Deep-Tech aus Österreich
Heimisches KI-Startup gewinnt Investoren für nächsten Wachstumsschritt

| Larissa Bilovits 
| 23.08.2026

Deepentix hat eine KI-Plattform entwickelt, die Antworten bis zur ursprünglichen Quelle im Dokument nachvollziehbar macht. Das frische Kapital soll nun vor allem in Forschung, Entwicklung und erste Pilotprojekte fließen.

Wer in der Pharmabranche, bei Versicherungen oder in Banken mit Künstlicher Intelligenz arbeitet, muss jede Aussage belegen können. Generative Systeme liefern zwar in Sekunden eine Antwort, deren Herkunft aber häufig nicht. Genau hier will Deepentix ansetzen. Das Deep-Tech-Startup aus dem niederösterreichischen Oberwaltersdorf hat eine Enterprise-KI-Plattform entwickelt, die aus Studien, Patenten, Normen oder internen Berichten ein geprüftes Netzwerk aus Fakten und deren Beziehungen aufbaut, einen sogenannten Wissensgraphen. Jede Antwort lässt sich dadurch bis zum exakten Satz im Ursprungsdokument zurückverfolgen. Für den nächsten Wachstumsschritt hat sich das Unternehmen nun über ein SAFE (Simple Agreement for Future Equity) frisches Kapital gesichert.

Kleine Modelle statt großer Cloud-Systeme

Solche Wissensgraphen entstehen bislang meist in aufwendigen Beratungsprojekten oder über standardisierte Lösungen, die sich nur bedingt auf einzelne Fachbereiche zuschneiden lassen. Wer sensible Daten im eigenen Haus behalten und trotzdem präzise Ergebnisse erzielen will, stößt damit rasch an Grenzen. Deepentix liefert nach eigenen Angaben deshalb kein maßgeschneidertes Projekt, sondern ein Werkzeug, mit dem Unternehmen ihre Wissensgraphen selbst aufbauen, betreiben und laufend an eigene Anforderungen anpassen können.

Technisch stützt sich die Plattform nicht auf ein einzelnes großes Cloud-Modell, sondern auf mehrere kleine Sprachmodelle, die gezielt für Fachbereiche wie Pharma oder Banken trainiert werden. Das soll die Genauigkeit erhöhen und erlaubt bei Bedarf den Betrieb auf den firmeneigenen Servern. "Wir verstehen uns nicht als Berater, die für einzelne Kunden ein Wissensnetz bauen, sondern als Technologieanbieter, der Unternehmen die volle Kontrolle über ihre eigenen Daten und Modelle gibt", erklärt Mitgründer und CEO Morteza Amini.

Der Ansatz zielt auf jene, die am Ende mit den Systemen arbeiten. "Wenn Mitarbeitende einer KI blind vertrauen müssen, weil sie deren Antworten nicht überprüfen können, ist das gerade in sensiblen Bereichen ein echtes Risiko. Genau dieses Vertrauensproblem lösen wir, indem wir jede Antwort bis zu ihrem Ursprung im Dokument sichtbar machen", so Amini.

Investoren mit Deep-Tech-Erfahrung

An der aktuellen Finanzierungsrunde beteiligten sich nun tecnet equity, der internationale Frühphaseninvestor Rockstart sowie Business Angel Kambis Kohansal Vajargah. tecnet equity zählt mit einem Fondsvolumen von rund 50 Millionen Euro zu den größten Eigenkapitalgebern für Frühphaseninvestments in Österreich und begleitet junge Technologieunternehmen seit Jahren mit Kapital und internationalem Netzwerk. "Uns hat neben der Technologie vor allem das stark aufgestellte Gründerteam von Deepentix überzeugt. Die Kombination aus wissenschaftlichem Hintergrund und Erfahrung in internationalen Unternehmen war ausschlaggebend, in dieser frühen Phase zu investieren", sagt Peter Buchinger, Investment Associate bei tecnet equity.

"Mit tecnet equity, Rockstart und Business Angel Kambis Kohansal Vajargah haben wir Partner an Bord, die den Weg von Deep-Tech-Startups aus erster Hand kennen. Das gibt uns nicht nur Kapital, sondern auch Zugang zu Netzwerk und Erfahrung, um in dieser Phase die richtigen Schritte zu setzen", ergänzt Amini. Das frische Kapital soll vor allem in Forschung und Entwicklung sowie in den Ausbau erster Pilotprojekte in regulierten Branchen fließen.

www.deepentix.com

www.tecnet.at

www.rockstart.com

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