Wenn Werte ins Wanken geraten
Ein Philosoph fordert Compliance heraus

Sind Werte verhandelbar oder nur eine Frage der Durchsetzung? In der aktuellen Ausgabe der Compliance Praxis spricht Jurist Martin Kreutner mit dem Philosophen Konrad Paul Liessmann über die Fluidität von Werten zwischen Politik, ESG und unternehmerischer Verantwortung. Ein Gespräch, das zeigt: Wer Compliance ernst nimmt, muss auch über Werte neu nachdenken.

Ob ESG-Programme, No-Gifts-Policies oder Diversity-Initiativen: Kaum ein Compliance-Thema kommt heute ohne den Begriff "Werte" aus. Doch was passiert, wenn sich der politische Wind dreht – wie es zu beobachten war, als nach der Rückkehr Donald Trumps ins Weiße Haus zahlreiche Konzerne ihre ESG-Programme sprichwörtlich über Bord warfen? Genau dieser Frage geht Martin Kreutner, Jurist, Sozialwissenschaftler und ehemaliger Dekan der IACA, im Gespräch mit dem Wiener Philosophen Konrad Paul Liessmann nach, zu lesen in der aktuellen Ausgabe des Magazins "Compliance Praxis"

Liessmann erinnert daran, dass der Wertbegriff ursprünglich aus der Ökonomie stammt und erst im 19. Jahrhundert von Friedrich Nietzsche in die Philosophie und Ethik importiert wurde. Seine zentrale These: Werte gelten nie an sich, sie müssen gesellschaftlich und politisch durchgesetzt werden. Freiwillig ordnet sich niemand unbequemen Prinzipien unter. Für Compliance-Verantwortliche eine unbequeme, aber wichtige Erkenntnis: Regeln und Leitlinien allein reichen nicht. Es braucht Haltung, Kommunikation und die Bereitschaft, Werte im eigenen Unternehmen aktiv zu vertreten. Ganz praktisch macht Liessmann das am Beispiel von Eltern fest, die sich für die Erziehung ihrer Kinder wieder selbst verantwortlich fühlen, statt alles an Staat und Gesellschaft zu delegieren.

Besonders lesenswert wird das Gespräch, wenn Liessmann von der großen Theorie in die ganz konkrete Praxis wechselt: Es lohne sich, so seine Botschaft, auch im Kleinen für Souveränität und Verantwortung zu kämpfen. Auf die abschließende Frage nach seinen persönlichen "Leuchttürmen" antwortet der Philosoph augenzwinkernd, er brauche keine: Wer wirklich denken wolle, müsse hinaus auf die offene See, statt sich an vermeintlich sicheren Häfen zu orientieren. Für Unternehmen gilt in der Praxis oft das Gegenteil – gerade in stürmischen regulatorischen Zeiten brauchen sie verlässliche Orientierungspunkte und Menschen, die diese Rolle aktiv übernehmen.

Wie sich diese Haltung im Unternehmensalltag konkret umsetzen lässt, zeigt der Compliance Solutions Day 2026. Unter dem Motto "Superpower für Ihre Compliance" zeigt der Kongress am 24. September in der Orangerie Schönbrunn, wie sich Prinzipien im unternehmerischen Alltag behaupten lassen.

Ulrike Gehmacher übersetzt in ihrer Keynote Nachhaltigkeit in konkrete Unternehmensstrategie, Christian Hunt erinnert daran, dass Compliance am menschlichen Verhalten hängt und nicht an Technologie oder Regelwerken.

Neu sind 2026 interaktive Praxis-Workshops, in denen Teilnehmende reale Szenarien wie Dawn Raids oder Deepfake-Angriffe durchspielen. Barbara Tscheliessnigg erarbeitet in ihrem Workshop Entscheidungsvorlagen für das Top-Management.

Wer überzeugt ist, dass sich Haltung und Verantwortung im Kleinen entscheiden, findet beim Compliance Solutions Day den passenden Rahmen dafür: den direkten Austausch mit Expert:innen, Peers und genau jenen Fragen, die die Compliance-Praxis heute wirklich bewegen.

Jetzt noch dabei sein: Sichern Sie sich Ihr Ticket für den Compliance Solutions Day am 24. September 2026 in der Orangerie Schönbrunn → compliance-solutions-day.at

Der Dialog geht weiter: Am 30. September 2026 lädt das Compliance Netzwerktreffen in Salzburg zum Thema "ESG - wir bitten das 'S' vor den Vorhang" mit  Podiumsdiskussion und Networking → Jetzt kostenlos anmelden.

Das ganze Interview lesen: Das vollständige Gespräch mit Konrad Paul Liessmann und viele weitere Hintergründe finden Sie in der aktuellen Compliance Praxis → Mehr erfahren

www.lexisnexis.com

www.compliance-praxis.at

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