Unter dem Motto "Start up, Scale up, Step up!" ging am 13. und 14. Oktober in der Innsbrucker Villa Blanka der bereits vierte Biotech Summit Austria über die Bühne. Mehr als 250 Teilnehmer:innen aus zwölf Ländern folgten der Einladung von Biotech Austria, Human.technology Styria und der Standortagentur Tirol, um gemeinsam mit hochkarätigen Speaker:innen über die Perspektiven der heimischen und europäischen Biotech-Branche zu diskutieren.
Wachstumskapital als Schlüsselfrage
Als wohl prominentester Redner trat Karl Nehammer ans Pult, der Österreich von 2021 bis 2025 als Bundeskanzler führte und seit September 2025 als Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank (EIB) tätig ist (LEADERSNET berichtete). In seiner Keynote ging Nehammer der Frage nach, was es braucht, damit aus Spitzenforschung international erfolgreiche Unternehmen entstehen.
Seiner Ansicht nach verfüge Europa jedenfalls über die wissenschaftliche Exzellenz, um bei der Biotechnologie weltweit führend zu sein. "Entscheidend ist jetzt, dass aus bahnbrechender Forschung auch erfolgreiche Unternehmen werden, die in Europa wachsen und global wettbewerbsfähig sind. Gerade in der Phase zwischen Forschung, Markteintritt und internationaler Expansion brauchen innovative Unternehmen Kapital, das langfristig denkt und Wachstum ermöglicht. Wenn wir Europas Innovationskraft in wirtschaftliche Stärke übersetzen wollen, müssen wir diese Finanzierungslücke schließen. Denn wer die Biotechnologie von morgen mitgestalten will, muss heute in ihre Unternehmen investieren", so Nehammer.
Programm reichte von Pharma-Trends bis zum Segelsport
Abseits der Nehammer-Keynote setzte sich das Programm mit den großen Herausforderungen der Branche auseinander. So skizzierte etwa Claudio Albrecht, ehemaliger CEO der Stada AG, wie Geopolitik, technologischer Fortschritt, der Wandel der Gesundheitssysteme und neue Geschäftsmodelle die Pharmaindustrie bis 2035 verändern könnten. Stefan Haubner, Founding Partner bei Apex Ventures, stellte hingegen zur Diskussion, ob Europa ein eigenes Modell für Risikokapital benötigt. Einen Blick über den Tellerrand bot zudem Segel-Olympiasieger Lukas Mähr, der in seinem Vortrag über Resilienz und Teamarbeit sprach.
In weiteren Sessions standen schließlich Venture-Finanzierung, internationale IP-Strategien, der Einsatz von KI bei Biotech-Investments sowie die österreichische Biotech-Strategie und -Politik im Fokus. Zum Abschluss tauschten sich Biotech-Präsident Peter Llewellyn-Davies und BioNTech-Mitgründer und Investor Christoph Huber in einem Fireside Chat über ihre Erfahrungen beim Aufbau erfolgreicher Biotech-Unternehmen aus.
Neben den Fachvorträgen kam aber auch das Netzwerken nicht zu kurz. In gezielten 1:1-Meetings und bei mehreren Networking-Formaten hatten Vertreter:innen aus der gesamten Biotech-Wertschöpfungskette Gelegenheit, neue Kontakte zu knüpfen, bestehende Beziehungen zu vertiefen und mögliche Kooperationen zu sondieren.
Tirol sieht sich als Life-Sciences-Standort bestätigt
Für Llewellyn-Davies hat sich der Summit inzwischen als nationaler Fixpunkt der Branche etabliert, der zunehmend auch Gäste aus dem Ausland nach Österreich holt. "Der diesjährige Summit war ein starkes Signal für den Life-Science-Standort Österreich. Die intensive Vernetzung von Forschung, Unternehmertum, Investor:innen und Politik schafft die Grundlage dafür, Innovationen schneller zu skalieren und internationale Wettbewerbsfähigkeit langfristig auszubauen", zog er nach zwei Konferenztagen Bilanz.
Auch der Tiroler Landeshauptmann Anton Mattle machte sich vor Ort ein Bild vom Summit: "Biotechnologie ist ein wichtiger Treiber für Innovation und die wirtschaftliche Entwicklung der Zukunft. Veranstaltungen wie der Biotech Summit Austria zeigen die Stärken Tirols im Bereich Life Sciences und schaffen wertvolle Verbindungen zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. Sie tragen zudem dazu bei, Österreich international sichtbarer zu machen und den Austausch von Ideen und Partnerschaften zu fördern, die das Wachstum innovativer Unternehmen unterstützen."
Fortsetzung im kommenden Jahr geplant
"Der Summit zeigt, wie wichtig der Austausch über regionale und nationale Grenzen hinweg für die Entwicklung der Biotech-Branche ist. Innsbruck bot einen hervorragenden Rahmen für neue Kontakte, Diskussionen und Partnerschaften", betonen Marcus Hofer, CEO der Standortagentur Tirol, und Lejla Pock, CEO von Human.technology Styria. Nun nehme man die Dynamik der Veranstaltung mit und richte den Blick bereits nach vorne: Aufgrund der positiven Resonanz soll die Veranstaltung im kommenden Jahr fortgesetzt werden. Die fünfte Ausgabe des Biotech Summit Austria soll demnach am 21. und 22. Oktober 2027 in Graz stattfinden.
www.biotech-summit-austria.com
www.biotechaustria.org
www.humantechnology.at
www.standort-tirol.at
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