Handelsverband fordert weiteren Energiekostenzuschuss

| Dejan Filipovic 
| 13.12.2022

Der Einzelhandel werde 2023 mit Mehrkosten von einer halben Milliarde Euro zu kämpfen haben.

Die hohe Inflation und die herausfordernde Situation am Energiemarkt fordern bereits tausende Handelsunternehmen in Österreich massiv. Trotz Weihnachtsgeschäft und dritten Advent, der einem Umsatz von 300 Millionen Euro brachte (LEADERSNET berichtete), sieht der Handelsverband Österreich Handlungsbedarf.

"Mit ein paar guten Tagen kann man ein schwieriges Jahr kaum aufholen", heißt es von Seiten des HV.

Steigende Energie-Mehrkosten in 2023

Im Moment sollen zwei Drittel der österreichischen Händler:innen eine deutliche Verschlechterung ihrer Kapitalstruktur verzeichnen. Laut einer aktuellen Studie von EcoAustria im Auftrag des Handelsverbandes muss der Einzelhandel für das kommende Jahr Energie-Mehrkosten von 486 Millionen Euro, im Vergleich mit 2021, stemmen. Deswegen ortet der HV weiterhin dringenden Nachbesserungsbedarf beim Energiekostenzuschuss für Unternehmen.

"Wir stehen in ständigem Austausch mit Spitzenvertreter:innen der Bundesregierung, damit ein weiterer Energiekostenzuschuss kommt, von dem auch der heimische Handel stärker profitiert. Konkret brauchen wir ein neues Modell für den Zeitraum Oktober 2022 bis Februar 2023, das von den beihilferechtlichen Möglichkeiten der EU im Vollumfang Gebrauch zu machen. Das ist unser größter Wunsch ans politische Christkind", bestätigt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will.

Arbeitsmarktreform darf nicht scheitern

Der Handelsverband Österreich setzt sich zudem weiterhin für eine Wiederaufnahme von Verhandlungen bezüglich der Arbeitsmarktreform ein.

"Der dringende Umsetzungsbedarf der Reform zeigt sich mittlerweile in jedem Betrieb. Es gilt, eine 'Generation geringfügig' zu vermeiden und dem Arbeitskräftemangel entgegenzuwirken – indem es sich nicht mehr rentiert, fortwährend nach kurzen Anstellungen in die Arbeitslose zu gehen und nebenbei geringfügig zu arbeiten, anstatt in Normalanstellung. Dafür brauchen wir bessere Rahmenbedingungen, um arbeitslose Menschen nachhaltig ins Erwerbsleben zu integrieren. Leistung muss sich lohnen – das ist ein Gebot der Fairness für alle Beteiligten", so Will.

www.handelsverband.at

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