Sporthändler führt Sparkurs fort
Hervis schließt weitere 20 Filialen und präsentiert neue Strategie

| Tobias Seifried 
| 15.10.2026

Der Sporthändler setzt seinen Sparkurs fort und will künftig nur noch 50 bis 55 Filialen in Österreich betreiben. Gleichzeitig sollen ein neuer Markenauftritt, digitale Angebote und ein Flagship-Store neue Kund:innen anlocken.

Hervis präsentierte bei einem Pre-Launch-Event im Wiener Reaktor seinen neuen Markenauftritt. Unter dem Motto "We : Sports" will sich das Unternehmen vom klassischen Sportartikelhändler zu einer Plattform entwickeln, die Einkaufen, Training und gemeinsame Sportaktivitäten miteinander verbindet. Neben der veränderten Geschäftsstrategie kündigte CEO Markus Hupach dabei auch weitere Einschnitte an: Nach den bereits beschlossenen Schließungen sollen in Österreich nochmals 20 Filialen aufgegeben werden. Bis Ende 2027 will der Sporthändler sein Standortnetz damit auf 50 bis 55 Geschäfte reduzieren.

Bereits im Juni hatte das Unternehmen angekündigt, 17 seiner damals 93 österreichischen Filialen bis Ende 2026 zu schließen. Davon waren auch rund 100 Arbeitsplätze betroffen (LEADERSNET berichtete). 

Neue Eigentümer setzen Umbau fort

Die Neuausrichtung erfolgt unter Markus Hupach, der die Geschäftsführung im März 2026 übernommen hat. Zuvor war Hervis im Jänner vom Handelskonzern Spar an die deutschen Investoren Sven Voth und Udo Schloemer verkauft worden (LEADERSNET berichtete). Die beiden halten jeweils 50 Prozent an der Wiener Quantum Investment Holding GmbH.

Hintergrund der Übernahme waren wirtschaftlich schwierige Jahre. Allein 2023 und 2024 summierten sich die Verluste auf mehr als 100 Millionen Euro. Gleichzeitig war der Umsatz zuletzt von 261 auf 253 Millionen Euro zurückgegangen. Nach dem Verkauf des Auslandsgeschäfts (LEADERSNET berichtete) konzentriert sich Hervis nun auf den österreichischen Markt.

Sport-Community statt reinem Produktverkauf

Mit der Strategie "Hervis 4.0" will sich der Händler künftig stärker über Beratung, Training und gemeinsame Sporterlebnisse positionieren. Dabei sollen die stationären Geschäfte, digitale Angebote und Veranstaltungen enger miteinander verknüpft werden. "Die Zukunft des Sporthandels entscheidet sich nicht im Regal, sondern in der Community", erklärte Hupach bei der Präsentation. Unter dem neuen Markenclaim "We : Sports" sollen Kund:innen nicht nur Sportartikel kaufen, sondern auch Gleichgesinnte finden und gemeinsam trainieren können.

Eine zentrale Rolle spielt dabei die neue Hervis-App, die gemeinsam mit einem überarbeiteten Webshop am 16. Oktober startet. Neben Einkaufsmöglichkeiten bietet sie einen digitalen Trainingscoach, sportartspezifische Communities, gemeinsame Challenges und Informationen zu Veranstaltungen in der Umgebung. Über das Bonusprogramm "Hervis Rewards" können Nutzer:innen zudem Punkte für sportliche Aktivitäten sammeln.

Unterstützt werden soll das Konzept von sportlich aktiven Persönlichkeiten, die als sogenannte "Hervis Founding Creators" Trainingstipps, Erfahrungen und Produktempfehlungen teilen.

Flagship-Store im Salzburger Europark geplant

Auch die verbleibenden Filialen sollen sich verändern. Hervis will die Fachberatung stärken und die Geschäfte stärker auf einzelne Sportarten ausrichten. Dazu zählen unter anderem Running, Outdoor, Ski, Bike, Fitness und Teamsport. Ergänzend sollen Themen wie Regeneration und Longevity stärker berücksichtigt werden.

Für 2027 ist im Salzburger Europark die Eröffnung eines Flagship-Stores geplant, der das neue Konzept umfassend präsentieren soll. Die übrigen Standorte werden schrittweise an den neuen Markenauftritt angepasst.

Sichtbar wird der Neustart außerdem durch ein überarbeitetes Logo, eine neue Farbwelt mit hellgrünen Akzenten und den Markenauftritt "Hervis – Next Gen Sports Culture".

Weitere Auswirkungen auf Beschäftigte noch offen

Während Hervis mit dem Relaunch neue Zielgruppen erschließen und bestehende Kund:innen stärker binden will, geht die Neuaufstellung mit einer deutlichen Verkleinerung des stationären Geschäfts einher.

Welche 20 weiteren Filialen geschlossen werden und wie viele zusätzliche Arbeitsplätze davon betroffen sind, wurde bislang nicht bekannt gegeben. Fest steht jedoch, dass Hervis Ende 2027 mit einem wesentlich kleineren Standortnetz in Österreich vertreten sein soll.

www.hervis.com

Kommentar veröffentlichen

* Pflichtfelder.

leadersnet.TV