Kassentrends
Gen Z treibt Self-Checkout im Handel voran

| Wolfgang Zechner 
| 09.08.2026

Eine neue Studie zeigt, dass fast die Hälfte der Österreicher:innen bereits Selbstbedienungskassen nutzt, bei den 18- bis 29-Jährigen sind es sogar 82 Prozent. Besonders boomt diese Bezahllösung im Lebensmittelhandel. 

Self-Checkout ist im österreichischen Handel angekommen, die Akzeptanz unterscheidet sich allerdings deutlich nach Alter. Laut dem aktuellen "Consumer Check: So kauft Österreich" des Handelsverbands in Kooperation mit Thalia Österreich nutzen insgesamt 47 Prozent der Bevölkerung gerne Selbstbedienungskassen. Für die Studie befragte Reppublika Research 1.009 Personen in Österreich.

Besonders hoch ist die Zustimmung bei der Generation Z: 82 Prozent der 18- bis 29-Jährigen nutzen SB-Kassen gerne. Bei den Millennials sind es 67 Prozent, in der Generation X 39 Prozent. Bei Babyboomern und älteren Konsument:innen sinkt der Anteil auf 20 Prozent. "Self-Checkout ist ein Generationenthema. Je älter die Kunden, desto größer die Skepsis", sagt Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbands.

Lebensmittelhandel liegt vorne

Am stärksten verbreitet sind Selbstbedienungskassen im Lebensmittelhandel. 31 Prozent der Konsument:innen nutzen sie dort häufig oder fast immer, weitere 20 Prozent zumindest gelegentlich. Damit verwendet bereits mehr als die Hälfte beim Lebensmitteleinkauf zumindest fallweise Self-Checkout. In anderen Branchen fällt die regelmäßige Nutzung geringer aus. Bei Baumärkten liegt sie bei 20 Prozent, bei Drogerien bei 18 Prozent und im Einrichtungshandel bei 15 Prozent. Im Sport- und Modehandel sind es jeweils 14 Prozent, im Buchhandel elf Prozent und im Elektrohandel zehn Prozent.

Als wichtigsten Vorteil von SB-Kassen nennen 36 Prozent die Zeitersparnis. Ein Viertel schätzt es, das Tempo beim Bezahlen selbst bestimmen zu können, 21 Prozent den kontaktlosen Ablauf. Gleichzeitig sehen 36 Prozent mögliche Auswirkungen auf Arbeitsplätze kritisch, 34 Prozent halten Self-Checkout bei größeren Einkäufen für unpraktisch.

Mehrheit will weiterhin Wahlfreiheit

Trotz der zunehmenden Nutzung möchte eine deutliche Mehrheit nicht vollständig auf bediente Kassen verzichten. 76 Prozent wünschen sich die Möglichkeit, zwischen Self-Checkout und persönlicher Bedienung zu wählen. 53 Prozent bevorzugen SB-Kassen für einfache Einkäufe, möchten bei Bedarf aber weiterhin persönliche Beratung erhalten.

"Die Zukunft der Kassa ist nicht entweder oder. Drei Viertel der Kundinnen und Kunden wollen Wahlfreiheit", sagt Andrea Heumann, Vizepräsidentin des Handelsverbands und Geschäftsführerin von Thalia Österreich.

Bei Thalia selbst ist der Anteil der über SB-Kassen abgewickelten stationären Umsätze seit deren Einführung im September 2023 von rund drei auf rund 16 Prozent gestiegen. Mittlerweile verfügt das Unternehmen über 106 entsprechende Terminals. Zu Weihnachten 2025 wurde in großen Stadtbuchhandlungen in Wien und Linz mehr als jeder vierte Euro über Selbstbedienungskassen abgewickelt.

Auch beim Bezahlen mit dem eigenen Smartphone gibt es noch Wachstumspotenzial. Das Prinzip "Scan & Go" kennen laut Studie 45 Prozent der Befragten, genutzt haben es bislang 14 Prozent. Bei den 18- bis 29-Jährigen liegt dieser Anteil mit 31 Prozent deutlich höher.

www.handelsverband.at

www.thalia.at

Kommentar veröffentlichen

* Pflichtfelder.

leadersnet.TV