Bitterer Konkurs
Traditionsbetrieb schlittert nach über 135 Jahren in Millionenpleite

| Redaktion 
| 17.09.2026

Das auf Metalltechnik und Kunststoffverarbeitung spezialisierte Unternehmen ist im Konkurs und dürfte keine Zukunftsperspektiven mehr haben.

Über das Vermögen der Alpenländischen Schilderfabrik Gebell GmbH mit Sitz in Feldkirchen bei Graz wurde ein Konkursverfahren eröffnet. Das Verfahren läuft am Landesgericht für Zivilrechtssachen Graz. Den Konkursantrag stellte das Unternehmen selbst.

Nach Angaben des KSV1870 sind derzeit 25 Dienstnehmer:innen und 65 Gläubiger:innen betroffen. Die Verbindlichkeiten werden auf Basis der vorgelegten Unterlagen mit rund 1,707 Millionen Euro beziffert. Dem stehen laut KSV1870 Vermögenswerte von rund 1,667 Millionen Euro zu Liquidationswerten gegenüber. Die Angaben werden im weiteren Verlauf des Insolvenzverfahrens geprüft.

Rückläufige Umsätze belasteten das Unternehmen

Als Ursachen für die Insolvenz nennt die Schuldnerin rückläufige Umsätze in den vergangenen beiden Jahren. Gleichzeitig sei es nicht gelungen, die Kosten im erforderlichen Ausmaß an die schwächere Geschäftsentwicklung anzupassen. Als weitere Belastung führt das Unternehmen hohe Personalkosten an.

Die Wurzeln der Schilderfabrik reichen rund 135 Jahre zurück. Das Unternehmen ist auf die Herstellung von Verkehrszeichen, Leiteinrichtungen und weiteren Schildern für Gemeinden, Städte, öffentliche Auftraggeber und Unternehmen spezialisiert. Darüber hinaus ist der Betrieb in der Kunststoffverarbeitung, Metall- und Drucktechnik sowie im Handelsgewerbe tätig.

Insolvenzverwalter prüft Fortführung

Nach Angaben der Schuldnerin wird keine dauerhafte Fortführung des Unternehmens angestrebt. Auch ein Sanierungsplan ist derzeit nicht vorgesehen. Ob der Betrieb zumindest vorübergehend weitergeführt werden kann, ist allerdings noch offen. "Der Insolvenzverwalter wird prüfen, ob eine Fortführung des Unternehmens im Interesse der Gläubiger liegt", erklärt Julia Liszt vom KSV1870.

Zum Insolvenzverwalter wurde die ScherbaumSeebacher Rechtsanwälte GmbH, vertreten durch Norbert Scherbaum, bestellt. Die Berichts- und Prüfungstagsatzung findet am 1. Dezember 2026 statt.

www.akv.at

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