Der Kampf um Marktanteile im heimischen Lebensmittelhandel bleibt in Bewegung. Die aktuellen NielsenIQ-Zahlen für die ersten sieben Monate 2026, die KEYaccount/LEADERSNET zugespielt wurden, bestätigen den bisherigen Jahrestrend: Spar wuchs erneut stärker als der Gesamtmarkt und konnte seinen Vorsprung weiter ausbauen. Auch Hofer und Lidl gewannen weiter Marktanteile, während Rewe im bisherigen Jahresverlauf unter dem Vorjahresniveau blieb. Diese Entwicklung hatte sich bereits in den vergangenen Monaten abgezeichnet. KEYaccount/LEADERSNET berichtete hier und hier.

Spar vergrößert Abstand auf Rewe
Von Jänner bis Juli 2026 erreichte Spar einen Marktanteil von 36,9 Prozent. Gegenüber dem Vergleichszeitraum 2025 entspricht das einem Plus von 0,9 Prozentpunkten. Damit bleibt der Marktführer auch nach sieben Monaten der größte Gewinner unter den beiden Vollsortimentern.
Rewe, zu dessen Marktanteil NielsenIQ unter anderem Billa, Penny und Adeg zählt, kam im selben Zeitraum auf 32,1 Prozent. Im Vorjahr waren es 32,5 Prozent gewesen, womit die Handelsgruppe 0,4 Prozentpunkte verlor. Der Abstand zwischen Spar und Rewe beträgt damit nach sieben Monaten 4,8 Prozentpunkte.
Auch die Diskonter bleiben auf Wachstumskurs. Hofer und Lidl, die von NielsenIQ gemeinsam ausgewiesen werden, steigerten ihren Marktanteil von 25,7 auf 26,0 Prozent. Das entspricht einem Plus von 0,3 Prozentpunkten. Penny, der dritte Diskonter am Markt, wird weiterhin dem Rewe-Marktanteil zugerechnet.
Juli brachte Rewe ein Plus
Interessant ist dieses Mal auch ein Blick auf den Einzelmonat Juli. Hier zeigt sich ein etwas anderes Bild als in der kumulierten Jahresbetrachtung. Spar erreichte im Juli einen Marktanteil von 37,2 Prozent und lag damit nur 0,1 Prozentpunkte über dem Vorjahresmonat. Rewe konnte hingegen von 31,7 auf 32,2 Prozent zulegen und damit 0,5 Prozentpunkte gewinnen. Hofer und Lidl verbesserten sich leicht von 25,3 auf 25,4 Prozent. Bei Spar ist das moderate Plus allerdings vor dem Hintergrund einer ungewöhnlich hohen Vergleichsbasis zu sehen. Genau vor einem Jahr hatte der Wirbel rund um die Rabattmarken bei Billa für erhebliche Verschiebungen bei den Marktanteilen gesorgt. Rewe verlor damals deutlich, während Spar stark zulegen konnte. Im Vorjahr berichtete KEYaccount/LEADERSNET hier.
Das aktuelle Juli-Plus von Rewe ist daher auch vor diesem Basiseffekt zu betrachten. Umgekehrt gelang es Spar, das bereits hohe Niveau des Vorjahresmonats noch leicht zu übertreffen.
Unimarkt-Aus wird immer sichtbarer
Deutlich stärker fallen die Verschiebungen bei Markant aus. Von Jänner bis Juli sinkt der Marktanteil von 2,1 auf 1,4 Prozent, ein Minus von 0,7 Prozentpunkten. Im Einzelmonat Juli ist der Effekt noch ausgeprägter: Markant, im Prinzip also Nah&Frisch, kommt nur noch auf 1,3 Prozent, nach 2,2 Prozent im Juli des Vorjahres. Hier schlägt sich das Ende von Unimarkt zunehmend in der Statistik nieder. Die Ende 2025 vom Markt verschwundene oberösterreichische Handelskette wurde von NielsenIQ der Kategorie Markant zugerechnet. Mit zunehmendem Abstand zum Unimarkt-Aus wird der Effekt daher auch in den Marktanteilen immer deutlicher.
Ein Teil der ehemaligen Unimarkt-Standorte wurde mittlerweile von anderen Handelsunternehmen wie Rewe oder Spar übernommen. Damit dürfte sich die Neuordnung auch in den kommenden Monaten weiter in den NielsenIQ-Zahlen niederschlagen. Der restliche Lebensmittelhandel, dem NielsenIQ vor allem die Umsätze der Tiroler Kette MPreis zuordnet, kommt von Jänner bis Juli auf 3,6 Prozent, nach 3,7 Prozent im Vorjahreszeitraum. Im Einzelmonat Juli steigt der Anteil hingegen leicht von 3,8 auf 3,9 Prozent.
Konzentration setzt sich fort
Nach sieben Monaten zeichnet sich damit ein zunehmend klares Bild ab. Spar baut seine Marktführerschaft weiter aus, Hofer und Lidl gewinnen ebenfalls hinzu. Rewe bleibt zwar klar die Nummer zwei und kann im Juli gegenüber der niedrigen Vorjahresbasis wieder zulegen, liegt im bisherigen Gesamtjahr aber weiterhin unter dem Vorjahresniveau. Gleichzeitig hinterlässt das Ausscheiden von Unimarkt immer deutlichere Spuren in der Marktanteilsstatistik.
Spannend wird nun, ob Rewe die positive Juli-Entwicklung in den kommenden Monaten fortsetzen und den Abstand zu Spar wieder verkleinern kann. Und: Was passiert mit MPreis? Ist an den Gerüchten, wonach Rewe einen Einstieg plant, etwas dran? KEYaccount/LEADERSNET bleibt als einziges Medium kontinuierlich an der Entwicklung der Marktanteile im österreichischen Lebensmittelhandel dran.
www.spar.at
www.rewe-group.at
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www.lidl.at
www.mpreis.at
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