Nach der Firmenbucheintragung festigt das gemeinsame Unternehmen mit einem rechnerischen Jahresumsatz von 526 Millionen Euro seine Position als Österreichs drittgrößte Molkerei.
Wer verstehen möchte, worauf die neue SalzburgMilch ihre Zukunft aufbaut, kann in Lamprechtshausen beginnen. Rund 25 Autominuten nördlich der Stadt Salzburg betreibt die Molkerei einen ihrer wichtigsten Produktionsstandorte. Im Rahmen einer Pressereise der ARGE Heumilch besuchte LEADERSNET KEYaccount vor einigen Wochen das Werk. Durch die Produktion führte Co-Geschäftsführer Sebastian Mösl, der auch in einem kurzen Videointerview über die Bedeutung der Heumilch für das Unternehmen sprach. In Lamprechtshausen konzentriert sich SalzburgMilch auf die Herstellung von Hart- und Schnittkäse. Der Standort steht damit beispielhaft für eine der wesentlichen Stärken der Molkerei: die Verarbeitung hochwertiger Spezialmilchsorten.
Zusammenschluss offiziell abgeschlossen
Nun ist auch die gesellschaftsrechtliche Neuordnung abgeschlossen. Mit der Eintragung ins Firmenbuch sind SalzburgMilch und Pinzgau Milch zu einem Unternehmen verschmolzen, das künftig unter dem Namen SalzburgMilch auftritt. Die Eigentümerstruktur bleibt dabei stark bäuerlich geprägt: 90 Prozent der Anteile hält die Salzburger Alpenmilch Genossenschaft eGen, hinter der die genossenschaftlich organisierten Bauernfamilien stehen. Die restlichen zehn Prozent gehören der HMP Immobilien Holding GmbH.
Mit einem rechnerischen Jahresumsatz von rund 526 Millionen Euro auf Basis des Geschäftsjahres 2025 und einer Exportquote von etwa 39 Prozent festigt das Unternehmen seine Position als Nummer drei unter Österreichs Molkereien. "Die SalzburgMilch kann jetzt noch agiler und direkter auf aktuelle Branchenbedürfnisse eingehen und noch mehr Kompetenzen in allen Unternehmensbereichen ins Rennen bringen. Das verschafft uns eine starke und selbstbewusste Position am Markt", erklärt Geschäftsführer Andreas Gasteiger.
Vier Standorte mit unterschiedlichen Schwerpunkten
Die neue SalzburgMilch verfügt über vier Produktionsstandorte, die allesamt erhalten bleiben sollen. Während Salzburg-Itzling auf Milchprodukte und Frischkäse spezialisiert ist, konzentriert sich Lamprechtshausen auf Hart- und Schnittkäse. Maishofen und Kössen ergänzen das Portfolio insbesondere durch Spezialmilchprodukte, international vermarktete Käsespezialitäten und Lohnproduktionen.
Sebastian Mösl sieht durch den Zusammenschluss vor allem Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung: "Durch die engere Zusammenarbeit profitieren wir von Synergien in der Milchsammlung, Milchverarbeitung, Logistik und Produktionsplanung, aber auch im Einkauf und Vertrieb. Damit schaffen wir ideale Voraussetzungen, um das operative Geschäft noch effizienter zu gestalten." Die Fusion betrifft nicht nur die Unternehmensorganisation. Nach Angaben der SalzburgMilch sichert der Zusammenschluss die wirtschaftliche Grundlage von rund 3.200 überwiegend kleinstrukturierten Bauernhöfen und etwa 750 Arbeitsplätzen.
Heumilch als wichtige Säule
Eine zentrale Rolle in der Unternehmensstrategie spielt die Verarbeitung von Spezialmilch. Für 2026 rechnet SalzburgMilch mit insgesamt rund 459 Millionen Kilogramm verarbeiteter Milch. Davon entfallen etwa 266 Millionen Kilogramm auf Spezialmilchsorten wie Heumilch, Biomilch und Bio-Heumilch.
Welche Bedeutung die Heumilch gerade für die Käseproduktion hat, erläuterte Sebastian Mösl beim Werksbesuch in Lamprechtshausen im Gespräch mit LEADERSNET KEYaccount. Sie sei eine wesentliche Grundlage für die traditionelle Käseherstellung, die sich über Jahrhunderte in der Region entwickelt habe und deren Produkte heute auch international vermarktet werden. Rund 30 Prozent des Käsebereichs entfallen laut Mösl auf Heumilch. Damit ist sie ein wichtiger Bestandteil der Produktionsstrategie.
Das Unternehmen bezeichnet sich als Österreichs größte Spezialmilchmolkerei und als bedeutendsten Heumilch- und Biomilchverarbeiter Mitteleuropas. Allein das Heumilchsortiment umfasst laut Unternehmensangaben rund 150 Artikel, von Trinkmilch über Jogurt und Skyr bis zu Hartkäse und zwölf Monate gereiftem Bergkäse.
Bei der Heumilchproduktion gelten besondere Anforderungen an die Fütterung. Im Sommer stehen frisches Gras und Kräuter, im Winter vorwiegend Heu auf dem Speiseplan der Kühe. Auf Silage und andere Gärfuttermittel wird vollständig verzichtet.
Mehr als 1.000 Produkte im Sortiment
Nach der Fusion umfasst das Sortiment mehr als 1.000 Artikel. Neben klassischen Milchprodukten und Käsespezialitäten produziert SalzburgMilch auch Waren für Gastronomie und internationale Handelspartner. Hinzu kommen innovative Produkte in Kunststoffflaschen, darunter Proteinshakes und spezielle Ernährungsprodukte.
Für die neue SalzburgMilch beginnt damit die nächste Phase: Aus zwei traditionsreichen Molkereien ist ein gemeinsames Unternehmen geworden, das seine regionale Verankerung mit einer stärkeren Position im internationalen Wettbewerb verbinden will.
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