Nachhaltigkeitsbericht 2025
Falkensteiner-Gruppe machte beim Klimaschutz einen Schritt nach vorne

| Larissa Bilovits 
| 21.07.2026

Das Tourismusunternehmen verzeichnet Fortschritte bei Ökostrom, Zertifizierungen und Personalentwicklung. Für 2026 steht die Erarbeitung eines Klimaübergangsplans mit konkreten Reduktionszielen an.

Immer mehr Unternehmen berichten über ihre ökologische und soziale Entwicklung, auch wenn der Gesetzgeber sie dazu nicht mehr verpflichtet. Die Falkensteiner Michaeler Tourism Group (FMTG), eines der größten privaten Tourismusunternehmen mit Betrieben in sechs europäischen Ländern, hat nun ihren zweiten freiwilligen Nachhaltigkeitsbericht vorgelegt, der das Geschäftsjahr 2025 abdeckt. Obwohl die Gruppe nach den geänderten gesetzlichen Vorgaben nicht mehr unter die verpflichtende EU-Richtlinie CSRD fällt, orientierte sie sich erneut an den europäischen Berichtsstandards ESRS und verstehe den Bericht laut eigenen Angaben als Arbeitsinstrument, das erreichte Fortschritte sichtbar macht und zugleich offene Handlungsfelder benennt.

"Nachhaltigkeit ist für uns kein Projekt, sondern ein kontinuierlicher Veränderungsprozess. Auch ohne gesetzliche Verpflichtung schaffen wir bewusst Transparenz über unsere Entwicklung", erklärt Otmar Michaeler, CEO der Falkensteiner Michaeler Tourism Group, in einer entsprechenden Aussendung. Und Erich Falkensteiner, Aufsichtsratsvorsitzender der Gruppe, ergänzt: "Als Familienunternehmen denken wir nicht in Quartalen, sondern in Generationen. Unser Unternehmen ist über Jahrzehnte gewachsen, immer mit dem Anspruch, langfristig und verantwortungsvoll zu handeln. Dieser Blick nach vorne prägt uns bis heute und ist die Grundlage dafür, wie wir unser Unternehmen weiterentwickeln."

Weniger Emissionen und mehr erneuerbare Energie

Am stärksten schlug sich die Entwicklung bei Energie und Klimaschutz nieder. Die marktbasierten Scope-2-Emissionen fielen binnen eines Jahres um 27 Prozent und sanken damit von 11.331 auf 8.288 Tonnen CO₂-Äquivalent. Ausschlaggebend dafür waren ein verändertes Portfolio und der Umstieg auf erneuerbare Energie an den österreichischen Standorten, die ihren Bedarf an Strom, Wärme und Kälte inzwischen zu etwa 90 Prozent erneuerbar decken. Über die gesamte Gruppe hinweg kletterte der Ökostrom-Anteil am Energieverbrauch von 49,5 auf 54,6 Prozent, wozu auch zwei neue Photovoltaikanlagen beitrugen. Sie hoben die Eigenstromproduktion um rund 32 Prozent auf 458 Megawattstunden an.

Nach unten zeigte die Bilanz allerdings nicht überall. In Summe legten die Scope-1-, -2- und -3-Emissionen um 39 Prozent zu, was vor allem an den umfangreichen Bauarbeiten für die Entwicklungsprojekte in Salò am Gardasee und im sizilianischen Licata lag. Betrachtet man allein den Hotel- und Campingbetrieb, ging der CO₂-Ausstoß je Übernachtung dagegen um 15 Prozent zurück.

Fortschritte bei Zertifizierungen und Personalentwicklung

Auch bei den Umweltzertifikaten kam die Gruppe voran. Sämtliche österreichischen Hotels sind mittlerweile mit dem Österreichischen Umweltzeichen und dem EU-Ecolabel ausgezeichnet, allein 2025 erhielten oder erneuerten acht Betriebe das Siegel. In den kommenden Jahren will die FMTG die externe Zertifizierung auch auf weitere Hotels und Campingplätze ausdehnen.

Fortschritte hält der Bericht darüber hinaus bei der internen Personalentwicklung fest, die das Unternehmen mit Leadership-Trainings und gruppenweiten On-the-Job-Coachings ausbaute. Die Zahl der Youngstars, wie die Lehrlinge intern genannt werden, stieg von 22 im Jahr 2021 auf 41 im Jahr 2025 und damit um rund 86 Prozent binnen vier Jahren. Bestätigt sah sich die Gruppe zuletzt durch mehrere Auszeichnungen, darunter den ersten Platz beim HR Inside Award, den zweiten Platz beim Constantinus Award und sieben Medaillen bei den Junior Skills.

Konkrete Reduktionsziele bis 2050 in Arbeit

Für die kommenden Jahre hat sich das Unternehmen mehrere Schwerpunkte vorgenommen, darunter eine bessere Datenqualität im wachsenden Portfolio, einheitliche Standards über die gesamte Gruppe hinweg und zusätzliche Zertifizierungen. Das zentrale Vorhaben für 2026 ist ein Klimaübergangsplan, der auf Basis der Zahlen von 2025 erstmals verbindliche Reduktionsziele für 2030, 2040 und 2050 festschreiben soll.

Parallel dazu hat sich die Gruppe bereits zwei Etappenziele gesetzt. Bis 2030 soll der erneuerbare Anteil an der Energieversorgung konzernweit auf 70 Prozent steigen, ab 2035 soll die Wärme vollständig ohne fossile Energieträger erzeugt werden.

Nachhaltigkeit als eigenes Beratungsfeld

Über die eigenen Betriebe hinaus hat die Gruppe das Thema zu einem Geschäftsfeld ausgebaut. Die Mitte 2024 gegründete Abteilung Nachhaltigkeit & ESG des gruppeneigenen Beraters Michaeler & Partner setzte im ersten Jahr zunächst die ESG-Strategie der FMTG selbst um, vom CO₂-Management über die Berichterstattung bis zu gruppenweiten Standards. Inzwischen begleitet sie auch fünf externe Kund:innen bei deren ESG-Strategien. Das Leistungsspektrum reicht von der Strategieentwicklung über Nachhaltigkeitsberichte nach CSRD und dem freiwilligen KMU-Standard VSME bis zu Corporate Carbon Footprints, Klimaübergangsplänen, ESG-Ratings und der Begleitung von Due-Diligence-Prozessen auf Banken- und Investorenseite.

"Unser Ziel ist es, Nachhaltigkeit wirtschaftlich sinnvoll umzusetzen. ESG muss sich im operativen Betrieb, in Investitionsentscheidungen und letztlich auch im Gästeerlebnis widerspiegeln", erklärt Oliver Pessoa Huber, Managing Director Nachhaltigkeit & ESG bei Michaeler & Partner. "Deshalb verbinden wir regulatorische Anforderungen mit praktikablen Lösungen für Unternehmen."

www.fmtg.com

Kommentar veröffentlichen

* Pflichtfelder.

leadersnet.TV