Editorial des Herausgebers
Breaking News: Eigenmarken sind günstiger

| Wolfgang Zechner 
| 21.07.2026

Die Arbeiterkammer ist eine der großen Stärken Österreichs. Kaum ein anderes Land kennt eine vergleichbare, verfassungsrechtlich abgesicherte Interessenvertretung für Arbeitnehmer:innen. Sie ist ein wesentlicher Baustein unserer Sozialpartnerschaft. Das ist die eine Seite der Medaille.

Es gibt aber auch eine andere Seite. Denn problematisch wird es immer dann, wenn die Arbeiterkammer beginnt, Politik mit populistischen Schlagzeilen zu machen. Dann leidet mitunter die Qualität der Argumentation. Man denke nur an die regelmäßig präsentierten Preisvergleiche zwischen Österreich und Deutschland. Zwei Lebensmittelmärkte mit vollkommen unterschiedlichen Strukturen, Wettbewerbsbedingungen und Kosten werden miteinander verglichen, als handle es sich um identische Voraussetzungen. Ein klassischer Vergleich von Äpfeln mit Birnen.

Nun ist Sommer. Und das Sommerloch verlangt offenbar auch nach entsprechenden Presseaussendungen. Am besten mit Bezug zum "AK-Lieblingsthema" Lebensmittelhandel. Wer nun mit neuen Enthüllungen oder knallharten Fakten rechnet, hat sich verrechnet. 

Stattdessen veröffentlichte die AK Oberösterreich Anfang Juli eine Studie mit der Erkenntnis, dass Konsument:innen Geld sparen können, wenn sie statt Markenprodukten günstigere Eigenmarken kaufen. 

Danke für diese sensationelle Erkenntnis.

Wer statt eines Markenprodukts zur Eigenmarke greift, zahlt weniger. Das wissen vermutlich alle Menschen, die schon einmal einen Supermarkt von innen gesehen haben. Dafür braucht es weder Warenkorbanalysen noch Hochrechnungen. Am Ende der Presseaussendung geizt die AK auch nicht mit Profi-Tipps zum günstigeren Einkauf. Wortwörtlich heißt es da: "Nutzen Sie gezielt günstige Preise und Rabattaktionen." Wahnsinn, da wäre man selbst nie draufgekommen.

Ich freue mich daher schon auf die nächsten Presseaussendungen der Arbeiterkammer. Vielleicht erfahren wir dort endlich, dass Wasser nass ist. Oder dass die Sonne auch morgen mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder aufgehen wird.

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