Weitere Millionenpleite
Kilger-Pleite reißt nächste Firma mit

Im südsteirischen Firmengeflecht rund um die Domaines Kilger gibt es eine neue Millionen-Insolvenz.

Nach den bereits eröffneten Insolvenzverfahren über mehrere Gesellschaften der Kilger-Gruppe (LEADERSNET berichtete u.a. hier und hier) wurde nun auch über das Vermögen der Kilger KG mit Sitz in Leibnitz ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung eröffnet. Die Gesellschaft verfügt über zwei Liegenschaften und beabsichtigt, ihre Sanierung unter anderem durch deren Verwertung zu finanzieren. Darüber informierte der Alpenländische Kreditorenverband (AKV). Zum Insolvenzverwalter wurde die KWP Insolvenzabwicklungs GmbH mit Sitz in Graz bestellt.

Vermietung von Liegenschaften als Unternehmensgegenstand

Die Kilger KG wurde mit Gesellschaftsvertrag vom 13. April 2017 gegründet. Persönlich haftender Gesellschafter ist Johann Kilger, Kommanditistin ist die bereits insolvente Domaines Kilger GmbH. Das Unternehmen ist im Wesentlichen auf die Vermietung beziehungsweise Verpachtung von Liegenschaftsobjekten samt Zubehör in Leibnitz und Heimschuh spezialisiert. Arbeitnehmer:innen werden laut AKV nicht beschäftigt.

Kreditfälligstellung führte zur Insolvenz

Nach Angaben des AKV dürften die Ursachen der Insolvenz in den bereits eröffneten Verfahren innerhalb der Kilger-Gruppe liegen. Insbesondere infolge der Insolvenz der Domaines Kilger GmbH & Co KG stellte die finanzierende Bank die Kreditlinie fällig. Versuche, eine Prolongation beziehungsweise Stundung zu erreichen, blieben laut AKV erfolglos.

Die Verbindlichkeiten werden mit rund 2,679 Millionen Euro angegeben. Davon entfallen rund 2,447 Millionen Euro auf Bankverbindlichkeiten, weitere rund 224.000 Euro betreffen die Domaines Kilger GmbH & Co KG. Die Verbindlichkeiten gegenüber Lieferant:innen und Dienstleister:innen werden als gering bezeichnet.

Zwei Liegenschaften bilden das wesentliche Vermögen

Zu den Aktiva zählen vor allem zwei Liegenschaftsobjekte in Leibnitz und Heimschuh. Aus deren Vermietung werden monatliche Netto-Mieteinnahmen von 5.650 Euro erzielt. Die Liegenschaften werden mit rund 2,5 Millionen Euro angesetzt. Nach Abzug der Aus- und Absonderungsrechte werden die sonderrechtefreien Aktiva mit rund 73.000 Euro angegeben.

Fortführung und Sanierungsplan vorgesehen

Die Gesellschaft soll fortgeführt werden. Den Insolvenzgläubiger:innen soll ein den gesetzlichen Mindesterfordernissen entsprechender Sanierungsplanvorschlag unterbreitet werden. Dieser sieht eine Sanierungsplanquote von insgesamt 30 Prozent auf die Insolvenzforderungen vor. Die Auszahlung soll spätestens innerhalb von zwei Jahren ab Annahme des Sanierungsplans erfolgen, jedoch nicht vor dessen rechtskräftiger Bestätigung.

Die Finanzierung des Sanierungsplans soll insbesondere durch die Verwertung der Liegenschaften erfolgen. Nach Angaben des AKV geht die Gesellschaft davon aus, dass damit nicht nur die pfandrechtlich besicherten Verbindlichkeiten vollständig abgedeckt werden können, sondern darüber hinaus auch ein Erlös für die quotenmäßige Befriedigung der unbesicherten Gläubiger:innen verbleibt.

www.akv.at

Kommentar veröffentlichen

* Pflichtfelder.

leadersnet.TV