Die Inflation in Österreich lag im Juli 2026 laut Statistik Austria bei 2,8 Prozent. Nach 2,2 Prozent im Februar (LEADERSNET berichtete), 3,2 Prozent im März (LEADERSNET berichtete), 3,4 Prozent im April (LEADERSNET berichtete), 3,7 Prozent im Mai (LEADERSNET berichtete) und 3,2 Prozent im Juni (LEADERSNET berichtete) ging die Teuerungsrate damit wieder zurück. Der Verbraucherpreisindex (VPI 2025) erreichte im Juli einen Stand von 103,1 Punkten. Gegenüber Juni blieb das durchschnittliche Preisniveau unverändert.
Einen wesentlichen Beitrag zur niedrigeren Inflation leisteten die Nahrungsmittelpreise. "Rund die Hälfte des Rückgangs ist auf die leicht gesunkenen Nahrungsmittelpreise zurückzuführen. Dabei spielte die Senkung der Mehrwertsteuer ab 1. Juli 2026 auf Grundnahrungsmittel von zehn Prozent auf 4,9 Prozent eine wesentliche Rolle", sagte Manuela Lenk, fachstatistische Generaldirektorin von Statistik Austria.
Ohne Berücksichtigung der Preisentwicklung bei Nahrungsmitteln hätte die Inflation 3,0 Prozent betragen.
Lebensmittel werden günstiger
Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke kosteten im Schnitt um 0,4 Prozent weniger als im Juli des Vorjahres. Im Juni hatte diese Produktgruppe noch eine Verteuerung von 1,3 Prozent aufgewiesen. Bei den Nahrungsmitteln allein gingen die Preise um 0,5 Prozent zurück, nachdem sie im Juni noch um 1,5 Prozent gestiegen waren.
Deutlich zeigte sich die Entwicklung unter anderem bei Milch und Eiern, deren Preise gegenüber dem Vorjahr um 3,2 Prozent zurückgingen. Gemüse verbilligte sich um 2,8 Prozent, Getreide und Getreideerzeugnisse um 0,5 Prozent sowie Speisefette und -öle um 12,9 Prozent. Obst verteuerte sich hingegen um 1,7 Prozent. Auch beim nicht von der Mehrwertsteuersenkung betroffenen Fleisch ließ der Preisauftrieb nach und lag bei 1,7 Prozent.
Verkehr bleibt stärkster Preistreiber
Trotz des Rückgangs der Gesamtinflation blieb der Bereich Verkehr der wichtigste Inflationstreiber. Die Preise lagen hier um durchschnittlich 6,4 Prozent über dem Vorjahresniveau. Im Juni hatte der Anstieg 6,5 Prozent betragen.
Flugtickets verteuerten sich im Jahresvergleich um 15,5 Prozent und damit weniger stark als im Juni mit 22,4 Prozent. Bei Reparaturen privater Verkehrsmittel schwächte sich der Preisauftrieb ebenfalls etwas ab. Anders verlief die Entwicklung bei den Treibstoffen. Diese kosteten um 17,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, nach einem Plus von 16,3 Prozent im Juni. Gebrauchte Kraftwagen wurden dagegen um 1,2 Prozent günstiger, während neue Pkw um 0,9 Prozent teurer waren.
Unter den einzelnen Positionen gehörte Dieseltreibstoff mit einem Plus von 19,3 Prozent zu den stärksten Preistreibern. Superbenzin verteuerte sich um 15,1 Prozent. Zu den deutlichen Preisdämpfern zählten hingegen Strom mit einem Minus von 10,4 Prozent, Mobiltelefonie mit minus 12,7 Prozent sowie Butter mit einem Preisrückgang von 26,2 Prozent.
Wohnen verteuert sich weniger stark
Für Wohnung, Wasser, Strom, Gas und andere Brennstoffe mussten die Haushalte im Juli durchschnittlich 2,7 Prozent mehr bezahlen als ein Jahr zuvor. Im Juni hatte die Teuerung in diesem Bereich noch 3,0 Prozent betragen. Mieten verteuerten sich um 4,4 Prozent und damit ebenfalls weniger kräftig als im Juni, als das Plus bei fünf Prozent gelegen war.
Dämpfend wirkten weiterhin die Haushaltsenergiepreise, die insgesamt um 0,6 Prozent zurückgingen. Strom kostete 10,4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Statistik Austria führt die Entwicklung unter anderem auf die seit Jänner 2026 wirksamen Reduzierungen der Elektrizitätsabgabe und des Erneuerbaren-Förderbeitrags zurück. Seit April wirken zudem der Sozialtarif für von der ORF-Gebühr befreite Haushalte sowie der Sommer-Netztarif preisdämpfend.
Gas verteuerte sich wie bereits im Juni um 4,6 Prozent. Heizöl kostete 26,9 Prozent mehr als im Vorjahr, nach einem Anstieg von 32,6 Prozent im Juni. Bei festen Brennstoffen erhöhte sich der Preisdruck dagegen von 11,1 auf 13,1 Prozent. Fernwärme verteuerte sich um 2,1 Prozent.
Gastronomie und Gesundheit
Bei Gastronomie- und Beherbergungsdienstleistungen lagen die Preise um 4,6 Prozent über dem Vorjahresniveau. Beherbergungsdienstleistungen verteuerten sich um 4,3 Prozent und damit stärker als im Juni. Bei Gastronomiedienstleistungen verringerte sich der Preisauftrieb dagegen von 4,8 auf 4,6 Prozent.
Auch im Gesundheitsbereich betrug die Teuerung 4,6 Prozent. Arzneimittel und Gesundheitsprodukte kosteten um 2,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Ambulante Gesundheitsdienstleistungen verteuerten sich um 6,8 Prozent, stationäre Gesundheitsdienstleistungen um fünf Prozent.
Inflation im Euroraum
Die jährliche Inflationsrate im Euroraum lag im Juli 2026 laut Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union, bei 2,9 Prozent und damit über den 2,8 Prozent im Juni. In der Europäischen Union lag die jährliche Inflationsrate im Juli 2026 bei 3,0 Prozent, nach 2,9 Prozent im Juni.
Die niedrigsten jährlichen Inflationsraten wurden in Schweden mit 0,3 Prozent, in Tschechien mit 1,3 Prozent sowie in Dänemark und Ungarn mit jeweils 1,6 Prozent verzeichnet. Die höchsten jährlichen Inflationsraten wiesen Rumänien mit 8,2 Prozent, Litauen mit 5,4 Prozent sowie Zypern und Bulgarien mit jeweils 4,4 Prozent auf.
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www.ec.europa.eu
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