Von 24. August bis 4. September 2026 bringt das European Forum Alpbach (EFA) wieder internationale und österreichische Entscheidungsträger:innen, Wissenschaftler:innen, Wirtschaftsvertreter:innen sowie junge Talente im Tiroler Alpendorf zusammen. Im vergangenen Jahr nahmen rund 4.700 Personen aus 127 Ländern am Forum teil.
"How Europe Wins"
Nach "Recharge Europe" im Vorjahr (LEADERSNET berichtete ausführlich) steht das EFA heuer unter dem Jahresthema "How Europe Wins". Dahinter steht die Frage, wie Europa angesichts geopolitischer Konkurrenz, technologischer Veränderungen und wirtschaftlicher Herausforderungen seine Stärken besser nutzen und wieder stärker ins Handeln kommen kann. Im Fokus stehen dabei unter anderem Europas Wettbewerbsfähigkeit und Entscheidungsfähigkeit sowie die Frage, mit welchen internationalen Partnern sich gemeinsame Interessen verfolgen lassen.
"Europa steht in einem Wettbewerb, den niemand allein gewinnen kann. Wir haben in Europa enormes Wissen, wirtschaftliche Kraft und kulturelle Vielfalt. Was uns oft fehlt, sind die gemeinsame Richtung und der Wille zur Tat", sagt EFA-Präsident Othmar Karas. "How Europe Wins" verstehe er daher zugleich als Einladung und Aufruf, Europa gemeinsam zu gestalten und konkrete nächste Schritte zu setzen.
Hochkarätiges Teilnehmerfeld
Auch 2026 zeichnet sich ein prominent besetztes Teilnehmerfeld ab. Aus der europäischen Politik haben unter anderem EU-Kommissar Magnus Brunner, die EU-Sonderbeauftragte Mairéad McGuinness sowie die ehemalige Vizepräsidentin der Europäischen Kommission Věra Jourová ihre Teilnahme angekündigt. Aus Deutschland werden unter anderem Bundesbank-Vorstandsmitglied Burkhard Balz und der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Deutschen Bundestag, Armin Laschet, erwartet.
Auch aus Österreich reisen zahlreiche Vertreter:innen aus Politik und Wirtschaft nach Tirol. Mit dabei sind unter anderem Außenministerin Beate Meinl-Reisinger, Europaministerin Claudia Bauer, Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer, Infrastrukturminister Peter Hanke, Bildungsminister Christoph Wiederkehr und OeNB-Gouverneur Martin Kocher. Aus der heimischen Wirtschaft sind ebenfalls mehrere namhafte Führungskräfte angekündigt. Dazu zählen Peter Bosek, CEO der Erste Group, Ernst Kloboucnik, Geschäftsführer des ÖAMTC, Richard König, CEO des Energieunternehmens Enery, sowie Clemens Wasner, CEO von enliteAI und AI Austria. Damit sind unter anderem die Finanz-, Mobilitäts-, Energie- und Technologiebranche vertreten.
Internationale Perspektiven sollen zudem Persönlichkeiten wie Enrico Letta, Dekan der IE University und Präsident des Jacques Delors Institute, Wolfgang Ischinger, Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz, und Micael Johansson, CEO von Saab, einbringen. Aus Wissenschaft und Forschung werden unter anderem Nobelpreisträger und Ökonom Joseph E. Stiglitz, die Politikphilosophin Lea Ypi sowie Quantenphysiker Markus Aspelmeyer erwartet.
Neue Struktur für das Forum
Auch organisatorisch präsentiert sich das EFA 2026 teilweise neu. Den Auftakt machen von 24. bis 30. August die Academy Days. Sie sollen insbesondere Raum für wissenschaftlichen Austausch, neue Denkansätze und die Zusammenarbeit zwischen den Generationen schaffen. Rund 500 Stipendiat:innen nehmen heuer teil; nach Angaben des Veranstalters gingen dafür mehr als 5.000 Bewerbungen aus über 160 Ländern ein.
Von 28. bis 30. August folgen die Euregio Days, die heuer stärker ins Zentrum des Forums rücken. Der erste Tag widmet sich hauptsächlich regionaler Wettbewerbsfähigkeit, Innovation und Arbeitsmarktentwicklung. Am Samstag stehen unter anderem die Euregio-Awards und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit auf dem Programm, ehe der traditionelle Tiroltag am Sonntag den Übergang zu den Conference Days bildet.
Von Europas Handlungsfähigkeit bis zur technologischen Souveränität
Mit der Eröffnung am 30. August beginnen schließlich die Conference Days, die bis 4. September laufen. Die Debatten konzentrieren sich auf vier EFA-Tracks: Demokratie & Rechtsstaatlichkeit, Klima, Sicherheit sowie Wirtschaft & Finanzen. Auf der Main Stage wird an jedem Nachmittag zusätzlich ein übergeordnetes Schwerpunktthema behandelt.
Zum Auftakt steht Europas "Handlungsfähigkeit & Erneuerung" im Zentrum. Dabei soll diskutiert werden, welche institutionellen Reformen notwendig sind, damit Europa in geopolitisch unsicheren Zeiten schneller und entschlossener agieren kann. Am Dienstag (1. September) richtet sich der Blick unter dem Titel "Finanzen & Vertrauen" auf die Finanzierung europäischer Zukunftsprojekte und die Frage, wie Investitionen, Solidarität und langfristige Resilienz miteinander verbunden werden können.
Am 2. September geht es unter "Technologie & Gesellschaft" um Europas künftige Infrastruktur. Im Mittelpunkt stehen dabei unter anderem Energie-, Daten- und Recheninfrastrukturen sowie die Frage, wie technologische Entwicklung mit europäischer Souveränität und demokratischen Werten verbunden werden kann. Der Donnerstag richtet den Blick schließlich auf eine übergeordnete Vision für Europas Rolle in einer sich verändernden Weltordnung.
"Ein starkes Europa braucht neben einem offenen Dialog über Generationen und Fachrichtungen hinweg vor allem entschlossene und konsequente Handlungen", sagt Othmar Karas. Der Erfolg des Forums messe sich für ihn deshalb nicht allein an den Gesprächen in Alpbach, sondern vor allem daran, welche Ergebnisse anschließend tatsächlich umgesetzt würden.
LEADERSNET berichtet aus Alpbach
Neben den offiziellen Programmpunkten lebt das European Forum Alpbach traditionell vom persönlichen Austausch abseits der Bühnen. Diskussionen finden nicht nur im Congress Zentrum statt, sondern auch bei Wanderungen, Treffen in Betrieben sowie zahlreichen Networking-Formaten und Side-Events.
Auch LEADERSNET ist 2026 wieder vor Ort und wird insbesondere während der zweiten Woche über die wichtigsten Wirtschaftsgespräche, Veranstaltungen, Empfänge und Networking-Events sowie deren hochkarätige Gäste berichten.
Eindrücke aus dem Vorjahr können Sie sich anhand der angefügten Galerien machen.
www.alpbach.org
Kommentar veröffentlichen