Fotos vom World Venture Forum 2026
Kitzbühel wurde zum Treffpunkt des internationalen Kapitals

| Tobias Seifried 
| 16.07.2026

Hunderte Investor:innen, Unternehmer:innen und Vertreter:innen der Venture-Capital- und Krypto-Szene diskutierten beim World Venture Forum über Innovation, KI, neue Investments und Bürokratie am Standort Österreich.

Mehrere hundert Investor:innen, Family Offices und Unternehmer:innen aus aller Welt kamen Anfang Juli zum zwölften World Venture Forum (WVF) nach Kitzbühel. Unter dem Motto "Vectors of Change" diskutierten sie über Deep Tech, Krypto, künstliche Intelligenz, Family Offices und Corporate Innovation. Ein zentrales Thema zog sich dabei durch viele Gespräche: Wie kann Österreich für internationale Investor:innen attraktiver werden?

Internationale Investor:innen sehen großes Potenzial

Berthold Baurek-Karlic, Initiator des World Venture Forums, sieht Österreich grundsätzlich gut aufgestellt: "Österreich verfügt über viele Talente und innovative Ideen. Was uns fehlt, ist die Möglichkeit, diese zu skalieren. Daher wandern viele Start-ups ab und schaffen ihr größtes Wachstum woanders."

Das Ziel der World Venture Forum Stiftung sei es deshalb, internationales Kapital nach Österreich zu bringen. Nach Angaben der Veranstalter verwalten die Teilnehmer:innen Vermögen von insgesamt mehr als 50 Milliarden US-Dollar.

Bürokratie bleibt größter Kritikpunkt

Besonders deutlich wurde der australische Deep-Tech-Investor Bill Liao. Österreich verfüge zwar über hohe Innovationskraft, gut ausgebildete Fachkräfte und eine ausgezeichnete Lebensqualität. Die bürokratischen Hürden würden internationale Investments jedoch erschweren. Würden Unternehmensgründungen und Beteiligungen ähnlich einfach funktionieren wie etwa im US-Bundesstaat Delaware, würde er Österreich sogar aktiv als Investitionsstandort empfehlen.

Auch Ariel Cohen, Venture Partner bei Aurelius Capital, ortet Nachholbedarf. Während Innovationen in Israel rasch getestet würden, verliere Europa häufig wertvolle Zeit.

Lob für Österreich als Krypto-Standort

Positiv fiel hingegen das Urteil über den heimischen Kryptosektor aus. Andrej Majcen, CEO von Bitcoin Suisse, hob insbesondere die Umsetzung der europäischen MiCa-Regulierung durch die österreichische Finanzmarktaufsicht hervor. Diese habe wesentlich dazu beigetragen, Wien als wichtigen Krypto-Standort Europas zu etablieren.

David Brabham: Erfolg braucht starke Teams

Zu den prominentesten Gästen des Forums zählte der ehemalige Formel-1-Pilot und LeMans-Sieger David Brabham, der auf Einladung von Black Manta Capital Partners nach Kitzbühel gekommen war. Der heutige Unternehmer zog Parallelen zwischen Spitzensport und Unternehmensführung. Erfolgreiche Teams zeichneten sich durch klare Verantwortlichkeiten, flache Hierarchien und die Fähigkeit aus, aus Fehlern zu lernen. Mit Blick auf Europas Zukunft sprach sich Brabham zudem für mehr internationale Zusammenarbeit aus: "Sich abzukapseln ist nicht der richtige Weg. Wir müssen wieder enger zusammenrücken."

Österreich soll mehr Wachstumskapital anziehen

Neben den Vorträgen standen beim Forum auch Investitionsmöglichkeiten in den Bereichen Deep Tech, Family Offices, Krypto und Corporate Innovation im Mittelpunkt. Nach Ansicht von Baurek-Karlic müsse Österreich sowohl heimisches als auch internationales Kapital stärker für innovative Unternehmen mobilisieren. "Wir haben mehr Hidden Champions als jedes andere Land. Ich freue mich darauf, unseren Besucher:innen zu zeigen, dass wir noch das Potenzial für viele weitere haben", so der Initiator abschließend.

Fotos vom World Venture Forum 2026 sehen Sie in der Galerie.

www.worldventureforum.info

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