Kari Kapsch übernimmt Assets
Neustart für Eitek unter dem Namen KAITEC

| Redaktion 
| 23.08.2026

Im Insolvenzverfahren zeichnet sich eine langfristige Perspektive für den traditionsreichen Standort in Ebergassing ab. Neben der Stärkung des bestehenden Geschäfts stehen neue Kund:innen und zusätzliche Marktsegmente im Fokus.

Im Insolvenzverfahren der Eitek GmbH ist eine wichtige Entscheidung für den Standort in Ebergassing gefallen. Das Unternehmen hatte im Jänner beim Landesgericht Korneuburg einen Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens mit Eigenverwaltung eingebracht (LEADERSNET berichtete). Nun wurde ein wesentlicher Schritt gesetzt, um die unternehmerische Tätigkeit am niederösterreichischen Standort fortzuführen.

Wichtiger Schritt 

In einem strukturierten Investorenauswahlverfahren konnte sich ein Zweig der Unternehmerfamilie Kapsch rund um Kari Kapsch als neuer Partner durchsetzen. Das Verfahren wurde von Clairfield im Auftrag des Masseverwalters Matthias Schmidt durchgeführt.

Im Zuge der Transaktion wird Kapsch Assets der insolventen Eitek GmbH erwerben. Ein entsprechender Übernahmevertrag wurde bereits unterzeichnet und sowohl vom Gläubigerausschuss als auch vom Insolvenzgericht genehmigt, so die Verantwortlichen. 

"Mich überzeugt die außergewöhnliche industrielle Kompetenz dieses Unternehmens", sagt Kapsch. Hinter dem Betrieb stünden über viele Jahrzehnte aufgebautes Know-how, hohe technologische Kompetenz, engagierte Mitarbeiter:innen sowie ein krisenerprobtes Management. Diese Ressourcen seien die Grundlage für die Entscheidung gewesen, in das Unternehmen zu investieren.

Aus Eitek wird KAITEC

Nach dem Closing soll der operative Betrieb in einer neu gegründeten Gesellschaft fortgeführt werden. Diese wird künftig unter dem Namen KAITEC firmieren. Die Abkürzung steht für Kapsch Automotive and Interior Technologies.

Die Geschäftsführung sollen Kari Kapsch und der bisherige Betriebsleiter Stefan Kunz gemeinsam übernehmen. Für die notwendige Finanzierung der Transaktion kommt die familiennahe K&K Stiftung auf.

Das Closing ist bis zum 31. Oktober 2026 geplant. Voraussetzung dafür ist, dass bis dahin alle rechtlichen und vertraglichen Bedingungen erfüllt werden.

Industrietradition reicht bis ins Jahr 1850 zurück

Der Standort in Ebergassing kann auf eine mehr als 170-jährige Industriegeschichte zurückblicken. Seine Ursprünge liegen in der 1850 gegründeten Teppichweberei "Philipp Haas". Über die Jahrzehnte entwickelte sich der Betrieb zu einem international tätigen Spezialisten für hochwertige textile Fahrzeuginnenausstattung.

Heute verfüge der Standort über umfassende Kompetenzen in Entwicklung und Fertigung. Zum Kundenkreis zählen Unternehmen der internationalen Automobilindustrie, darunter Audi, VW, Porsche, BMW, Mercedes, Lamborghini, Maserati und Alfa Romeo sowie Magna.

Hinter Eitek liegen wirtschaftlich schwierige Jahre, die auch durch mehrere Eigentümerwechsel geprägt waren. Mit der geplanten Übernahme soll für den Standort nun ein neuer Abschnitt beginnen.

Neue Kund:innen und zusätzliche Marktsegmente im Fokus

Die künftige Strategie soll auf den bestehenden industriellen und technologischen Stärken des Unternehmens aufbauen. Geplant sei, das derzeitige Geschäft weiterzuentwickeln und neue Kund:innen zu gewinnen. Gleichzeitig sollen die vorhandenen Kompetenzen schrittweise auch in zusätzlichen Marktsegmenten eingesetzt werden.

Bis zur endgültigen Übernahme seien allerdings noch mehrere Schritte notwendig. "Wir wissen um die Verantwortung, die mit einer solchen Entscheidung verbunden ist", sagt Kapsch. Der Übergang müsse professionell und mit der notwendigen Sorgfalt gestaltet werden. Bis zum Closing Ende Oktober seien noch zahlreiche Verträge im Detail auszuverhandeln und weitere Voraussetzungen für die Umsetzung der Pläne zu schaffen.

Das langfristige Ziel formuliert Kapsch klar: "Unser Anspruch ist es, dem Standort eine langfristig tragfähige Zukunftsperspektive zu geben."

K&K Stiftung setzt auf Industriestandort Österreich

Die K&K Stiftung, die für die Finanzierung der Transaktion verantwortlich zeichnet, sieht in dem Engagement zugleich ein Signal für den heimischen Wirtschaftsstandort. Die Bedeutung des Investments gehe über die Fortführung des Betriebs in Ebergassing hinaus.

"Dieses Investment ist ein klares Bekenntnis zum Industrie- und Technologiestandort Österreich", so Stiftungsvorstand Franz Semmernegg. Angesichts der industriellen Abwanderung sei es ein wichtiges Signal, wirtschaftliche und technologische Kompetenzen in Österreich und damit innerhalb der Europäischen Union zu halten und weiter auszubauen, so Semmernegg.

www.kapsch.net

www.eitek-gmbh.at

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