rechtlichen Grenzen liegen", meint Barbara Niederschick, Kursleiterin der MCÖ-Weiterbildung. Weniger über Nachhaltigkeit zu sprechen, ist aus ihrer Sicht dennoch keine Option – statt der Menge steige die Anforderung an die Qualität, Aussagen müssten konkreter, nachvollziehbarer und belegbar werden.

Der nächste Durchgang des "Certified Sustainability Experts-Program" startet am 6. Oktober 2026. Nach Abschluss erhalten die Teilnehmer:innen eine Teilnahmebestätigung, zusätzlich besteht die Möglichkeit einer Personenzertifizierung zum "Corporate Sustainability & ESG Beauftragten" nach Austrian Standard.

Mehr Informationen finden Sie hier.

www.marketingclub.at

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