Neuer Rekord
Taucher spielten in St. Valentin 51 Stunden lang Uno unter Wasser

| Larissa Bilovits 
| 22.09.2026

Mehr als zwei Tage lang hielten 53 Taucher:innen das Kartenspiel ohne Unterbrechung am Laufen. Dafür waren neben Ausdauer auch einige ungewöhnliche Lösungen gefragt.

Kaum ein Kartenspiel sorgt mit so wenigen Regeln für so viele Diskussionen wie Uno. Oft reicht schon eine einzige Plus-Vier-Karte, um einen gemütlichen Spieleabend in eine hitzige Debatte zu verwandeln. Üblicherweise sitzt man dabei an einem trockenen Tisch und ruft, sobald man nur noch eine einzige Karte in der Hand hält, laut "Uno".

Dass sich das auch zwei Meter unter der Wasseroberfläche problemlos umsetzen lässt, zeigte nun die Sektion Tauchen des ESV ASKÖ St. Valentin im niederösterreichischen Bezirk Amstetten. Mehr als zwei Tage lang spielten Taucher:innen vergangenes Wochenende ununterbrochen auf dem Vereinsgelände in Rems Unterwasser-Uno – und übertrafen mit einer Spielzeit von insgesamt 51 Stunden den bisherigen Rekord aus dem Jahr 2013 um eine Stunde.

Plastikkarten mit Ösen und ein Ruf aus Luftblasen

Da kein geeignetes Tauchbecken für den Rekordversuch zur Verfügung stand, mietete der Verein kurzerhand einen mobilen Tauchcontainer als Spielort. In rund zwei Metern Tiefe war am Boden ein Tisch verankert, um den sich jeweils drei Taucher:innen gleichzeitig versammelten. Da gewöhnliche Spielkarten diese Bedingungen kaum lange überstanden hätten, kamen spezielle Kunststoffkarten mit Ösen zum Einsatz, die sich am Tisch fixieren ließen, damit der Ablagestapel auch bei Bewegungen im Wasser an Ort und Stelle blieb.

Die Farbwahl musste im Unterwasserspiel natürlich ohne Worte funktionieren – wer eine entsprechende Karte legte, tippte einfach auf das passend markierte Feld auf der Tischplatte. Etwas komplizierter gestaltete sich hingegen jener Moment, der dem Spiel seinen Namen gibt: Bei der letzten Karte auf der Hand blieb den Taucher:innen nichts anderes übrig, als den Atemregler kurz herauszunehmen und den "Uno"-Ruf ins Wasser zu schicken. Beim Publikum über Wasser kam davon akustisch zwar kaum etwas an, der aufsteigende Schwall aus Luftblasen machte den Spielzug jedoch unübersehbar.

Wechselschichten rund um die Uhr

Damit das Spiel nie ins Stocken geriet, entwickelte das Team einen durchdachten Einsatzplan. Alle 15 Minuten verließ eine der drei Personen den Tisch und wurde durch eine neue ersetzt, sodass jede:r Taucher:in pro Einsatz rund 45 Minuten unter Wasser verbrachte. So lief das Spiel von Freitag um 10 Uhr bis Sonntag um 13 Uhr, dank Scheinwerfern auch nach Einbruch der Dunkelheit.

Am Rekordversuch beteiligt waren mehr als 50 Taucher:innen aus Nieder- und Oberösterreich, aber auch aus Deutschland und der Schweiz. Einige von ihnen stiegen im Laufe des Wochenendes sogar ein zweites Mal in den Container. Mitverfolgt wurde das ungewöhnliche Spektakel von rund 1.000 Besucher:innen, die bei freiem Eintritt zur Stocksportanlage kamen. Für das passende Rahmenprogramm sorgte ein Zeltfest.

Zweiter Anlauf nach 13 Jahren

Die Fäden des Rekordversuchs hielt Walter Brunbauer, Obmann der Sektion Tauchen, in der Hand. Er eröffnete die Partie am Freitag gleich selbst. Für ihn war es nicht der erste Rekord dieser Art: Bereits 2013 zählte er zu jenen Tauchlehrer:innen, die im Freibad Helfenberg 50 Stunden lang unter Wasser Uno spielten, damals zugunsten der Kinderkrebshilfe. Die Neuauflage verlangte ihm einiges ab – nach eigenen Angaben verbrachte er vier Tage durchgehend am Veranstaltungsgelände und schlief in dieser Zeit jeweils nur wenige Stunden im Auto.

Eine öffentlich dokumentierte Anerkennung durch Guinness World Records oder einen vergleichbaren Rekordverband liegt bislang nicht vor, es handelt sich somit um einen inoffiziellen Weltrekord. Gelohnt hat sich die Anstrengung dennoch: Startgelder der Teilnehmer:innen und Einnahmen aus dem Zeltfest brachten einen Reinerlös von insgesamt 7.000 Euro, der zur Gänze dem Roten Kreuz St. Valentin zugutekam.

www.esv-tauchen-stvalentin.at

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