Branchenumfrage
Rekordhitze brachte Sommer-Bergbahnen mehr Gäste

87 Prozent der befragten Anlagen melden steigende Gästezahlen. Rekordtemperaturen begünstigen laut Branche die Nachfrage, erfordern aber Anpassungen.

Die hohen Temperaturen im Juli und August haben nach Angaben der "Besten Österreichischen Sommer-Bergbahnen" die Nachfrage nach Ausflügen in höherer Lage verstärkt. In einer Blitzumfrage meldeten 87 Prozent der Befragten steigende Gästezahlen gegenüber dem Vorjahr. Rückgänge verzeichnete demnach kein teilnehmender Betrieb.

An der Erhebung beteiligten sich 39 Vertreter:innen der insgesamt 84 Mitgliedsbetriebe. Damit deckt die Umfrage knapp 46 Prozent der Mitglieder ab. Die befragten Vertreter:innen bewerteten die erste Hälfte der Sommersaison 2026 durchschnittlich mit 4,3 von fünf Punkten. 54 Prozent vergaben die Höchstnote. Im Vorjahr lag der Durchschnitt laut Interessenvertretung bei 3,7 Punkten. "Der Sommer 2026 zeigt, wie attraktiv die österreichischen Berge als Ausflugs- und Urlaubsziel sind. Die hohe Nachfrage trifft auf vielfältige Angebote und auf einen besonderen Vorteil an heißen Tagen: Der Berg wird zur Sommerfrische vor der Haustür", sagt Kornel Grundner, Sprecher der "Besten Österreichischen Sommer-Bergbahnen".

Rekordtemperaturen prägen den Bergsommer

Laut GeoSphere Austria war der Juli 2026 österreichweit rund zwei Grad wärmer als das Mittel der Jahre 1991 bis 2020. Mit einer Höchsttemperatur von 40,3 Grad wurde in Wieselburg zudem ein neuer österreichweiter Julirekord gemessen. Gleichzeitig zählte der Monat zu den fünf trockensten Julimonaten der vergangenen 169 Jahre.

Im August setzte sich die Hitze fort. Mit einer durchschnittlichen Abweichung von 3,1 Grad gegenüber dem Klimamittel 1991 bis 2020 war es der wärmste August seit Beginn der 260-jährigen Messreihe. In den Gipfelregionen lag die Temperatur um 3,3 Grad über dem langjährigen Durchschnitt. Am 5. August registrierte die GeoSphere-Messstation in Bad Deutsch-Altenburg 41,2 Grad – die bislang höchste in Österreich gemessene Temperatur. Vor diesem Hintergrund beobachteten 71 Prozent der befragten Bergbahnvertreter:innen einen eher oder deutlich positiven Einfluss der hohen Temperaturen auf ihre Gästezahlen. Acht Prozent berichteten von einem eher negativen Effekt, deutlich negative Auswirkungen wurden nicht genannt.

Allerdings handelt es sich dabei um Einschätzungen der Branche – ein unmittelbarer kausaler Zusammenhang zwischen Hitze und Gästeentwicklung ist damit nicht nachgewiesen. Neben dem Wetter führen die Betriebe neue Familienangebote, Veranstaltungen, Wanderziele und Trends in sozialen Netzwerken als mögliche Gründe für die Nachfrage an. 

Betriebe prüfen Investitionen in Hitzeschutz 

Die hohen Temperaturen bringen für die Bergbahnen zugleich neue Anforderungen mit sich. Genannt werden eine stärkere Belastung technischer Anlagen, die Information der Gäste über Waldbrandgefahr sowie Anpassungen bei Betriebszeiten und Angeboten. In der Umfrage gaben 87 Prozent der Teilnehmer:innen allerdings an, bislang wenig oder gar nicht von negativen Folgen betroffen zu sein. 13 Prozent bezeichneten die Auswirkungen als eher stark. 

59 Prozent planen laut Umfrage zudem bereits konkrete Anpassungen oder prüfen entsprechende Investitionen. Dazu zählen zusätzliche Schattenplätze, Wasser- und Erfrischungsangebote sowie Informationen für Gäste und Mitarbeiter:innen. Abhängig vom Standort werden auch veränderte Betriebszeiten erwogen. "Die Hitze wirkt heuer wie ein zusätzlicher Nachfrageimpuls", erklärt Grundner. "Gleichzeitig sehen wir, dass sich die Betriebe auf neue Bedingungen einstellen müssen – von der Sensibilisierung der Gäste über die Belastung technischer Anlagen bis hin zu angepassten Angeboten und Betriebszeiten."

Einige Bergbahnen fahren bis November 

Mit dem Ende der Sommerferien ist die Saison bei vielen Betrieben noch nicht abgeschlossen. Rund die Hälfte der Mitgliedsbahnen bleibt nach Angaben der Initiative bis Oktober geöffnet, einzelne Anlagen sind abhängig von Standort und Wetter bis November geöffnet. "Der Bergsommer endet nicht mit dem Ende der Ferien", so Grundner abschließend. 

www.sommer-bergbahnen.at

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