Fotos von "Liquid Presence"
Rebecca Horner tanzt in den instabilen Fadenwelten von Franz Josef Baur

Das Kunstprojekt "Liquid Presence" untersucht die Auflösung der menschlichen Silhouette. Im Zentrum stehen Kleider aus einzelnen Textilfäden, die auf jede Bewegung der Tänzerin reagieren. Die feste Kontur des Körpers verschwindet und weicht einer fließenden, sich fortwährend verändernden Form.

Der Künstler Franz Josef Baur sprengt die Grenzen starrer Genres. Virtuos verbindet der Wahl-Wiener bildende Kunst mit avantgardistischem Modedesign und Pop-Art. Seine ausdrucksstarken, teils gesellschaftskritischen Werke leben von einer unkonventionellen Materialästhetik, die er in seiner neuesten Arbeit auf die Spitze treibt, denn Textilien werden hier direkt zum bildnerischen Medium.

Um diese Vision emotional und physisch zum Leben zu erwecken, holte Baur die Ausnahmetänzerin Rebecca Horner als Muse und Partnerin an seine Seite. Aus dem Dialog zwischen seiner textilen Kunst und ihrer ausdrucksstarken Körperlichkeit entstand das neueste Projekt "Liquid Presence".

Wenn Konturen fließen

Das Projekt untersucht die radikale Auflösung des menschlichen Körpers im Zusammenspiel von Bewegung, Farbe und Form. Im Zentrum stehen visionäre Fadenkleider, kunstvoll gewebt aus unzähligen feinen Textilfäden. Sie wollen den Körper weder umschließen noch definieren – vielmehr atmen sie mit ihm. Bei jeder Bewegung geraten die Fäden in Schwingung, heben sich, lösen sich voneinander und lassen feste Konturen im Raum verschwimmen. Die Silhouette wird instabil, fließend und entzieht sich jeder eindeutigen Form. Am Ende erscheint der Körper nicht mehr als starre Einheit, sondern als ein faszinierendes Wesen im fortwährenden Wandel.

"Mit 'Liquid Presence' wollte ich zeigen, dass wir nicht immer eine feste Form haben müssen. In einer Zeit, in der vieles im Wandel ist, dürfen wir uns verändern, bewegen und neu entdecken. Die Fäden reagieren auf jede Bewegung und machen sichtbar, dass nichts wirklich starr ist. Rebecca verkörpert diesen Gedanken auf eine ganz natürliche Weise. Sie trägt die Arbeit nicht nur, sie macht sie lebendig", so Baur über das Projekt, der überzeugt ist: "Die schönsten Dinge entstehen, wenn Menschen den Mut haben, sich zu bewegen und ihrem eigenen Impuls zu folgen." 

Für Rebecca Horner bedeutet die Zusammenarbeit mit Baur eine Auszeit vom hektischen Alltag. Wie die Ausnahmetänzerin betont, sei das gemeinsame Projekt wie eine Streicheleinheit für die Seele. Fotograf Jakob Kotzmuth betonte wiederum die Dynamik des Projekts. "Liquid Presence" zeige den Körper nicht als feste Form, sondern als etwas ständig Veränderndes. Durch das Zusammenspiel von Textil, Farbe und Performance entstehe die Ästhetik fortwährend neu: "Die Fadenarbeiten von Franz Josef Baur werden zu beweglichen Skulpturen", so Kotzmuth. "Und werden im Moment eingefangen, bevor sie sich wieder auflösen und verändern."

Hinter den Kulissen

Im Zentrum der Inszenierung verschmelzen somit die textile Kunst von Baur und die ausdrucksstarke Performance seiner Muse Rebecca Horner. Die visuelle Magie des Projekts fing der Fotograf Jakob Kotzmuth ein, während Makeover Hamburg für das Hair- und Makeup-Design sorgte. 

Einen Eindruck von "Liquid Presence" erhalten Sie mittels Galerie.

www.fjbaur.net

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