Gemischte Gefühle unter Beschäftigten
Österreicher fühlen sich im Job sicher, arbeiten aber nicht gerne

Obwohl immer weniger Beschäftigte Angst vor Jobverlust haben, sinkt laut einer Studie die Motivation – nicht einmal jede:r Zweite freut sich noch auf die Arbeit. Gleichzeitig bleibt vielen am Monatsende kaum finanzieller Spielraum.

Die Stimmung unter Österreichs Arbeitnehmer:innen hat sich laut einer aktuellen Untersuchung von PwC in mehreren Bereichen verschlechtert. Zwar fühlen sich mittlerweile 70 Prozent der Befragten der "Global Workforce Hopes and Fears Survey 2026" sicher in ihrem Job, gegenüber 63 Prozent im Vorjahr. Gleichzeitig ist der Anteil jener, die sich auf ihre Arbeit freuen, deutlich zurückgegangen: von 66 auf nur noch 49 Prozent.

Für die Studie wurden weltweit 49.364 Beschäftigte in 48 Ländern und Regionen befragt wurden, darunter 805 in Österreich. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass steigende Lebenshaltungskosten, finanzielle Sorgen und begrenzte Entwicklungsmöglichkeiten die Stimmung am Arbeitsplatz belasten könnten.

Nur jedem dritten Beschäftigten bleibt Geld übrig

Während im Vorjahr noch die Jobsicherheit als wichtigstes Kriterium genannt wurde, stehen für die österreichischen Befragten mittlerweile Gehalt und Zusatzleistungen an erster Stelle. Allerdings fühlen sich der Umfrage zufolge nur 40 Prozent fair entlohnt. Lediglich 34 Prozent geben an, am Monatsende noch Geld übrig zu haben. Im Vorjahr waren es 38 Prozent, 2024 noch 44 Prozent. Mehr als die Hälfte der Befragten berichtet zudem, dass sich die gestiegenen Lebenshaltungskosten negativ auf ihre Arbeitsmoral auswirken.

"Die Menschen spüren die Inflation im alltäglichen Leben. Dass Gehalt und Benefits nun an erste Stelle rücken, ist daher wenig überraschend", erklärt Sophie Landsteiner, Workforce Transformation Lead bei PwC Österreich. Unternehmen seien daher gefordert, faire und transparente Vergütungsstrukturen zu schaffen.

Die wichtigsten Ergebnisse für Österreich

Kennzahl 2025 2026
Fühlen sich sicher im Job 63 % 70 %
Freuen sich auf die Arbeit 66 % 49 %
Sind mit ihrem Job zufrieden 71 % 64 %
Haben am Monatsende Geld übrig 38 % 34 %

Quelle: PwC, Global Workforce Hopes and Fears Survey 2026.

Männer fordern häufiger mehr Gehalt und Beförderungen

Deutliche Unterschiede zeigen sich laut Erhebung beim Umgang mit Gehalts- und Karriereforderungen. Während 38 Prozent der befragten Männer sehr wahrscheinlich eine Gehaltserhöhung verlangen würden, trifft das nur auf 23 Prozent der Frauen zu. Noch größer fällt der Abstand bei möglichen Beförderungen aus: 36 Prozent der Männer würden diese aktiv ansprechen, bei den Frauen sind es lediglich 16 Prozent.

Bei Männern hat sich die Bereitschaft, eine Beförderung einzufordern, gegenüber dem Vorjahr deutlich erhöht. Damals lag der entsprechende Anteil noch bei 23 Prozent. Bei Frauen blieb er hingegen weitgehend unverändert.
Die Ergebnisse legen damit nahe, dass geschlechtsspezifische Unterschiede nicht erst bei tatsächlichen Karriereschritten auftreten, sondern bereits bei der Bereitschaft, diese einzufordern. Ob und in welchem Ausmaß sich daraus unterschiedliche berufliche Entwicklungen ergeben, lässt sich aus diesen Angaben allein allerdings nicht ableiten.

Frage des Tages

Weiterbildungsbereitschaft trifft auf begrenzte Möglichkeiten

Trotz der angespannten Stimmung zeigen viele Befragte Bereitschaft zur beruflichen Weiterentwicklung. Rund die Hälfte gibt an, offen für neue Arbeitsweisen zu sein. 41 Prozent haben sich in ihrer aktuellen Position bereits zusätzliche Fähigkeiten angeeignet, 32 Prozent neue Werkzeuge und Techniken erlernt.

Allerdings ist nur knapp die Hälfte der Ansicht, ausreichend Zugang zu Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten zu haben.
Parallel dazu ist auch die allgemeine Jobzufriedenheit gesunken. Während 2025 noch 71 Prozent der österreichischen Befragten mit ihrer Arbeit zufrieden waren, liegt dieser Anteil mittlerweile bei 64 Prozent.

Nach Einschätzung der Studienautor:innen könnte die Diskrepanz zwischen Veränderungsbereitschaft und tatsächlichen Entwicklungsmöglichkeiten ein Faktor für die rückläufige Motivation sein. Ein ursächlicher Zusammenhang lässt sich aus den Umfrageergebnissen jedoch nicht eindeutig ableiten. "Investitionen in Weiterbildung und eine faire Entlohnung sind entscheidend, um die Motivation und Zufriedenheit zu steigern und die Mitarbeitenden langfristig zu binden", so Landsteiner abschließend.

www.pwc.at

Über die Studie

Die "Global Workforce Hopes and Fears Survey 2026" wurde von PwC im Mai und Juni 2026 durchgeführt.

Befragt wurden 49.364 Beschäftigte aus 48 Ländern und Regionen sowie 29 Branchen, darunter 805 Personen in Österreich. Die Ergebnisse wurden nach Geschlecht und Alter entsprechend der jeweiligen Erwerbsbevölkerung gewichtet.

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Über die Studie

Die "Global Workforce Hopes and Fears Survey 2026" wurde von PwC im Mai und Juni 2026 durchgeführt.

Befragt wurden 49.364 Beschäftigte aus 48 Ländern und Regionen sowie 29 Branchen, darunter 805 Personen in Österreich. Die Ergebnisse wurden nach Geschlecht und Alter entsprechend der jeweiligen Erwerbsbevölkerung gewichtet.

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