Fotos vom Infinco Cyber & Liability Dinner
Wenn der Cyberangriff das Management persönlich trifft

| Tobias Seifried 
| 27.10.2026

Beim gemeinsamen Cyber & Liability Dinner von Infinco und LEADERSNET diskutierten Vorstände, Geschäftsführer:innen und Sicherheitsverantwortliche, wie sich Cyber-, Crime- und D&O-Risiken verzahnen – und wer im Ernstfall haftet.

Unter dem Titel "Cyberrisiko trifft Managerhaftung. Wer richtig vorsorgt, schläft besser" luden Infinco Financial Lines und LEADERSNET Führungskräfte und Sicherheitsverantwortliche österreichischer Unternehmen zum Cyber & Liability Dinner in das El Gaucho in Wien. Begrüßt wurden die geladenen Gäste von Infinco-Geschäftsführer Joe Kaltschmid und Opinion-Leaders-Network-CEO Paul Leitenmüller.

Im Zentrum stand die Frage, welche Folgen ein erfolgreicher Cyberangriff für das betroffene Unternehmen und dessen Management haben kann. Zwei Impulse beleuchteten das Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln: Marcel Lehner, Chief Security Officer der Wiener Stadtwerke, widmete sich der veränderten Bedrohungslage und der organisatorischen Resilienz. Joe Kaltschmid rückte die versicherungsrechtliche Absicherung und mögliche persönliche Haftungsrisiken in den Fokus. 

Sicherheit als strategische Aufgabe

Geopolitische Entwicklungen, Risiken im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz, DDoS-Angriffe und anfällige Lieferketten verändern laut Marcel Lehner die Sicherheitslage laufend. Hinzu kämen neue EU-Vorgaben, die unmittelbare Auswirkungen auf die Sicherheitsorganisation von Unternehmen haben.

Lehner plädierte dafür, Informationssicherheit, physische Sicherheit und organisatorische Vorkehrungen in einem gemeinsamen Rahmen zu betrachten. Entscheidend sei zudem, Krisenabläufe nicht nur schriftlich festzuhalten, sondern regelmäßig zu trainieren. "Resilienz ist der eingeübte Reflex, wenn der Plan zerreißt", brachte er seinen Ansatz auf den Punkt.

Ein Angriff kann zwei Geschädigte haben

Joe Kaltschmid beleuchtete anschließend die Haftungsseite. "Ein Cyberangriff hat zwei Opfer: das Unternehmen und das Management", erklärte er. Nicht von der Cyberversicherung gedeckte Schäden könnten unter bestimmten Voraussetzungen zu Regressforderungen gegenüber der Geschäftsleitung führen.

Dabei erfüllen die einzelnen Versicherungsarten unterschiedliche Aufgaben: Während eine Cyberversicherung das Unternehmen gegen bestimmte Folgen eines Angriffs absichert, dient eine D&O-Versicherung dem persönlichen Schutz von Organen und Führungskräften. Wird ein:e Mitarbeiter:in getäuscht, ohne dass dabei ein IT-System gehackt wird, könne je nach Vertragsgestaltung hingegen eine Crime-Versicherung relevant sein. Auch Lösegeldzahlungen bergen rechtliche Risiken. Fließt Geld an sanktionierte Personen oder Organisationen, kann die Zahlung strafrechtlich relevant werden. Gerade bei Ransomware-Angriffen müsse daher geprüft werden, wer hinter der Forderung steht.

Nach Einschätzung von Kaltschmid sollten Verantwortliche insbesondere folgende Fragen mit einem "Ja" beantworten können:

  • Sind Cyber-, Crime- und D&O-Versicherung aufeinander abgestimmt, oder bestehen Deckungslücken?

  • Ist bekannt, wie lange eine Betriebsunterbrechung im ungünstigsten Fall dauern könnte?

  • Reicht die vereinbarte Cyber-Versicherungssumme aus?

  • Entsprechen die Angaben im Cyberfragebogen der tatsächlichen Sicherheitslage?

  • Ist dokumentiert, dass die Geschäftsleitung Sicherheitsmaßnahmen genehmigt, überwacht und entsprechende Schulungen absolviert hat?

Neben den Vertragsbedingungen sei im Schadenfall auch die Zusammenarbeit mit erfahrenen Ansprechpartner:innen entscheidend, betonte der Infinco-Geschäftsführer. Einschätzbarkeit, Verlässlichkeit und eingespielte Abläufe könnten wesentlich dazu beitragen, unter Zeitdruck die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Fragerunde und Networking

Der Austausch im Anschluss bot den Teilnehmer:innen Gelegenheit, konkrete Fragen zu Absicherung, Krisenmanagement und persönlicher Verantwortung zu diskutieren. Neben den Gastgebern, Infinco-Geschäftsführer Joe Kaltschmid und Opinion-Leaders-Network-CEO Paul Leitenmüller, sowie Marcel Lehner (Wiener Stadtwerke) waren u.a. auch noch Andreas Brauner (Crif), Thomas Lichtblau (Casinos Austria), Ruth Moss (Psychologin für Transformation und Zukunftsentwicklung und Gründerin der Initiative "Jetzt Tun!"), Gerhard Pichler (Business Circle), Christine Reuter (Volksbank Wien), Heinz Stiastny (Arrow) und Horst Mooshandl (Leiter Konzern-IT, Österreichische Post) bei der Veranstaltung mit dabei.

Fotos von der Veranstaltung sehen Sie in unserer Galerie.

www.infinco.com

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