Fotos der Verleihung
Vineus Wine Award 2026 ehrte fünf Branchengrößen

Beim 15. Jubiläum im südsteirischen Ehrenhausen standen Nachwuchstalente ebenso im Mittelpunkt wie neue Angebote rund um den Weintourismus. Zudem erhielt Hans Nittnaus den Preis für sein Lebenswerk. 

Fünf Auszeichnungen, ein Jubiläum und jede Menge großer Emotionen gab es am 21. September zu erleben, als erstmals die Vineus-Wine-Award-Verleihung in der österreichischen Weinbauregion Ehrenhausen über die Bühne ging. Der von Transgourmet Österreich initiierte Branchenpreis feierte heuer sein 15. Bestehen – und das mit Auszeichnungen für den Branchennachwuchs, die Gastronomie und das Lebenswerk von Winzer Hans Nittnaus.

Einst von Transgourmet-Geschäftsführer Thomas Panholzer und Silvia Petz gegründet, um Persönlichkeiten hinter Österreichs Weinen stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken, hat sich der Vineus in den vergangenen 15 Jahren kontinuierlich weiterentwickelt. Während von Beginn an insbesondere junge Winzer:innen gefördert wurden, umfasst der Branchenpreis heute auch Sommelliere, Gastronomie und Genusserlebnisse am Weingut. 

Der Gewinner des Publikumsvotings

Das Publikum kürte Peter Grill aus Leutschach an der Weinstraße zum "Newcomer Winzer des Jahres 2026". Grill führt das Weingut am Eichberg seit 2014 in dritter Generation. Gemeinsam mit seiner Familie bewirtschaftet er nach Angaben der Veranstalter:innen rund zwölf Hektar Rebfläche. Als Gewinner erhält der südsteirische Winzer ein Forcierungspaket von Transgourmet Österreich im Wert von 17.000 Euro. Im Mittelpunkt seiner Arbeit stehen laut der Begründung für die Auszeichnung die Herkunft der Weine, Handarbeit und ein naturnaher Umgang mit den Weingärten. 

Überzeugte mit internationaler Erfahrung

Auch über den Titel "Newcomer Sommelière des Jahres 2026" entschied laut Veranstalter:innen das Publikum. Die Auszeichnung ging an Simone Furtlehner, deren beruflicher Weg zunächst über die Küche führte. Die dort erworbenen Kenntnisse über Aromen und deren Zusammenspiel verbindet heute mit ihrer Ausbildung zur Diplom-Sommelière. Internationale Erfahrung sammelte Furtlehner nach Angaben von Transgourmet unter anderem bei Mother Rock Wines in Südafrika, wo sie Einblicke in die Weinlese und Kellerarbeit erhielt. Heute arbeitet sie im Weingut Thomas Niedermayr in Eppan in Südtirol. Darüber hinaus bietet sie gemeinsam mit Helena Jordan unter dem Namen "Madeleine Momente" Weinberatungen und Verkostungserlebnisse an.

Auf die Preisträgerin warten ein Aufenthalt in der Winzarei des Weinguts Tement sowie ein Medienpaket von Kalk&Kegel im Wert von 15.000 Euro. Dieses umfasst einen Podcast-Auftritt sowie Porträts für das Magazin und dessen Onlinekanäle.

Weinbau und Tourismus verbinden

Der Preis in der Kategorie "Genuss-Erlebnis am Weingut" ging an das Weingut Tement. Mit der Kategorie will Transgourmet einer Entwicklung Rechnung tragen, die in vielen Weinregionen zu beobachten ist: Weingüter beschränken sich zunehmend nicht mehr auf Produktion und Verkauf, sondern verbinden Wein mit Kulinarik, Beherbergung und touristischen Angeboten.

Bei Tement umfasst dieses Konzept unter anderem die Winzarei. Dafür wurden laut Veranstalter:innen acht alte Winzerhäuser erhalten, renoviert und in Unterkünfte verwandelt. Ergänzt wird das Angebot durch Frühstückskörbe, Pool- und Saunabereiche sowie das Wirtshaus am Zieregg. Das Weingut verbindet damit Weinbau, Gastronomie und Übernachtungsmöglichkeiten an mehreren Standorten in den südsteirischen Weinbergen. "Heute geht es nicht mehr nur darum, was im Glas ist, sondern auch darum, wie Wein vermittelt, präsentiert und erlebt wird", erklärte Panholzer anlässlich des Jubiläums.

Trinkwerk-Goliath für Benjamin Buxbaum

Benjamin Buxbaum wurde mit dem "Trinkwerk-Goliath" ausgezeichnet. Der Gastronom betreibt das Restaurant Buxbaum im Heiligenkreuzerhof in der Wiener Innenstadt. Transgourmet Trinkwerk würdigte damit nach eigenen Angaben dessen Beratung, Weinbegleitung und Auswahl, die auch unterschiedliche Jahrgänge, Großflaschen sowie alkoholfreie und alkoholreduzierte Alternativen umfasst.

Als Preis erhielt Buxbaum eine 18-Liter-Flasche Comondor 2017 aus dem Weingut von Hans Nittnaus. "18 Liter deshalb, weil es mindestens 18 gute Gründe für Benjamin Buxbaum gibt", sagte Gerald Santer, Bereichsleiter von Transgourmet Trinkwerk.

Hans Nittnaus für Lebenswerk ausgezeichnet

Den "Lebenswerk-Preis" nahm Hans Nittnaus entgegen. Der Winzer aus Gols zählt zu den prägenden Persönlichkeiten des burgenländischen Qualitätsweinbaus. Die Weinbautradition seiner Familie reicht nach Angaben des Betriebs bis ins Jahr 1684 zurück. Gemeinsam mit seiner Frau Anita übernahm Nittnaus das Weingut 1985. Mit dem Comondor brachte er aus dem Jahrgang 1990 eine Rotweincuvée hervor, die für die weitere Entwicklung des Betriebs eine zentrale Rolle spielte. Nittnaus gehörte zudem 1994 zu den sieben Gründungsmitgliedern der Pannobile-Vereinigung. Die Gruppe setzte auf Weine aus heimischen Rebsorten, die ihre Herkunft rund um Gols und den Neusiedler See abbilden sollten. Auch der Name Pannobile ging auf eine Weinbezeichnung zurück, die Nittnaus bereits zuvor verwendet hatte.

Die Weingärten des Betriebs wurden auf biodynamische Bewirtschaftung umgestellt. Seit dem Jahrgang 2013 werden die Weingutsweine laut eigener Darstellung biologisch beziehungsweise biodynamisch erzeugt. Die Laudatio auf Nittnaus hielt Simon Schubert, Sommelier und Gastgeber im Wiener Restaurant Reznicek.

Jubiläum führte hinaus in die Weingärten

Zum Jubiläumsprogramm gehörte erstmals auch eine Lagenrallye durch die Südsteiermark. Gemeinsam mit Wein Steiermark und teilnehmenden Betrieben führte Transgourmet die Gäste zu den Rieden Zieregg, Sulz und Lubekogel. Damit verlagerte sich ein Teil der Veranstaltung vom Festsaal an jene Orte, an denen die ausgezeichneten Weine entstehen.

Einen Eindruck von der Preisverleihung können Sie mittels Galerie gewinnen. 

www.transgourmet.at

www.vinaria.at

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