Größte Einzelinvestition der Unternehmensgeschichte
Doppelmayr baut Standort Wolfurt für über 200 Millionen Euro aus

Der Seilbahnhersteller plant neue Produktionshallen und ein Hochregallager am Areal Hohe Brücke. Mit der größten Einzelinvestition seiner über 130-jährigen Firmengeschichte sollen Kapazitäten für die steigende internationale Nachfrage sowie Raum für 850 Arbeitsplätze geschaffen werden. 

Die international hohe Nachfrage nach Seilbahnanlagen veranlasst Doppelmayr zu einem umfangreichen Ausbau seiner Produktionsinfrastruktur. Am Standort Hohe Brücke in Wolfurt sollen in den kommenden vier bis fünf Jahren neue Fertigungshallen sowie ein Hochregallager entstehen. Dafür sieht der Seilbahnhersteller Investitionen von mehr als 200 Millionen Euro vor. Es handle sich um die bislang größte Einzelinvestition in der mehr als 130-jährigen Unternehmensgeschichte.

Starke Auslastung 

Hintergrund der Erweiterung ist die starke Auslastung der bestehenden Produktionskapazitäten. Insbesondere aus Nordamerika verzeichnet Doppelmayr derzeit eine hohe Zahl an Aufträgen, so das Unternehmen. Um diese auch künftig abwickeln zu können, seien zusätzliche Produktions- und Lagerflächen sowie weiteres Personal erforderlich.

"Unsere Mitarbeitenden leisten hervorragende Arbeit, um alle Seilbahnen in höchster Qualität pünktlich fertigzustellen. Wir brauchen jedoch dringend mehr Platz für Produktion und Lagerhaltung und vor allem auch mehr Mitarbeiter:innen, um diese Anforderungen in Zukunft erfüllen zu können", sagt Gerhard Gassner, der als Geschäftsführer der Doppelmayr Seilbahnen GmbH für die Produktion verantwortlich ist.

Das Areal des Standortes "Hohe Brücke" © Doppelmayr

Produktionsflächen auf 50.000 Quadratmetern geplant

Die vorgesehenen Neubauten sollen insgesamt mehr als 50.000 Quadratmeter Produktionsfläche bieten. Das entspricht einer Fläche von mehr als sechs Fußballfeldern. In den neuen Hallen sollen künftig Seilbahnkomponenten für den weltweiten Markt gefertigt werden, wobei ein Großteil der Produktion im Schichtbetrieb erfolgen soll.

Mit der Erweiterung will Doppelmayr am Standort Hohe Brücke Raum für 850 Arbeitsplätze schaffen. Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts ist die Zusammenführung bislang räumlich getrennter Produktionsbereiche.

Das geplante Hochregallager soll über Kapazitäten für 100.000 Kleinteilelagerplätze, 50.000 Europaletten sowie 1.800 Großpaletten mit Abmessungen von jeweils sechsmal 2,5 Metern verfügen. Von dort aus sollen die angrenzenden, dreigeschossigen Fertigungsbereiche bis zum Versand mit den benötigten Materialien versorgt werden.

Das Lagergebäude ist mit einer Höhe von 40 Metern vorgesehen. Durch diese Bauweise und die Errichtung einer Tiefgarage soll der Flächenverbrauch möglichst gering gehalten werden.

Unternehmen bekennt sich zum Standort Vorarlberg

Mit dem Ausbau verfolge Doppelmayr das Ziel, seine Produktionskapazitäten langfristig an die internationale Auftragsentwicklung anzupassen. Zugleich unterstreiche das Unternehmen mit dem Investitionsvolumen die Bedeutung seines Vorarlberger Standorts.

"Für uns bedeutet dieses Großprojekt ein klares Bekenntnis zum Standort Vorarlberg, vor allem aber auch zur Marktgemeinde Wolfurt, der sich unser Unternehmen traditionell sehr verbunden fühlt", so Gassner.

Auch die Gemeinde begrüßt die geplante Erweiterung. Bürgermeisterin Angelika Moosbrugger verweist auf die langjährige Zusammenarbeit mit dem Seilbahnhersteller. Doppelmayr sei nicht nur ein bedeutender Arbeitgeber, sondern engagiere sich auch im örtlichen Vereinsleben und bei der Entwicklung des Quartiers am Rickenbach.

"Wir legen großen Wert auf dieses Miteinander auf Augenhöhe und wünschen viel Erfolg bei diesem großen Vorhaben", erklärt Moosbrugger.

Bisherige Betriebsflächen sollen für Wohnraum genutzt werden

Die Erweiterung am Standort Hohe Brücke ist zugleich mit Veränderungen im Wolfurter Ortsteil Rickenbach verbunden. Nach Fertigstellung der neuen Hallen soll das bisherige Werk Kella an der Bildsteinerstraße geschlossen und dessen Produktion an den erweiterten Standort verlagert werden. Auch derzeit angemietete Fertigungsflächen sollen künftig in das Areal Hohe Brücke integriert werden.

Durch die Verlagerung würden in Rickenbach insgesamt rund 40.000 Quadratmeter Fläche für eine künftige Wohnbebauung zur Verfügung stehen.

Neues Bürogebäude am Standort © Doppelmayr

Für die weitere Nutzung des Gebiets hat Doppelmayr gemeinsam mit der Marktgemeinde Wolfurt bereits einen Masterplan erarbeitet. Dieser sieht eine Entwicklung des ehemaligen Betriebsareals zu einem Wohnquartier vor.

Ein entsprechendes Vorhaben befindet sich bereits in Umsetzung. Im September 2023 begann die Errichtung des "Doppelmayr Quartier am Rickenbach". Neben Wohnungen sind dort ein Gasthaus mit Veranstaltungssaal sowie eine Tiefgarage vorgesehen. Letztere soll dazu beitragen, zusätzliche Bodenversiegelung zu vermeiden und oberirdisch Grünflächen zu ermöglichen.

Weniger Berufs- und Werksverkehr in Rickenbach erwartet

Die geplante Zusammenlegung der Produktionsstandorte soll sich auch auf die Verkehrsbelastung in Wolfurt und der Nachbargemeinde Schwarzach auswirken.

Derzeit arbeiten rund 300 Beschäftigte in der Produktion des Werks Kella sowie in angemieteten Gebäuden. Ihre Arbeitsplätze sollen nach der Übersiedlung am Standort Hohe Brücke an der Bundesstraße angesiedelt sein.

Damit würden die bisherigen Fahrten des Berufs- und Werksverkehrs zum Standort Rickenbach entfallen. Doppelmayr erwartet dadurch eine spürbare Verringerung des Durchgangsverkehrs durch die betroffenen Ortsgebiete von Wolfurt und Schwarzach.

www.doppelmayr.com

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