Meilenstein für Madama Butterfly
Japanische Torii feierlich an Oper Burg Gars übergeben

In den Wiener Dekorationswerkstätten fand die Übergabe der ersten großen Bühnenelemente für die diesjährige Inszenierung von Madama Butterfly statt. Die imposanten, traditionell ostasiatischen Tore wurden eigens für das Open-Air-Spektakel angefertigt und bilden das visuelle Herzstück des neuen Bühnenbilds.

Die Vorbereitungen auf das Open-Air-Highlight "Madama Butterfly" biegen auf die Zielgrade ein. Im feierlichen Rahmen der Wiener Werkstätten von Art for Art übergab etwa Geschäftsführerin Petra Höfinger die zentralen Bühnenelemente an den Intendanten der Oper Burg Gars, Clemens Unterreiner. Die beiden maßgefertigten japanischen Torii bilden das visuelle Herzstück der Inszenierung und versprechen, das Publikum auf der historischen Festungsbühne in das Japan der Jahrhundertwende zu führen. 

Fernöstliche Klangwelten

Aufgeführt wird das weltberühmte Stück von Giacomo Puccini am 11. Juli 2026. Zwei Torii werden dabei zu sehen sein: zum einen das rund vier Meter hohe und 4,80 Meter breite Haupttorii, das die Umrahmung des Tonbühnenaufgangs bildet, und zum anderen das kleinere Torii, das als Fotopoint dienen wird. 

"Die Oper beginnt für mich nicht erst mit dem ersten Ton des Orchesters, sondern bereits in jenem Moment, in dem das Publikum in die Welt einer Geschichte eintaucht. Die beiden Torii schaffen genau diesen Zauber. Sie heißen unsere Gäste willkommen und öffnen symbolisch das Tor zu Puccinis berührendem Meisterwerk. Dass diese einzigartigen Bauwerke in den renommierten Werkstätten von Art for Art entstanden sind, erfüllt mich mit großer Freude und Dankbarkeit. Sie stehen beispielhaft für die Verbindung von Kunst, Handwerk und Leidenschaft, die jede große Opernproduktion ausmacht", so Unterreiner. 

Tore zwischen den Welten

Torri gelten in der japanischen Kultur als symbolische Tore zwischen der profanen und spirituellen Welt. In der Garser "Madama Butterfly" werden sie zu einem sichtbaren Zeichen des Übergangs – von der Realität in die Welt der Oper. Zusätzlich schlagen sie eine Brücke zwischen japanischer Tradition und europäischer Opernkunst. 

Die historisch inspirierten Nachbildungen wurden in rund 120 Arbeitsstunden von den Theaterplastiker:innen von Art for Art unter der Leitung von Haluk Atalayman und unter Mitwirkung von Auszubildenden gefertigt. Die Konstruktion besteht aus Aluminium-Formrohren, Holz, Styropor und mehreren Schichten glasfaserverstärkter Beschichtungen. Durch aufwendige Modellierungs-, Schleif-, Lackier- und Versiegelungsarbeiten wurden die Torii wetterfest ausgeführt und für ihren langfristigen Einsatz im Freien vorbereitet.

"Wir, die Werkstätten der Österreichischen Bundestheater, freuen uns, unser Know-how auch in externe Theater- und Opernprojekte einzubringen. Besonders Open-Air-Produktionen wie die Oper Burg Gars erfordern spezielle konstruktive Ansätze – wie die Herstellung dieser beiden Torii. Eine Aufgabe, der wir uns gemeinsam mit unseren Mitarbeiter:innen sowie unseren Lehrlingen mit großer Freude gewidmet haben", erklärt Höfinger. 

Hinter den Kulissen

Die Gäste der Veranstaltung erhielten bei einem Rundgang durch die Dekorationswerkstätten der Österreichischen Bundestheater Einblicke in die Fertigung der Bühnenbilder. Werkstättenleiter Hendrik Nagel demonstrierte gemeinsam mit Mitarbeiter:innen und Lehrlingen die verschiedenen handwerklichen Schritte einer Opernproduktion. Unter den Teilnehmer:innen waren neben Petra Höfinger und Clemens Unterreiner auch die Hauptdarsteller der Produktion "Madama Butterfly", Eugenia Dushina und Gabriel Arce, sowie Vertreter:innen der Oper Burg Gars und der Kulturszene. Der anschließende Sekt-Empfang diente schließlich dem Austausch über die institutionelle Zusammenarbeit. 

www.operburggars.at

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