Laut aktueller Umfrage
Was Österreicher an ihren Chefs besonders ärgert

Laut einer internationalen Umfrage zeigen sich Arbeitnehmer:innen hierzulande mit ihren direkten Vorgesetzten nur mittelmäßig zufrieden. Dennoch führt der Frust über schlechte Führung nur selten tatsächlich zur Kündigung.

Führung entscheidet im Arbeitsalltag nicht nur darüber, ob Aufgaben erledigt werden, sondern auch darüber, wie motiviert, eingebunden und wertgeschätzt sich Mitarbeitende fühlen. Besonders direkte Vorgesetzte prägen mit ihrer Kommunikation, ihren Entscheidungen und ihrem Vertrauen das tägliche Miteinander im Unternehmen. Wie Arbeitnehmer:innen in Österreich und vier weiteren europäischen Ländern ihre Führungskräfte erleben, zeigt nun eine aktuelle YouGov-Umfrage im Auftrag von Galaxus unter 5.227 Personen — mit teils deutlichen Unterschieden bei Zufriedenheit, Kritikpunkten und Kündigungsbereitschaft.

Österreich liegt bei der Zufriedenheit im Mittelfeld

Insgesamt bewerten österreichische Arbeitnehmer:innen ihre direkten Vorgesetzten mit 3,4 von 5 Punkten und zeigen sich somit eher mittelmäßig zufrieden. Damit liegt Österreich im europäischen Vergleich hinter der Schweiz, die mit 3,8 Punkten den höchsten Wert erreicht, sowie hinter Deutschland und Frankreich mit jeweils 3,5 Punkten. Italien bildet mit 3,3 Punkten das Schlusslicht. Laut Studie unterscheiden sich die Bewertungen zwischen den demografischen Gruppen kaum.

Grafik Zufriedenheit mit Vorgesetzten© Galaxus

Unklare Entscheidungen sorgen für Kritik

Gefragt nach den negativen Eigenschaften des:der aktuellen Chefin, geben Beschäftigte hierzulande am häufigsten an, sich an unklaren Entscheidungen zu stören – 21 Prozent der Befragten nennen diesen Punkt als Schwäche ihrer direkten Führungskraft. Dahinter folgen schlechte Kommunikation (20 %), zu geringe Präsenz (18 %) sowie fehlende Wertschätzung und wechselhafte Stimmung (jeweils 17 %). Im internationalen Vergleich zeigt sich hier ein etwas anderes Bild: In Deutschland, Frankreich und der Schweiz ist schlechte Kommunikation der größte Kritikpunkt, während sich Beschäftigte in Italien am häufigsten an der wechselhaften Stimmung ihrer Vorgesetzten stören.

Grafik negative Eigenschaften© Galaxus

Trotz dieser Kritik führt Unzufriedenheit mit der Führungskraft nur selten tatsächlich zum Jobwechsel. In Österreich haben 16 Prozent der Befragten bereits einmal wegen ihres:r Chef:in gekündigt. Weitere 15 Prozent haben ernsthaft darüber nachgedacht, 14 Prozent zumindest gelegentlich. Für die Mehrheit von 55 Prozent war eine Kündigung aufgrund der direkten Führungskraft bisher jedoch kein Thema. Damit liegt Österreich bei tatsächlichen Kündigungen auf einem ähnlichen Niveau wie Deutschland und die Schweiz.

Grafik Kündigung© Galaxus

Vertrauen wird am stärksten geschätzt

Bei den positiven Eigenschaften des:der Chef:in zeigt sich in Österreich ein klares Bild. Am häufigsten nennen Arbeitnehmer:innen das Vertrauen ihrer Führungskraft. 46 Prozent sehen darin eine Stärke ihrer direkten Vorgesetzten. Dahinter folgen Fachkompetenz und Wertschätzung mit jeweils 38 Prozent, gute Kommunikation mit 37 Prozent sowie Zugänglichkeit mit 31 Prozent.

Auch in mehreren anderen Ländern zählt Vertrauen zu den wichtigsten positiven Eigenschaften von Führungskräften. Besonders stark sticht dabei die Schweiz hervor, wo dieser Wert deutlich höher liegt als in den übrigen untersuchten Märkten. Italien unterscheidet sich hingegen erneut vom Gesamtbild: Dort werden vor allem Zugänglichkeit und Fachkompetenz gelobt, während Wertschätzung vergleichsweise selten genannt wird.

Grafik positive Eigenschaften© Galaxus

www.galaxus.at

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