Remax-Immospiegel 1. Halbjahr 2026
Wo Käufer für Einfamilienhäuser am tiefsten in die Tasche greifen mussten

| Redaktion 
| 28.10.2026

Der österreichische Häusermarkt verzeichnete im ersten Halbjahr 2026 einen deutlichen Aufschwung. Die Verkaufszahlen erreichten einen neuen Höchststand, während die Preise moderat stiegen. Zwischen den Regionen bestehen jedoch weiterhin große Unterschiede. 

Nach dem Remax-Immospiegel zum Eigentumswohnungsmarkt im ersten Halbjahr 2026 (LEADERSNET berichtete) liegt nun auch die Auswertung zum Einfamilienhäusermarkt vor. Der Immospiegel basiert auf einer Gesamtauswertung der im amtlichen Grundbuch verbücherten Immobilienkaufverträge, die von IMMOunited ausgelesen und als Kaufvertragssammlung veröffentlicht werden. Die aktuellen Zahlen zeigen, dass im ersten Halbjahr 2026 in Österreich so viele Einfamilienhäuser verkauft wurden wie noch nie in einem vergleichbaren Zeitraum seit Beginn der Erhebung im Jahr 2009.

Demnach wurden zwischen Jänner und Juni insgesamt 6.400 Hauskäufe registriert, was einem Anstieg von 26,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Auch der Gesamtwert der Transaktionen erreichte einen neuen Höchststand.

Hausverkäufe übertreffen bisherigen Rekord deutlich

Nach dem historischen Tiefstand von 3.840 Verkäufen im ersten Halbjahr 2024 hat sich der Markt innerhalb von zwei Jahren deutlich erholt. Bereits 2025 war die Zahl der Transaktionen um 31,6 Prozent gestiegen. Im ersten Halbjahr 2026 wurden schließlich 2.560 Einfamilienhäuser beziehungsweise 66,7 Prozent mehr verkauft als zwei Jahre zuvor.

Damit wurde auch der bisherige Halbjahresrekord aus dem Jahr 2018 übertroffen. Damals waren 5.919 Hauskäufe registriert worden. 

Parallel dazu erhöhte sich der Gesamttransaktionswert auf 2,57 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von 579 Millionen Euro oder 29 Prozent gegenüber 2025. Erstmals wurde damit in einem ersten Halbjahr nicht nur die Marke von zwei Milliarden Euro, sondern auch jene von 2,5 Milliarden Euro überschritten. 

Typischer Kaufpreis steigt auf fast 350.000 Euro 

Die deutlich höhere Zahl an Verkäufen ging mit einem vergleichsweise moderaten Anstieg der Immobilienpreise einher. Österreichweit lag der typische Kaufpreis eines Einfamilienhauses bei 349.536 Euro. Im ersten Halbjahr 2025 waren es 337.052 Euro gewesen. Damit verteuerten sich die Häuser um 12.484 Euro beziehungsweise 3,7 Prozent.

Der bisherige Höchstwert aus dem ersten Halbjahr 2023 wurde allerdings nicht erreicht. Damals hatte der typische Preis 350.473 Euro betragen und lag damit um 937 Euro beziehungsweise rund 0,3 Prozent über dem aktuellen Niveau.

Auch am unteren und oberen Ende des Preisgefüges waren Steigerungen festzustellen. Das günstigste Viertel der verkauften Einfamilienhäuser kostete höchstens 190.375 Euro. Ein Jahr zuvor hatte diese Grenze noch bei 180.000 Euro gelegen, was einem Anstieg von 5,8 Prozent entspricht. Das teuerste Viertel begann bei 485.000 Euro, nach 465.000 Euro im Vorjahr. Hier betrug das Plus 4,3 Prozent.

Bernhard Reikersdorfer, Managing Director von Remax Austria, sieht in der Kombination aus steigenden Verkaufszahlen und einer moderaten Preisentwicklung günstige Rahmenbedingungen für beide Marktseiten. Viele Kaufinteressent:innen würden sich zunehmend für die bestehenden Immobilien entscheiden, weil ein Neubau finanziell kaum noch realisierbar sei. Sanierungsbedürftige Objekte könnten deshalb eine Alternative darstellen. 

Weniger Neubauten erhöhen die Bedeutung bestehender Häuser

Ein wesentlicher Hintergrund dieser Entwicklung ist laut Remax die rückläufige Neubautätigkeit. Nach Zahlen von Statistik Austria wurden 2025 insgesamt 31.979 Baubewilligungen für Ein- und Zweifamilienhäuser erteilt. Im Jahr 2024 waren es noch 34.422 und 2023 insgesamt 37.517 gewesen. Damit erreichte die Zahl der Bewilligungen den niedrigsten Stand seit zumindest 2010. Zum Vergleich: In den Spitzenjahren 2017 und 2019 waren bis zu 72.800 Einheiten bewilligt worden, 2021 waren es noch 65.136.

Nach Einschätzung Reikersdorfers würden steigende Grundstückspreise, höhere Material- und Personalkosten sowie ungünstigere Finanzierungsbedingungen als in früheren Boomjahren dazu führen, dass bestehende Häuser für Kaufinteressent:innen attraktiver werden. "Der Weg ins Eigenheim führt damit immer häufiger über den Bestand statt über den Neubau", so Reikersdorfer.

Zusätzliche Bewegung bringe der Generationswechsel. Zahlreiche Angehörige der Babyboomer-Generation würden Immobilien erben (LEADERSNET berichtete), für die sie selbst keine Verwendung hätten. Diese Häuser gelangten zunehmend auf den Markt. Der Verkauf könne zugleich jüngeren Familienmitgliedern den Erwerb einer Eigentumswohnung ermöglichen. 

Umgekehrt würden sich junge Familien häufiger für Wohnraum außerhalb der Städte interessieren. Homeoffice und Elektromobilität hätten nach Einschätzung Reikersdorfers dazu beigetragen, dass die unmittelbare Nähe zum Arbeitsplatz für viele Menschen weniger ausschlaggebend sei.

Niederösterreich bleibt größter Einfamilienhausmarkt

Der Anstieg der Hausverkäufe erstreckte sich auf sämtliche neun Bundesländer. In acht Ländern wurden zweistellige prozentuelle Zuwächse verzeichnet, lediglich Salzburg blieb mit 9,7 Prozent darunter. Die größten absoluten Steigerungen entfielen auf die Steiermark, Niederösterreich und Oberösterreich. In der Steiermark wurden 1.302 Häuser verkauft, um 343 mehr als im Vorjahreszeitraum. Niederösterreich kam mit einem Zuwachs von 342 Transaktionen auf 1.988 Verkäufe. In Oberösterreich stieg die Zahl um 292 auf 1.122. Diese drei Bundesländer waren damit gemeinsam für 72,5 Prozent des österreichweiten Verkaufszuwachses von 1.347 Häusern verantwortlich. Niederösterreich blieb mit einem Anteil von 31,1 Prozent an sämtlichen Transaktionen der mit Abstand größte Einfamilienhausmarkt.

Prozentuell entwickelte sich Vorarlberg am stärksten. Dort erhöhte sich die Zahl der Verkäufe von 135 auf 207, was einem Plus von 53,3 Prozent entspricht. Dahinter folgten die Steiermark mit 35,8 Prozent und Oberösterreich mit 35,2 Prozent. In Kärnten betrug der Anstieg 28,9 Prozent, in Tirol 26,3 Prozent und in Niederösterreich 20,8 Prozent. Das Burgenland verzeichnete 15,7 Prozent mehr Verkäufe, Wien 13,6 Prozent und Salzburg 9,7 Prozent.

Neue Höchststände bei den Halbjahres-Verkaufszahlen erreichten Niederösterreich, die Steiermark, Oberösterreich, Kärnten und das Burgenland.

Drei Bundesländer vereinen 57 Prozent des Umsatzes

Beim Gesamtwert der verkauften Einfamilienhäuser lag Niederösterreich ebenfalls an erster Stelle. Dort erreichten die Transaktionen ein Volumen von 631 Millionen Euro. Oberösterreich folgte mit 427 Millionen Euro vor der Steiermark mit 410 Millionen Euro. 

Zusammen entfielen auf diese drei Bundesländer rund 1,47 Milliarden Euro beziehungsweise 57 Prozent des österreichweiten Transaktionswertes. Während die Steiermark bei der Anzahl der Verkäufe vor Oberösterreich lag, zeigte sich beim Umsatz die umgekehrte Reihenfolge. In acht Bundesländern wurde beim Transaktionswert ein neuer Höchststand für ein erstes Halbjahr erreicht. Lediglich Tirol hatte 2021 und 2022 bereits höhere Werte verzeichnet.

Den stärksten prozentuellen Umsatzanstieg meldete Vorarlberg mit 69 Prozent auf 149 Millionen Euro. In der Steiermark erhöhte sich der Wert um 39,1 Prozent auf 410 Millionen Euro, in Oberösterreich um 37,6 Prozent auf 427 Millionen Euro. Wien verzeichnete hingegen einen vergleichsweise geringen Zuwachs von 5,2 Prozent auf 208 Millionen Euro.

Einfamilienhauspreise 2026 1. Halbjahr © Remax 

Tirol überholt Wien bei den Hauspreisen

Im bundesweiten Preisvergleich gab es einen Wechsel an der Spitze. Tirol erreichte mit einem typischen Einfamilienhauspreis von 729.912 Euro und einem Anstieg von 3,1 Prozent den höchsten Wert aller Bundesländer. Wien folgte mit 719.277 Euro, nachdem die Preise dort gegenüber dem Vorjahr um 7,6 Prozent zurückgegangen waren. Bereits in den ersten Halbjahren 2012, 2017 und 2021 hatte Tirol vor Wien gelegen. Auf den weiteren Plätzen folgten Vorarlberg mit 662.733 Euro und einem Plus von 7,3 Prozent sowie Salzburg mit 638.013 Euro und einem Anstieg von 1,7 Prozent. Deutlich darunter bewegten sich die typischen Hauspreise in den übrigen fünf Bundesländern. In Oberösterreich waren es 357.852 Euro, in Kärnten 312.120 Euro und in Niederösterreich 290.842 Euro. Die Steiermark kam auf 288.831 Euro, während das Burgenland mit 225.557 Euro weiterhin das günstigste Bundesland blieb. Allerdings verzeichnete gerade das Burgenland mit 13,6 Prozent den stärksten prozentuellen Preisanstieg. Rückgänge gab es lediglich in Wien mit 7,6 Prozent und in Kärnten mit 0,7 Prozent. In den anderen sieben Bundesländern verteuerten sich die Einfamilienhäuser.

Die Unterschiede zwischen den Bundesländern haben sich dennoch etwas verringert. Ein typisches Haus in Tirol kostete im ersten Halbjahr 2026 rund 3,2-mal so viel wie eines im Burgenland. Im Jahr 2025 hatte das Verhältnis noch 3,6 zu eins und 2024 rund vier zu eins betragen.

Deutliche Unterschiede auch innerhalb der Preissegmente

Wie stark das Preisniveau im Westen Österreichs vom bundesweiten Durchschnitt abweicht, zeigt die Verteilung der Kaufpreise in Vorarlberg. Dort lag die Obergrenze des günstigsten Preisviertels bereits bei 517.500 Euro. Damit überstieg sie sogar die österreichweite Untergrenze des teuersten Viertels von 485.000 Euro. In Tirol wiederum begann das teuerste Viertel der verkauften Einfamilienhäuser erst bei 923.000 Euro. Im Burgenland lag die entsprechende Grenze bei 317.500 Euro.

Kitzbühel führt bei den Bezirkspreisen

Noch größere Unterschiede werden beim Vergleich einzelner Bezirke sichtbar. Unter den Regionen mit mindestens 20 verbücherten Hausverkäufen war Kitzbühel mit einem typischen Preis von 1.270.698 Euro am teuersten. Grundlage dafür waren 47 Transaktionen. Dahinter folgte Wien-Hietzing mit 1.061.937 Euro bei 34 Verkäufen. Salzburg-Stadt erreichte bei 42 Transaktionen einen typischen Preis von 915.901 Euro. Weitere hochpreisige Bezirke waren Bregenz mit 767.380 Euro und Kufstein mit 767.225 Euro. Am anderen Ende der Preisstatistik standen mehrere Bezirke im Wald- und Weinviertel. In Waidhofen an der Thaya lag der typische Kaufpreis bei 121.883 Euro, in Gmünd bei 127.182 Euro und in Zwettl bei 145.742 Euro.

Damit kostete ein Einfamilienhaus im Bezirk Kitzbühel im typischen Preisvergleich rund 10,4-mal so viel wie in Waidhofen an der Thaya.

Salzburg führt vor Wien bei den Landeshauptstädten 

Auch zwischen den Landeshauptstädten bestehen erhebliche Preisunterschiede. Unter den statistisch ausreichend erfassten Städten lag Salzburg mit 915.901 Euro an erster Stelle. Wien erreichte als Gesamtmarkt 719.277 Euro, gefolgt von Linz mit 580.663 Euro und Graz mit 428.977 Euro. In Klagenfurt betrug der typische Kaufpreis 378.046 Euro, in St. Pölten waren es 312.232 Euro. Im Ranking der Landeshauptstädte wird außerdem Bregenz vor Wien und Eisenstadt hinter St. Pölten geführt.

Innsbruck dürfte laut Remax zwar das höchste Preisniveau unter den Landeshauptstädten aufweisen, aufgrund von lediglich zehn verbücherten Einfamilienhausverkäufen lässt sich für das erste Halbjahr jedoch kein statistisch belastbarer typischer Preis angeben. Für Wien weist die Analyse nur in vier Bezirken ausreichend hohe Verkaufszahlen für einen aussagekräftigen Preisvergleich aus: Donaustadt, Floridsdorf, Liesing und Hietzing. Die bundesweiten Bezirksvergleiche berücksichtigen ausschließlich Regionen mit mindestens 20 verbücherten Verkäufen im ersten Halbjahr. 

www.remax.at

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