Entlastung für Betriebe
WKNÖ sieht Lohnnebenkostensenkung als Impuls für den Wirtschaftsstandort

| Redaktion 
| 19.07.2026

Gleichzeitig fordert die Wirtschaftskammer Niederösterreich, die Gegenfinanzierung dürfe nicht zu neuen Belastungen für die Unternehmen führen.

Die geplante Senkung der Lohnnebenkosten ab 2028 wird von der Wirtschaftskammer Niederösterreich (WKNÖ) positiv bewertet. Nach Einschätzung von Präsident Wolfgang Ecker könne die Maßnahme die Wettbewerbsfähigkeit heimischer Unternehmen verbessern und angesichts hoher Personal-, Energie und Finanzierungskosten zusätzliche Spielräume für Investitionen und Beschäftigung schaffen. 

"Die Senkung der Lohnnebenkosten ist ein längst überfälliger Schritt und eine zentrale Forderung der Wirtschaft. Dass sie ab 2028 umgesetzt wird, stärkt unsere Betriebe: Arbeit wird günstiger, Investitionen werden attraktiver und der Standort gewinnt an Wettbewerbsfähigkeit", sagt Ecker.

Millionenentlastung für Niederösterreich

Nach Angaben der WKNÖ würden die Unternehmen in Niederösterreich jährlich um rund 363 Millionen Euro entlastet. Davon entfielen etwa 231 Millionen Euro auf Betriebe der gewerblichen Wirtschaft. Laut Berechnungen könnten dadurch rund 1.600 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen und die Wirtschaftsleistung um etwa 190 Millionen Euro wachsen.

Ecker betont, insbesondere kleine und mittlere Unternehmen würden von der Maßnahme profitieren. Zusätzlicher finanzieller Spielraum entscheide häufig darüber, ob Investitionen umgesetzt, neue Mitarbeiter:innen aufgenommen oder Lehrlinge ausgebildet werden.

Beispiele aus der Praxis

Wie die Wirtschaftskammer ausführt, könnte ein Handwerksbetrieb mit zehn Beschäftigten und einem durchschnittlichen Bruttolohn von 2.700 Euro künftig rund 3.800 Euro pro Jahr einsparen. Für einen Industriebetrieb mit 100 Mitarbeiter:innen und einem durchschnittlichen Bruttolohn von 3.500 Euro beziffert die WKNÖ die jährliche Entlastung auf rund 500.000 Euro. 

Gegenfinanzierung ohne zusätzliche Belastungen

Gleichzeitig spricht sich die WKNÖ dafür aus, die Entlastung nicht durch neue Kosten für Unternehmen zu schmälern. Ecker erklärte, eine Gegenfinanzierung dürfe nicht dazu führen, dass die positiven Effekte der Maßnahme teilweise wieder aufgehoben würden. Ziel müsse eine nachhaltige Entlastung des Faktors Arbeit sein, ohne Betriebe an anderer Stelle zusätzlich zu belasten.

Abschließend verweist der WKNÖ-Präsident auf die weiterhin schwierige wirtschaftliche Situation. "Die Senkung der Lohnnebenkosten ist ein wichtiger erster Schritt. Jetzt müssen weitere folgen – von weniger Bürokratie über leistbare Energie bis hin zu weiteren Entlastungen für unsere Betriebe. Nur so stärken wir den Standort nachhaltig und sichern Wachstum sowie Beschäftigung", so Ecker. 

www.wko.at/noe

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