Fotos & Video "Peter & Paul"
"Der digitale Zug bewegt sich extrem schnell – ob wir wollen oder nicht"

| Larissa Bilovits 
| 06.09.2026

Im neuen "Peter & Paul" sprechen Thomas Kicker (CEO Magenta Telekom) und Eva Heralic (VP Sales Cybersecurity AT NTT Data DACH) u.a. darüber, wie Österreichs digitale Zukunft leistungsfähig und sicher gestaltet werden kann. Zudem erklären sie, warum der Datenverbrauch rasant steigt, Glasfaser immer wichtiger wird und herkömmliche Cybersecurity-Strategien an ihre Grenzen stoßen.

Die neue Folge "Peter & Paul" dreht sich dieses Mal rund um das Thema "Digitale Zukunft". Dazu spricht Paul Leitenmüller (CEO Opinion Leaders Network) mit seinen beiden Gästen Thomas Kicker (CEO Magenta Telekom) und Eva Heralic (VP Sales Cybersecurity AT NTT Data DACH). Gedreht wurde die aktuelle Folge in den Räumlichkeiten von DLA Piper in der Wiener Innenstadt, in denen Gastgeber Christoph Mager (Country Managing Partner DLA Piper Österreich) die Gäste persönlich willkommen hieß.

Warum leistungsfähige Netze zum Gamechanger werden

Thomas Kicker ist CEO von Magenta Telekom, die Teil der Deutschen Telekom ist und Österreich mit Mobilfunk, Festnetz, TV, Cloud-Diensten und Sicherheitslösungen versorgt. Genau dieses Gesamtpaket sei für Kicker der entscheidende Unterschied im Markt. Demnach mache es wenig Sinn, sich eine SIM-Karte und einen Router unbekannter Herkunft selbst zusammenzustückeln. Ein Gesamtangebot auf einer Rechnung und mit einer konkreten Ansprechperson sei ein wesentlicher Differenzierer auf dem Weg in die Zukunft, ist der CEO überzeugt.

Die technische Grundlage dafür bildet die Netzinfrastruktur, die in der Kundenwahrnehmung häufig unsichtbar bleibt. Kicker verwies auf die Luftschnittstelle im Mobilfunk sowie auf den Glasfaserausbau, der leistungsfähige Anschlüsse bis in Wohnungen und Unternehmen bringt. Die dabei bewegten Datenmengen wachsen rasant: "Wir haben dieses Jahr circa 6.000 Petabyte an Daten, die wir transportieren", so der Magenta-Chef. Und das Volumen steige jährlich um 20 bis 30 Prozent. Getrieben werde diese Entwicklung derzeit noch stark vom klassischen Medienkonsum, wie Instagram und Co. Zudem würden KI-Anwendungen, Cloud-Dienste und die fortschreitende Digitalisierung den Verbrauch weiter steigen lassen. Mit Robotik und autonomem Fahren kämen künftig zusätzliche Anwendungen hinzu, die große Datenmengen, hohe Rechenleistung und geringe Latenzen erfordern.

Beim Ausbaustand sieht Kicker Österreich zweigeteilt. Im Mobilfunk sei das Land mit einem sehr leistungsfähigen Netz weit vorne, bei Glasfaser gebe es dagegen sowohl beim Ausbau als auch bei der Nutzung deutlichen Aufholbedarf. Als zentralen Vorteil der Technologie hob er hervor: "Glasfaser ist kein geteiltes Medium. Das heißt, ich habe wirklich meine eigene Leitung." Besonders der Uplink werde mit KI-Anwendungen immer wichtiger.

Sicherheit in mehreren Schichten

Cybersecurity beschreibt Kicker als Aufgabe, die sich nicht auf eine einzelne Schutzmauer reduzieren lässt. Er vergleicht die Architektur mit einer Zwiebel, deren Schichten unterschiedliche Angriffsvektoren abdecken. Nach dem Prinzip "Security by Design" beginne der Schutz bereits beim Grundaufbau des Netzes und reiche über die Klassifizierung von Daten und Sicherheitszertifikate bis zum laufenden Netzwerk-Monitoring. Europaweit betreibt der Konzern nach Angaben des CEO 14 geo-redundante Cyber Security Operations Center. Rund 4.000 Mitarbeiter:innen der Deutschen Telekom arbeiten ausschließlich im Bereich Cybersecurity.

Als europäisches Unternehmen sieht sich Magenta dabei in einer besonderen Verantwortung. Neben regulatorischen Vorgaben und baulichen Auflagen beim Glasfaserausbau gehe es vor allem darum, eine verlässliche und geschützte Infrastruktur bereitzustellen. Der Anspruch dahinter ist für Kicker ein grundsätzlicher: Kund:innen sollen sich darauf verlassen können, dass ihre Daten sicher sind.

Wenn ein Angriff nur noch zwei Minuten dauert

Eva Heralic ist Vice President Sales Cybersecurity AT bei NTT Data DACH. Das Unternehmen gehört zum japanischen NTT-Konzern mit Sitz in Tokio und ist unter anderem auf Cybersecurity, KI-Transformation und Datensicherheit spezialisiert. Rund 8.000 Beschäftigte arbeiten laut Heralic weltweit ausschließlich im Sicherheitsbereich. Die größte Bedrohung ortet die Managerin heute nicht in einer bestimmten Angriffsform, sondern im Tempo. "Mittlerweile dauert ein Cyberangriff vielleicht ein, zwei Minuten", erklärt sie und betont, dass sich Unternehmen auf diese Bedrohung vorbereiten müssen.

Wie schnell dabei aus einem einzelnen Zugang ein weitreichendes Problem werden kann, machte Heralic am Beispiel einer gehackten Lernplattform deutlich. Fließen persönliche Daten und Passwörter ab, könnten sich Angreifer:innen rasch in weiteren Systemen ausbreiten, weil viele Beschäftigte dasselbe Passwort für sämtliche Anwendungen verwenden. Ältere Sicherheitsstrategien greifen deshalb aus ihrer Sicht zu kurz. Früher habe man einzelne Bereiche abgesichert, heute brauche es einen ganzheitlichen Ansatz, der Cybersecurity als Basis versteht und von Ende zu Ende denkt. Professionalisierte Angriffe mit KI-gestützter Automatisierung würden diesen Druck zusätzlich erhöhen. Die bisherigen Ansätze seien häufig reaktiv statt proaktiv.

Digitale Souveränität beginnt im eigenen Unternehmen

Beim Thema Datensouveränität unterscheidet Heralic drei Ebenen: Produkte, Daten und Cloud. Während der europäische Einfluss auf die eingesetzten Produkte begrenzt sei, gebe es für den Schutz von Daten längst funktionierende Lösungen, etwa unterschiedliche Formen der Verschlüsselung. "Das Problem dabei ist nur, dass die Unternehmen diese Lösungen nicht einsetzen." Für die Cloud brauche es vor allem eine durchdachte Strategie und eine Architektur, die nicht von einem einzigen Hyperscaler abhängig ist.

Ein entscheidender Hebel liegt für die Expertin damit in den Unternehmen selbst. Viele wüssten gar nicht, welche Daten sie überhaupt besitzen und wohin diese abfließen – Stichwort "Shadow AI". NTT Data stelle seinen Beschäftigten deshalb Enterprise-Lizenzen für KI-Anwendungen zur Verfügung, damit sie diese in einem sicheren und kontrollierten Rahmen verwenden können. Beschäftigte fänden ohnehin Wege, solche Anwendungen zu nutzen, argumentierte Heralic. Ein kontrollierter Zugang sei daher auch der sicherere.

Respekt ja, Angst nein

Auf die Frage, ob man der digitalen Zukunft mit Vorfreude oder Respekt begegnen sollte, antworteten beide Gäste ähnlich. Kicker plädierte trotz aller Herausforderungen für digitalen Optimismus. Wer sich mit neuen Technologien auseinandersetzt, ihre Stärken und Schwächen versteht und erste Anwendungen selbst ausprobiert, könne von den Entwicklungen profitieren. "Der digitale Zug bewegt sich extrem schnell – ob wir wollen oder nicht", sagte er.

Auch Heralic warnte davor, aus Sorge vor Angriffen in eine Abwehrhaltung zu verfallen. Es gebe gute Lösungen, Unternehmen dürften jedoch nicht die Augen vor der Geschwindigkeit neuer Bedrohungen verschließen. Wer Resilienz aufbaue, ganzheitlich denke und auf einen verlässlichen Partner setze, sei aus ihrer Sicht gut aufgestellt. "Respekt ist ein guter Ansatz. Angst definitiv nicht", so die Managerin abschließend.

Was Thomas Kicker und Eva Heralic zum Thema "Digitale Zukunft" noch sagen, sehen Sie in unserem Video und hören Sie in unseren Podcasts.

Alle "Peter & Paul"-Folgen zum Nachschauen finden Sie hier.

Fotos vom Dreh sehen Sie in der Galerie.

www.magenta.at

www.nttdata.com

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