Iran-Krieg belastet Fluglinie
AUA schreibt tiefrote Zahlen und streicht Strecken

Der Krieg im Nahen und Mittleren Osten hat die Austrian Airlines im ersten Halbjahr massiv belastet. Nun reagiert die heimische Fluglinie mit Einschnitten im Winterflugplan. An den Investitionsplänen wird dennoch festgehalten.

Die Auswirkungen des Kriegs im Nahen und Mittleren Osten haben die Austrian Airlines im ersten Halbjahr 2026 deutlich zu spüren bekommen. Wie am Dienstag im Rahmen der Bilanzpräsentation mitgeteilt wurde, verschlechterte sich bereinigte Betriebsergebnis (Adjusted EBIT) gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 50 Millionen Euro auf minus 93 Millionen Euro. Hauptursachen waren stark gestiegene Treibstoffkosten sowie aus Sicherheitsgründen notwendige Streckenstreichungen.

Winterflugplan wird ausgedünnt

Als Reaktion auf die wirtschaftliche Belastung passt die Lufthansa-Tochter ihr Angebot im Winterflugplan an. Besonders ins Auge sticht das Aus für die seit Jahren defizitäre Verbindung zwischen Wien und Graz. Die Strecke wird eingestellt, Graz bleibe jedoch weiterhin über die Lufthansa-Drehkreuze Frankfurt, München und Zürich an das internationale Streckennetz angebunden. Zusätzlich verweist die AUA auf die AIRail-Verbindung nach Wien.

Vorläufig pausieren werden außerdem die Verbindungen nach Tiflis, Keflavik und Porto. Darüber hinaus streicht die Airline mehrere sogenannte Nightstops – also Übernachtungen von Flugzeugen und Crews am Zielort – in Klagenfurt, Kopenhagen, Warschau und Krakau.

Kerosinkosten um mehr als 60 Millionen Euro gestiegen

Nach Angaben der Fluglinie lagen die Treibstoffkosten trotz bestehender Absicherungsgeschäfte (Hedging) im ersten Halbjahr um mehr als 60 Millionen Euro über dem Vorjahresniveau. Hinzu kamen Ergebnisausfälle im zweistelligen Millionenbereich durch die ausgesetzten Verbindungen nach Amman, Erbil, Tel Aviv und Teheran.

AUA-Chefin Annette Mann spricht von erheblichen Belastungen durch den Iran-Krieg. Höhere Ticketpreise hätten bis Juni nur einen Teil der gestiegenen Kosten kompensieren können. Das Unternehmen habe deshalb interne Spar- und Effizienzprogramme beschleunigt, halte aber gleichzeitig an seinen langfristigen Investitionen fest.

Nachfrage bleibt hoch

Operativ entwickelte sich das Geschäft trotz der geopolitischen Unsicherheiten positiv. Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr um vier Prozent auf 1,22 Milliarden Euro. Gleichzeitig erhöhte sich die Zahl der Fluggäste um sechs Prozent auf 6,96 Millionen, während die Auslastung der Maschinen von 77,2 auf 80,6 Prozent zunahm.

Nach einer zunächst verhaltenen Buchungslage habe sich die Nachfrage für den Sommer kurzfristig deutlich belebt, erklärt Mann. Die frei gewordenen Kapazitäten aus den ausgesetzten Nahost-Verbindungen seien gezielt auf stark nachgefragte Urlaubsdestinationen wie Palma de Mallorca, Dubrovnik, Barcelona, Nizza und Málaga verlagert worden. Insgesamt umfasst der Sommerflugplan den Angaben zufolge mehr als 120 Destinationen.

Investitionen laufen weiter

Ungeachtet des Sparprogramms hält die AUA laut ihrer CEO an den geplanten Zukunftsinvestitionen fest. Noch heuer sollen zwei weitere Boeing 787-9 Dreamliner sowie ein zusätzlicher Airbus A320neo zur Flotte stoßen, so Annette Mann. Parallel werde die Embraer-Flotte schrittweise ausgemustert.

Auch der Ausbau der neuen Loungeflächen am Flughafen Wien, die Einführung von Starlink-Internet an Bord sowie die Modernisierung der Premium Economy Class werden wie geplant fortgesetzt. Zudem erhalten Cockpit-, Kabinen- und Bodenpersonal ab 2028 erstmals seit 30 Jahren neue Uniformen.

Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen strebt die Fluglinie für das Gesamtjahr 2026 weiterhin ein positives Ergebnis an. Dafür setze das Unternehmen neben nicht näher genannten internen Effizienzmaßnahmen auch auf weitere Verbesserungen der Standortbedingungen für die Luftfahrt in Österreich.

Bekenntnis zum Luftfahrtstandort Österreich

"Austrian investiert an verschiedenen Stellen entlang der gesamten Reisekette in die Zukunft, um das Erlebnis für unsere Fluggäste noch angenehmer, moderner und entspannter zu gestalten. Auch im Hinblick auf unseren 70. Geburtstag im nächsten Jahr ist das ein klares Statement, dass wir weiter an eine tragfähige Zukunft des Luftfahrtstandorts Österreich und damit auch von Austrian Airlines glauben", so die AUA-CEO abschließend.

www.austrian.com

Halbjahresbilanz 2026 der AUA

  • Adjusted EBIT: –93 Mio. Euro (Vorjahr: –43 Mio. Euro)
  • Umsatz: 1,22 Mrd. Euro (+4 Prozent)
  • Fluggäste: 6,96 Mio. (+6 Prozent)
  • Auslastung: 80,6 Prozent (Vorjahr: 77,2 Prozent)
  • Treibstoffkosten: mehr als 60 Mio. Euro höher als im Vorjahr
  • Winterflugplan: Wien–Graz wird eingestellt, Tiflis, Keflavik und Porto pausieren vorläufig

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Halbjahresbilanz 2026 der AUA

  • Adjusted EBIT: –93 Mio. Euro (Vorjahr: –43 Mio. Euro)
  • Umsatz: 1,22 Mrd. Euro (+4 Prozent)
  • Fluggäste: 6,96 Mio. (+6 Prozent)
  • Auslastung: 80,6 Prozent (Vorjahr: 77,2 Prozent)
  • Treibstoffkosten: mehr als 60 Mio. Euro höher als im Vorjahr
  • Winterflugplan: Wien–Graz wird eingestellt, Tiflis, Keflavik und Porto pausieren vorläufig

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