Fotos vom Auftakt
Neustifter Kirtag ging nach vier Festtagen erfolgreich zu Ende

Mehr als 100.000 Besucher:innen kamen vom 20. bis 23. August nach Döbling. Auch das teilweise schlechte Wetter konnte dem Andrang auf das traditionsreiche Fest nichts anhaben. Neben Wein, Tracht und Brauchtum sorgten zahlreiche prominente Gäste für Aufmerksamkeit.

Vier Tage lang hatte der Neustifter Kirtag den 19. Wiener Gemeindebezirk in eine Festmeile verwandelt. Vom 20. bis 23. August standen in Neustift am Walde und Salmannsdorf Wein, Tracht, Musik und traditionelles Brauchtum im Mittelpunkt. Während das schlechte Wetter die Eröffnung am Donnerstag begleitete (LEADERSNET berichtete), ließen sich trotzdem mehr als 100.000 Besucher:innen und bekannte Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft die Traditionsveranstaltung dennoch nicht entgehen.

Verregneter Auftakt mit prominenten Gästen

Gestartet war der Kirtag am Donnerstag, dem 20. August. Ab 15 Uhr hatten die Marktstände geöffnet, um 17:30 Uhr traf die Hauerkrone beim S'Pfiff ein. Eine halbe Stunde später folgte beim Heurigen Wolff die offizielle Eröffnung durch die Ehrengäste.

Trotz des schlechten Wetters kamen dabei auch zahlreiche bekannte Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft nach Neustift. Zu den Gästen zählten Verteidigungsministerin Klaudia Tanner, Wiens Vizebürgermeisterin und Bildungsstadträtin Bettina Emmerling, Margarete Kriz-Zwittkovits, Präsidentin der WK Wien und Obfrau des Wiener Wirtschaftsbundes, der Wiener ÖVP-Chef und Bezirksvorsteher der Inneren Stadt Markus Figl sowie der Döblinger Bezirksvorsteher Daniel Resch und dessen Stellvertreter Robert Wutzl.

Ebenfalls vor Ort waren Barbara Novak, Vizebürgermeisterin von Wien, der Döblinger Bezirksrat Michael Eischer, die Landtagsabgeordneten Udo Guggenbichler und Hans Arsenovic, Unternehmer Leo Lugner, Seniorenbund-Präsidentin Ingrid Korosec, Kommunikationsberater Heimo Lepuschitz und SPÖ-Klubobmann Philip Kucher. Wie viele andere Kirtagsbesucher:innen zeigten sich auch zahlreiche prominente Gäste in Dirndl und Lederhose.

Nach der offiziellen Eröffnung setzte sich um 18:30 Uhr der traditionelle Umzug in Bewegung. Gegen 21 Uhr erreichte die Hauerkrone Eischer's Kronenstüberl. Den Abschluss des ersten Kirtagstages bildete die offizielle Afterparty im O-Klub, die auch an den weiteren Abenden auf dem Programm stand.

Brauchtum mit langer Geschichte

Im Zentrum des Neustifter Kirtags stand einmal mehr eine Tradition, deren Ursprünge einer Überlieferung zufolge bis ins 18. Jahrhundert zurückreichen. Damals sollen schlechte Ernten die Neustifter Weinbauer in wirtschaftliche Bedrängnis gebracht haben. Daraufhin zogen sie mit einer Erntedankkrone zu Kaiserin Maria Theresia und baten um Steuererleichterungen.

Die Kaiserin gewährte ihnen demnach den Erlass und soll ihnen gleichzeitig aufgetragen haben, fortan jedes Jahr einen Kirtag zu veranstalten. An diese Überlieferung erinnern bis heute die Hauerkrone und das Aufstellen des "Hiatabaum", der den Schutz der Weingärten symbolisiert. Beide Bräuche zählen seit 2020 zum immateriellen UNESCO-Kulturerbe.

Diese Tradition wurde auch beim diesjährigen Kirtag gepflegt. Beim Umzug zogen "Hiata", "Altbursch" und "Flascherlbuben" von Haus zu Haus. Begleitet von Blasmusik und Tanz stießen sie mit den Gastgeber:innen an und versetzten dabei die Hauerkrone in Drehung.

Hauerkrone zog vier Tage durch den Ort

Nach dem Auftakt am Donnerstag wurde das Programm am Freitag ab Mittag fortgesetzt. Um 17 Uhr verließ die Hauerkrone Eischer's und begab sich erneut auf Wanderschaft durch Neustift. Gegen 21 Uhr erreichte sie den Weinhof Zimmermann.

Dort begann am Samstag auch die nächste Etappe. Nachdem die Marktstände wiederum ab 12 Uhr geöffnet hatten, startete der Umzug um 17 Uhr. Vier Stunden später erreichte die Hauerkrone den Friseurmüller. Der letzte Kirtagstag begann am Sonntag, dem 23. August, bereits um 10 Uhr mit der Feldmesse beim Friseurmüller. Ab 11 Uhr waren auch die Marktstände wieder geöffnet. Um 14 Uhr erfolgte der Auszug der Hauerkrone bei Eischer's.

Eine Stunde später stand beim Zeiler am Hauerweg ein weiterer Höhepunkt des traditionellen Programms an: Der Hiatabaum wurde gesegnet und anschließend gemeinsam aufgestellt. Parallel dazu zog die Hauerkrone ein letztes Mal durch den Ort, bevor sie um 17 Uhr beim Schreiberhaus ihre letzte Station erreichte.

Neues Sicherheitskonzept

Neben dem traditionellen Programm gab es 2026 auch Neuerungen. Deutlich verändert worden war vor allem das Sicherheitskonzept rund um das Festgelände. Erstmals sicherten Betonklötze und schwere Palmenkübel die Zufahrten. Letztere brachten laut Veranstalter zwischen 700 und 800 Kilogramm auf die Waage. Die Barrieren sollten verhindern, dass Fahrzeuge in den Veranstaltungsbereich gelangen konnten.

Zusätzlich waren rund 80 private Sicherheitskräfte im Einsatz. Größere Taschen und Rucksäcke konnten kontrolliert werden. Auch die Polizei behielt das Festgelände sowie die angrenzenden Weingärten im Blick und setzte dafür Drohnen ein.

Neu eingerichtet worden waren außerdem sogenannte Ruheinseln zwischen den Marktständen. Sie sollten Besucher Rückzugsmöglichkeiten abseits des Gedränges bieten. Auch dort kamen Palmen zum Einsatz. Für die jüngsten Gäste standen ein Ringelspiel, ein Riesenrad und eine große Hüpfburg bereit. Der Eintritt auf das Festgelände war kostenlos, eine Altersbeschränkung gab es nicht.

LEADERSNET war bei der Eröffnung. Einen Eindruck können Sie sich hier machen. 

www.neustifterkirtag.at

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